Das Feuer ist verloschen
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Das Volk trauert um Schnulzensänger Sandro
Von Valerie Thurner
Er war die personifizierte Leidenschaft, Identifikationsfigur einer ganzen Generation, versprühte eine grenzenlose Lebensenergie, die nun für immer verloschen ist. “Sandro de América” ist am Abend des 4. Januar im italienischen Spital in Mendoza im Alter von 64 Jahren verstorben.
Seine Stimme hatte ein eindringliches Tremolo, das selbst das trockenste Auge jedes Romantikverweigerers zu netzen vermochte. Die charismatische Präsenz war dank seiner markanten Gesichtszüge mit geschwungenem Schmollmund und dunklen, feurigen Augen obendrein auch sehr fotogen. Unzählige Filme vor allem aus den 70er Jahren bezeugen dies, wo Sandro, den stereotypen Latino-Macho mimend, Projektionsfläche für die Träume von Frauen jeder Altersklasse war. Sein Hüftschwung stand demjenigen von Elvis Presley in nichts nach, der sein Vorbild und Maßstab war.
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“Nichts hat mich so fasziniert wie Lateinamerika”, schwärmt Marco Bischof, Kurator der Fotoausstellung “Werner Bischof Imágenes”, die derzeit im Centro Cultural Borges zu sehen ist. Eine Neigung, die er mit seinem Vater geteilt hätte. Jener starb vor über 50 Jahren während einer Südamerikareise bei einem Autounfall in den peruanischen Anden. “Argentinien war sein Traumziel. Feuerland sollte die letzte Reisestation sein”, erklärt Kurator Bischof, warum die Retrospektive jetzt in Buenos Aires zu sehen ist, “aber Ushuaia ist für eine Ausstellung dieser Größe weniger geeignet.” Buenos Aires ist die zweite Station der 106 Werke umfassenden Ausstellung, die über die nächsten Jahre auf Tournee in Lateinamerika gehen soll. Gestartet hat sie in Lima, dem Ort, in dem Werner Bischof begraben liegt. Später soll sie weiter nach Kolumbien, Venezuela und Mexiko wandern.
Ein wahres Feuerwerk der Kreativität entfaltet sich im am 9. Dezember neu eröffneten “Espacio Itaú Cultural”, der nur wenige hundert Meter vom Obelisken entfernt mitten im Stadtzentrum liegt. “Hier finden Materie und Sinne zusammen”, verheißt die Ausstellung “Sinestesia”, und das ist nicht zuviel versprochen: Der lichtdurchflutete, fünf Meter hohe Raum, der sowohl zur Straße Cerrito gleich neben der 9 de Julio, als auch zur Viamonte vom Boden bis zur Decke verglast ist, erlaubt es, Werke zu zeigen, die in einer “normalen” Galerie und selbst den meisten Museen gar nicht ausgestellt werden könnten.
Die Sommerferien haben begonnen, die Stadt ist ruhiger und entspannter, man hält es gut aus mit weniger Menschen, weniger Verkehr, weniger Lärm und Smog… Sogar die Ausstellung, die wir diese Woche besonders empfehlen, ist ruhig und entspannt, man muss nicht mal aus dem Haus und durch die Hitze gehen, um sie zu sehen, sie ist nur einen Mausklick entfernt. Das wunderschöne Video
Der argentinische Star-Violinist Alberto Lysy ist am Mittwoch vergangener Woche nach schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren in der Schweiz gestorben. Der brillante Musiker, Musikpädagoge und Gründer der Camerata Bariloche (1966) war zuletzt Künstlerischer Leiter der Yehudi Menuhin-Akademie in Gstaad. Menuhin war Lysys Lehrer in Europa, nachdem der in Buenos Aires geborene Musiker ab seinem 5. Lebensjahr zunächst von seinem Vater, dann von Maestro Ljerko Spiller unterrichtet worden war. Mit der Camerata Bariloche reiste Lysy um die Welt. 1971 verließ er das Ensemble und gründete die Camerata Lysy, mit der er weitere Erfolge feierte. In Europa war Lysy Gründer mehrerer Musikfestivals in Italien. Neben der Menuhin-Akademie in Gstaad leitete er die Genfer Musiktreffen und das Europäische Zentrum für Kammermusik in Berlin. Seine Heimatstadt besuchte Alberto Lysy zuletzt vor eineinhalb Jahren, als er am Planetarium mit vielen seiner Schüler und ehemaligen Schüler ein umjubeltes Freilichtkonzert gab.



