Aschenputtel schlägt zurück

Kreative Mischtechniken von Sany Pereyra Iraola und Mode von Ximena Pereyra Iraola in der Galerie Atica

Von Susanne Franz

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Wer Putzlappen, -tücher, Schwämmchen und dergleichen bislang mit lästiger Hausarbeit und Schrauben, Kugellager oder Dichtungsringe mit noch mühseligeren Reparaturaktionen verbunden hat, darf nun die Sonnenseite dieser so gewöhnlich scheinenden Dinge betrachten. Denn – etwas Silberspray da, ein bisschen Farbe dort -, und schon werden aus den kleinen notwendigen Übeln des Alltags glänzende, beinah luxuriöse Objekte. Unterschlagen darf man an dieser Stelle natürlich nicht die Hand der Künstlerin, ohne die der Zauber nicht vollbracht werden könnte, denn sie schneidet aus, klebt auf, biegt um, überlappt und ordnet an, sie bestimmt die Richtung, komponiert, bringt Ordnung ins Chaos.

Sany Pereyra Iraolas Mischtechniken sind kreativ und originell, die Künstlerin macht einen Sprung aus der abstrakten Malerei in die frei assoziierte Collage. Der Name der Ausstellung “Play Station” impliziert bereits den spielerischen Charakter der Schau, und ein Tisch, an dem von der Künstlerin geschaffene Spiele die Besucher zum Wettkampf (im Kügelchen-Einlochen) auffordern, fehlt auch nicht.

Sany hat zu ihrer Exposition in der Galerie Atica ihre Halbschwester Ximena Pereyra Iraola eingeladen, die eben ihre Abschlussarbeit im Studiengang Design beendet. Ist Mode Kunst?, fragt sie da, und beweist mit den radikalen Kleidern, die sie für die Schau entworfen hat, dass dies tatsächlich der Fall ist. Aus Plastik, Dichtungsringen, Putzlappen und vielen anderen Haushaltsartikeln komponiert sie freche, sexy-punkige Outfits (die man vor einem Spiegel anprobieren kann). Aschenputtel kann stolz das Haupt erheben.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 26.04.08.

Positive Bilanz des BAFICI

10. Internationales Festival des Unabhängigen Films endete mit Rekordzahlen

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Der Hauptpreis im Argentinischen Wettbewerb ging an “Unidad 25” von Alejo Hoijman.

Mit einer beeindruckenden Schlussbilanz und zufriedenen Gesichtern der Organisatoren endete am Sonntag, dem 20. April, das 10. Internationale Festival des Unabhängigen Films BAFICI. Das Kulturministerium der Stadt freute sich als Hauptorganisator über 170.000 verkaufte Eintrittskarten und 200.000 begeisterte Kinofans, die an den 12 Festivaltagen die insgesamt 1011 Vorstellungen von über 400 Filmen besuchten, womit die Zahlen des Vorjahres um 63 % übertroffen wurden.

Die offizielle Preisverleihung des BAFICI fand am vorigen Samstag im Atlas Santa Fe statt. Der Film “Intimidades de Shakespeare y Víctor Hugo” der mexikanischen Regisseurin Yulene Olaizola wurde als Bester Film im Internationalen Wettbewerb ausgezeichnet. Die Trophäe für den Besten Film im Argentinischen Wettbewerb ging an “Unidad 25” von Alejo Hoijman.

Im Internationalen Wettbewerb wurde Diao Yinan für “Night Train” der Ehrenpreis der Jury zuerkannt. Lance Hammer erhielt für “Ballast” den Preis als Bester Regisseur, während Liu Dan für ihre Arbeit in “Night Train” als Beste Schauspielerin und Lee Kang Sheng für seine Rolle in “Help Me Eros” als Bester Schauspieler geehrt wurden.

Im Argentinischen Wettbewerb erhielt “Historias extraordinarias” von Mariano Llinás den Ehrenpreis der Jury, eine Spezialerwähnung ging an Gastón Solnickis Kagel-Dokumentation “süden”. Als Bester Regisseur wurde Gonzalo Castro für “Resfriada” ausgezeichnet.

Die FIPRESCI- und SIGNIS-Preise gingen beide an “Ballast”; SIGNIS sprach darüber hinaus zwei Erwähnungen aus: für “Correction” von Thanos Anastopoulos und für “Cochochi” von Israel Cárdenas und Laura Amelia Guzmán.

Die Auszeichnung “Premio Revista Ñ” ging an “Historias extraordinarias”. Auch die Zuschauer votierten für diesen Film. Der Menschenrechts-Preis “Ex Aequo” hatte zwei Gewinner: “Mi vida dentro” von Lucía Gajá und “Profit Motive And The Whispering Wind” von John Gianvito.

Erschienen im “Argentinischen Tageblatt” vom 26.04.08.

Kalender / Agenda

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Ausstellungs-Kalender 26.04.08-03.05.08

Sleep.jpgAm Donnerstag wurde in der Galerie VVVgallery die Ausstellung „Mientras la ciudad duerme“ von Louise Crawford & Stéphan Guéneau eröffnet.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 12 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 6 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): Tarsila do Amaral, „Viajera“. 28.3.-2.6. / „Intervención 5“: Cecilia Szalkowicz, „Todo es posible II“. Bis Mai.
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Agenda / Kalender

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Agenda de Muestras 26/04/08-03/05/08

Sleep.jpgEl jueves se inauguró la muestra “Mientras la ciudad duerme” de Louise Crawford & Stéphan Guéneau en VVVgallery.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 12 pesos, docentes y mayores de 65 años 6 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): Tarsila do Amaral, “Viajera”. 28.03.-02.06. / “Intervención 5”: Cecilia Szalkowicz, “Todo es posible II”. Hasta mayo.
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34. Internationale Buchmesse von Buenos Aires

Das kulturelle Großereignis wird am Donnerstag eröffnet – Besuch von Ilija Trojanow

Ilija21.jpgAm Donnerstag, dem 24. April, wird die 34. Internationale Buchmesse von Buenos Aires offiziell eröffnet. Das von der Fundación El Libro veranstaltete kulturelle Großereignis beginnt mit branchenbezogenen Aktivitäten bereits am 21.4. und setzt sich bis zum 12.5. fort. Die Buchmesse belegt die gesamten 45.500 m2 des Messezentrums La Rural.

Fürs Publikum ist die Messe ab 24.4. von 14-22 Uhr (So-Do) bzw. 14-23 Uhr (Fr und Sa) geöffnet. Am 30.4., vor dem Feiertag des 1. Mai, ist die Messe von 14-02 Uhr geöffnet. Ab 21 Uhr ist in dieser “Nacht für die Stadt” der Eintritt frei. Sonst kostet der Eintritt an Wochentagen 8, am Wochenende und an Feiertagen 10 Pesos und ist für unter 12-jährige, von einem Erwachsenen begleitete Kinder sowie Mo-Fr für Rentner, Studenten und Dozenten gratis (außer 1.5.). Über die zahlreichen Angebote kann man sich auf der Webseite der Buchmesse informieren.

Der in Deutschland lebende Schriftsteller Ilija Trojanow stellt im Rahmen der Buchmesse seinen neuen Roman “Der Weltensammler” (Tusquets, 2008) vor. Die Buchpräsentation wird gemeinschaftlich vom Goethe-Institut Buenos Aires, dem Verlag Tusquets, der Frankfurter Buchmesse sowie der Deutschen Botschaft organisiert.

Am Sonntag, dem 27. April, um 18 Uhr, liest Ilija Trojanow im Victoria Ocampo-Saal des Ausstellungsgeländes Fragmente aus “Der Weltensammler” und diskutiert anschließend mit Gabriela Massuh und Alejandro Tantanián. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Spanisch statt. Der Eintritt zum Saal ist frei, aber es muss der Eintritt beim Betreten des Messegeländes bezahlt werden.

Am Mittwoch, dem 30. April, um 18 Uhr. findet im José Hernández-Saal des Ausstellungsgeländes im Rahmen des “Tags der Länder” die Veranstaltung “Les passeurs de frontières/Grenzenüberschreiter” statt, bei der sich Autoren, die in der Sprache ihres Adoptionslandes schreiben, präsentieren. Hier wird Ilija Trojanow in einen Dialog mit Vassilis Alexakis (Frankreich) treten. Das Gespräch findet mit der Unterstützung der Deutschen Botschaft und der Buchmesse Frankfurt statt. Der Eintritt zum Saal ist frei, aber es muss der Eintritt beim Betreten des Messegeländes bezahlt werden.

Am Freitag, dem 2. Mai, um 19.30 Uhr, wird dann zum Abschluss des Besuchs im Goethe-Institut, Av. Corrientes 319, der Dokumentarfilm “Vorwärts und nie vergessen. Ballade über bulgarische Helden” (2007, 45 Min.) von Ilija Trojanow vorgeführt. Im Anschluss wird es ein öffentliches Interview mit Trojanow und dem Journalisten Hinde Pomeraniec geben (mit Übersetzung).

Ilija Trojanow zählt derzeit zu den interessantesten deutschen Schriftstellern der mittleren Generation.

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Ausstellungs-Kalender 19.04.08-26.04.08

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Letztes Wochenende, um die Ausstellung des Schweizer Pressefotografen René Burri im Centro Cultural Borges zu sehen.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 12 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 6 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): Tarsila do Amaral, „Viajera“. 28.3.-2.6. / „Intervención 5“: Cecilia Szalkowicz, „Todo es posible II“. Bis Mai.
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Agenda de Muestras 19/04/08-26/04/08

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Último fin de semana para ver la muestra del reconocido foto reportero suizo René Burri en el Centro Cultural Borges.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 12 pesos, docentes y mayores de 65 años 6 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): Tarsila do Amaral, “Viajera”. 28.03.-02.06. / “Intervención 5”: Cecilia Szalkowicz, “Todo es posible II”. Hasta mayo.
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Faena-Preise 2008

Argentinier bei F-Preisen leer ausgegangen

Von Susanne Franz

Der mit 100.000 bzw. 50.000 Pesos höchstdotierte Kunstpreis Argentiniens, der Faena-Preis 2008, ist verliehen worden. Das schreibt Marjan Grothuis im Buenos Aires Herald vom Sonntag. Ausgeschrieben war der Preis erstmals für Künstler aus ganz Lateinamerika.

Eine hochkarätige Jury (Jessica Morgan, Carlos Basualdo und Okwui Enwezor) wählte aus 350 eingereichten Projekten den Kubaner Wilfredo Prieto (geb. 1978) zum Träger des Hauptpreises. Prieto schlug die Intervention “Opio” (Opium) vor, die den Maschinenraum des riesigen ehemaligen Getreidespeichers “Los Molinos”, der jetzt zum Faena Art District gehört, im März 2009 verändern wird.

Den zweiten Preis erhielt das auch in Argentinien sehr bekannte uruguayische Allroundtalent Martín Sastre (geb. 1976) für sein Projekt “¿Qué pretende Ud. de mi?” (Was wollen Sie von mir?, ein legendäres Zitat der argentinischen Filmdiva Isabel “Coca” Sarli). Erleben kann man Sastres Arbeit im Mai 2009.

Startschuss fürs Kinofestival

10. Internationales Festival des Unabhängigen Films (BAFICI) eröffnet

Von Susanne Franz

Mit starker deutscher und österreichischer Beteiligung ist in Buenos Aires am Dienstag das 10. Internationale Festival des Unabhängigen Films (BAFICI) eröffnet worden. Die Kinogänger erwarten bis zum 20. April 900 Vorführungen von insgesamt 427 Filmen.

Auch wegen der relativ günstigen Eintrittspreise von 6 bzw. 4 Pesos rechnet man in diesem Jahr mit einem neuen Besucherrekord: Seit Beginn des Vorverkaufs am 1. April und bis zum Start des Festivals am Dienstag wurden bereits knapp 50.000 Karten verkauft.

Für einige Filme wie “Brother” von Aleksej Balabanov (Russland) oder “I‘m A Cyborg But That‘s Ok” von Park Chan-wook (Südkorea) gibt es bereits keine Karten mehr.

Im Jahr 2006 nahmen 260.000 Menschen am BAFICI teil, 223.000 Filmfans (Gäste eingeschlossen) füllten die Säle, 175.000 Eintrittskarten wurden verkauft.

Beim diesjährigen Festival sind erneut zahlreiche deutsche und österreichische Filme sowie deutsch-internationale Koproduktionen zu sehen. Unter anderem ist dem Regisseur Romuald Karmakar eine ausführliche Retrospektive gewidmet. 21 Werke des renommierten Filmemachers werden präsentiert, darunter “Hamburger Lektionen”, “Manila” und “Der Totmacher”.

Das Festival begann mit einem Festakt im neu eröffneten Theater 25 de Mayo in Villa Urquiza.

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Ausstellungs-Kalender 12.04.08-19.04.08

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Am Donnerstag, dem 16.4., wird eine Ausstellung mit Werken von Florencia Temperley im Espacio de Arte Pasaje 17 eröffnet.

Ausstellungszentren

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Do-Mo und feiertags 12-20 Uhr, Di geschlossen, Mi bis 21 Uhr, Eintritt frei. An anderen Tagen: Eintritt 12 Pesos, Lehrer und über 65-Jährige 6 Pesos, Studenten, Kinder unter 12 Jahren und Behinderte gratis): „Contemporáneo 21: Autopsia de lo invisible“. Gastkuratorin: Sofía Hernández Chong Cuy (Mexiko). Künstler: Teresa Margolles (Mexiko), Regina José Galindo (Guatemala), Ignacio Lang (Puerto Rico), Mario García Torres (Mexiko) und Juan Manuel Echavarría (Kolumbien). 28.2.-14.4. / „Intervención 5“: Cecilia Szalkowicz, „Todo es posible II“. Bis Mai. / Tarsila do Amaral, „Viajera“. 28.3.-2.6.
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Agenda de Muestras 12/04/08-19/04/08

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El jueves 16, se inaugurará una muestra de la artista Florencia Temperley en el Espacio de Arte Pasaje 17.

Centros de exposiciones

  • MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), Av. Figueroa Alcorta 3415 (Jue-Lun y feriados 12-20 hs, martes cerrado, Miércoles hasta 21 hs, entrada libre. Los otros días: entrada 12 pesos, docentes y mayores de 65 años 6 pesos, estudiantes, menores de 12 años y discapacitados gratis): “Contemporáneo 21: Autopsia de lo invisible”. Curadora invitada: Sofía Hernández Chong Cuy (México). Artistas: Teresa Margolles (México), Regina José Galindo (Guatemala), Ignacio Lang (Puerto Rico), Mario García Torres (México) y Juan Manuel Echavarría (Colombia). 28.02.-14.04. / “Intervención 5”: Cecilia Szalkowicz, “Todo es posible II”. Hasta mayo. / Tarsila do Amaral, “Viajera”. 28.03.-02.06.
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