{"id":1041,"date":"2007-05-19T16:48:30","date_gmt":"2007-05-19T19:48:30","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2007\/05\/19\/ein-ort-der-standigen-erneuerung\/"},"modified":"2007-05-19T16:57:05","modified_gmt":"2007-05-19T19:57:05","slug":"ein-ort-der-standigen-erneuerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2007\/05\/19\/ein-ort-der-standigen-erneuerung\/","title":{"rendered":"Ein &#8220;Ort der st\u00e4ndigen Erneuerung&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ank\u00fcndigung des VI. Internationalen Theaterfestivals von Buenos Aires<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image1039\" alt=Alem2.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2007\/05\/Alem2.jpg\" \/><br \/>\n<em>&#8220;Big in Bombay&#8221; hei\u00dft der deutsche Beitrag beim FIBA 2007.<\/em><\/div>\n<p>Ariane Mnouchkine, die bedeutendste Figur des zeitgen\u00f6ssischen Theaters, kommt mit dem weltber\u00fchmten Th\u00e9\u00e2tre du Soleil nach Buenos Aires und damit zum ersten Mal nach Lateinamerika &#8211; das war die Sensation bei der Ank\u00fcndigung des VI. Internationalen Theaterfestivals von Buenos Aires (Festival Internacional de Buenos Aires, FIBA). Am Freitag vergangener Woche pr\u00e4sentierten Stadtregierungschef Jorge Telerman, Kultursekret\u00e4rin Silvia Fajre und Festivaldirektorin Graciela Casab\u00e9 bei einer Pressekonferenz im Theater San Mart\u00edn das Programm des Theaterfests, das vom 4. bis zum 23. September internationales Theater h\u00f6chster Qualit\u00e4t in die argentinische Hauptstadt bringen wird.<\/p>\n<p>Neben den 11 internationalen Gastspielen stehen aber auch 29 argentinische Produktionen auf dem Programm, eine Besonderheit unter den Theaterfestivals der Welt, wie Casab\u00e9 betonte. Die Auswahl d\u00fcrfte schwergefallen sein, denn Buenos Aires ist die produktivste Theaterstadt der Welt: Etwa 25.000 Theatervorstellungen finden pro Jahr in mehr als 260 unabh\u00e4ngigen Theaters\u00e4len statt. Diese Zahlen nannte Silvia Fajre, die weiter ausf\u00fchrte, wenn im Zentrum der V. Ausgabe des Theaterfests vor zwei Jahren noch Technologie und Neue Medien gestanden h\u00e4tten, seien &#8220;Lebensgeschichten&#8221; der Schwerpunkt des Festivals in diesem Jahr. &#8220;Wer sind wir, und wie wollen wir mit anderen interagieren? Inwieweit k\u00f6nnen wir uns \u00f6ffnen, ohne unsere Identit\u00e4t zu verlieren?&#8221;, formulierte Fajre die zentralen Fragen und nannte das Theater einen &#8220;Ort der st\u00e4ndigen Erneuerung&#8221;.<\/p>\n<p>Stadtchef Jorge Telerman hatte sich in seiner Begr\u00fc\u00dfungsansprache zuvor als &#8220;Fan des Theaterfestivals&#8221; geoutet und seine Gl\u00fcckw\u00fcnsche zum diesj\u00e4hrigen 10. Geburtstag des FIBA ausgesprochen, das im Jahr 1997 mit Christoph Marthalers &#8220;Murx den Europ\u00e4er!2 er\u00f6ffnet worden war.<\/p>\n<p>Deutsches und deutschsprachiges Theater hat beim FIBA von jeher eine gro\u00dfe Rolle gespielt. Unvergesslich ist Brechts &#8220;Arturo Ui&#8221; in der Inszenierung von Heiner M\u00fcller mit dem unvergleichlichen Martin Wuttke in der Hauptrolle (das Er\u00f6ffnungsst\u00fcck 1999), oder einige Jahre sp\u00e4ter Wuttke allein in &#8220;Artaud&#8221;. Sasha Waltz brachte mit ihrem Berliner Tanztheater &#8220;Freiland&#8221; und &#8220;K\u00f6rper&#8221;, die beiden ersten St\u00fccke ihrer Trilogie, nach Buenos Aires. In der letzten Ausgabe des FIBA, 2005, schockte Frank Castorf mit seiner Tennessee Williams-Adaptation &#8220;Endstation Amerika&#8221; mit Henry H\u00fcbchen.<\/p>\n<p>Dass so hochkar\u00e4tige Ensembles kommen konnten, ist nicht zuletzt dem Goethe-Institut Buenos Aires zu verdanken, das in diesem Jahr die in Argentinien geborene und seit 1995 in Berlin lebende Choreographin Constanza Macras nach Buenos Aires bringt: In ihrer Choreographie und Regie wird das Ensemble Dorky Park das St\u00fcck &#8220;Big in Bombay&#8221; auff\u00fchren.<\/p>\n<p>Auch die Franz\u00f6sische Botschaft hat tief in die Tasche gegriffen &#8211; von den 2 Millionen Pesos Budget des Festivals stammt eine Million von Institutionen und Sponsoren -, um Ariane Mnouchkine und das legend\u00e4re Th\u00e9\u00e2tre du Soleil nach Buenos Aires zu locken. F\u00fcr ihr St\u00fcck &#8220;Les \u00c9ph\u00e9m\u00e8res&#8221; mit einer Spieldauer von acht Stunden (Pausen inbegriffen), das im alten Messezentrum, dem &#8220;Centro de Exposiciones&#8221; an den Avenidas Pueyrred\u00f3n und Alcorta gezeigt wird, bringen sie einen Stab von 70 Schauspielern und Technikern mit und einen B\u00fchnenbau, der in 13 Containern her\u00fcbergeschifft werden muss.<!--more--><\/p>\n<p>Im &#8220;Centro de Exposiciones&#8221; hat die Festivaldirektion in diesem Jahr auch einen t\u00e4glichen und n\u00e4chtlichen Treffpunkt eingerichtet, mit der Besonderheit, dass verschiedene K\u00fcnstler damit beauftragt wurden, f\u00fcr bestimmte Tage ein Ambiente zu schaffen, das ihrem k\u00fcnstlerischen Ansatz entspricht. Da darf man u.a. auf den Tag\/die Nacht gespannt sein, den der talentierte argentinische Dramaturg Mariano Pensotti gestalten wird. Pensotti zeigt im Centro Cultural Rojas \u00fcbrigens auch sein neues St\u00fcck &#8220;Interiores&#8221;. An der Festivalsektion &#8220;Presentado por&#8230;&#8221; (Vorgestellt von&#8230;) sind neben dem Rojas u.a. auch das CETC und das IUNA beteiligt. Ansonsten belegt das FIBA wie gewohnt die S\u00e4le des \u201cComplejo Teatral de Buenos Aires\u201d sowie viele andere Theaters\u00e4le der Stadt.<\/p>\n<p>Erstmals werden drei vom FIBA selbst produzierte St\u00fccke gezeigt: &#8220;La pesca&#8221; von Ricardo Bart\u00eds, &#8220;La Paranoia&#8221; von Rafael Spregelburd und &#8220;Hay algo que me golpea&#8221; (von acht Regisseuren erarbeitet); dar\u00fcber hinaus wird zum 10. Geburtstag ein Buch herausgegeben. F\u00fcr das zum zweiten Mal veranstaltete &#8220;Proyecto Cruce&#8221; &#8211; k\u00fcnstlerische Interventionen im Stadtraum &#8211; wurden aus 70 Projekten drei ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der Kartenvorverkauf f\u00fcr die internationalen Gastspiele beginnt am 8. August.<\/p>\n<p><strong>Internationale Gastspiele<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Brasilien: &#8220;Ensaio Hamlet&#8221; von Cia. Dos Atores, Regie: Enrique Diaz<\/li>\n<li>Deutschland: &#8220;Big in Bombay&#8221; von Dorky Park, Regie und Choreographie: Constanza Macras<\/li>\n<li>Frankreich: &#8220;Les \u00c9ph\u00e9m\u00e8res&#8221; von Th\u00e9\u00e2tre du Soleil, Gesamtkonzept: Ariane Mnouchkine<\/li>\n<li>Gro\u00dfbritannien\/Belgien: &#8220;Zero Degrees&#8221; von Akram Khan Company &#038; Les Ballets C. De la B., Dramaturgie: Guy Cools, Regie und Umsetzung: Akram Khan u. Sidi Larbi Cherkaoui<\/li>\n<li>Gro\u00dfbritannien: &#8220;Arditti Quartet&#8221; (pr\u00e4sentiert vom CETC)<\/li>\n<li>Italien: &#8220;Il silenzio&#8221; von Compagnia Pippo Delbono, Konzept, Regie und Texte: Pippo Delbono<\/li>\n<li>Italien: &#8220;Racconti di Giugno&#8221; von Compagnia Pippo Delbono, Konzept und Regie: Pippo Delbono<\/li>\n<li>Japan: &#8220;Kagemi&#8221; von Sankai Juku, Regie, Choreographie und Gestaltung; Ushio Amagatsu<\/li>\n<li>Mexiko: &#8220;De monstruos y prodigios&#8221; von Teatro de Ciertos Habitantes, Autor: Jorge Kuri, Regie: Claudio Vald\u00e9s Kuri<\/li>\n<li>Niederlande: &#8220;Conjunto di NERO&#8221; von Emio Greco | PC, Regie und Choreographie: Emio Greco und Pieter C. Scholten<\/li>\n<li>Polen: &#8220;The Dybbuk&#8221; von TR Warszawa, Regie: Krzysztof Warlikowsi<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Erschienen im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221; vom 19.05.07.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ank\u00fcndigung des VI. 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