{"id":1042,"date":"2007-05-19T16:56:13","date_gmt":"2007-05-19T19:56:13","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2007\/05\/19\/passiver-widerstand-zwecklos\/"},"modified":"2007-05-19T16:57:36","modified_gmt":"2007-05-19T19:57:36","slug":"passiver-widerstand-zwecklos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2007\/05\/19\/passiver-widerstand-zwecklos\/","title":{"rendered":"Passiver Widerstand zwecklos"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8220;Nadar perrito&#8221; von Reto Finger im Goethe-Institut<\/p>\n<p><em>Von Christina Liebl<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image1043\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2007\/05\/perro.JPG\" alt=\"perro.JPG\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcnf Menschen Mitte drei\u00dfig sind auf der Suche nach einer lebenswerten Zukunft. Keiner von ihnen m\u00f6chte diesen Weg alleine gehen, doch auch mit einem Partner gelingt es ihnen nicht, ihrem Leben eine Richtung zu geben. Wie der Titel &#8220;Schwimmen wie Hunde&#8221; andeutet, treiben sie unsicher und uneffektiv durch ihr Leben. &#8220;Ein Mensch, der wie ein Hund schwimmt, ist entweder ersch\u00f6pft oder hat es nie richtig gelernt&#8221;, darauf weist auch die Schauspielerin und Regisseurin Andrea Garrote hin. Diese Beschreibung l\u00e4sst sich auf die Personen des St\u00fccks \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Der Schweizer Autor Reto Finger, der 2005 den Kleist-F\u00f6rderpreis f\u00fcr junge Dramatiker f\u00fcr sein St\u00fcck &#8220;Kaltes Land&#8221; erhielt, stellt in &#8220;Nadar perrito&#8221; zwei Lebensstrategien einander gegen\u00fcber. Alle sehnen sich nach Liebe, Familie und Gl\u00fcck, und vier der jungen Leute versuchen, diese Ziele mittels Verstand zu erreichen. Je nach Charakter gehen sie dabei unterschiedlich vor: Carlota st\u00fcrzt sich in M\u00e4nnergeschichten, nachdem sie ihre siebenj\u00e4hrige Beziehung mit Roberto beendet hat. Ihre L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge beruhen zu einem grotesken Ausma\u00df auf Vernunft: So teilt sie beispielsweise die Freunde in &#8220;Carlotas Freunde&#8221;, &#8220;Robertos Freunde&#8221; und &#8220;gemeinsame Freunde&#8221; ein. Sie endet schlie\u00dflich in einer ungl\u00fccklichen Beziehung mit Juan, mit dem sie ein Kind bekommt. Ihre Freundin Ingrid sehnt sich nach der gro\u00dfen Liebe, beneidet Carlota und bleibt selbst meistens erfolglos bei den M\u00e4nnern.<\/p>\n<p>Den Gegensatz dazu bildet Roberto, der sich weigert, rational den Lebensorganisationspl\u00e4nen seiner Exfreundin Carlota nachzugeben. Er verbarrikadiert sich im Keller und weigert sich, ein normales Leben weiterzuf\u00fchren. So sitzt er in seinem Liegestuhl und wartet. Auf was, wei\u00df er wohl selbst nicht so genau.<\/p>\n<p>Die Inszenierung von Andrea Garrote setzt diese zwei Strategien auch in der Darstellung um: Auf der B\u00fchne geht das Leben der Vern\u00fcnftigen seinen Gang, w\u00e4hrend per Filmprojektion der passive Widerstand Robertos an der Wand sichtbar wird. Das Auge des Zuschauers wird durch das einfache B\u00fchnenbild kaum abgelenkt, denn im Mittelpunkt stehen die Dialoge. Wie Reto Finger selbst sagt, geht es darum, dass &#8220;die urbane Mittdreissiger-Generation sehr viel kompetenter \u00fcber ihr Leben spricht, als sie es lebt&#8221;.<\/p>\n<p>Das St\u00fcck ist noch am 24. Mai sowie dem 7. und 14. Juni, jeweils um 20 Uhr, bei freiem Eintritt im Goethe-Institut, Av. Corrientes 319, zu sehen.<\/p>\n<p><em>Erschienen im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221; vom 19.05.07.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Nadar perrito&#8221; von Reto Finger im Goethe-Institut Von Christina Liebl F\u00fcnf Menschen Mitte drei\u00dfig sind auf der Suche nach einer lebenswerten Zukunft. Keiner von ihnen m\u00f6chte diesen Weg alleine gehen, doch auch mit einem Partner gelingt es ihnen nicht, ihrem Leben eine Richtung zu geben. 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