{"id":10530,"date":"2012-02-23T15:01:03","date_gmt":"2012-02-23T18:01:03","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=10530"},"modified":"2012-03-03T15:18:20","modified_gmt":"2012-03-03T18:18:20","slug":"warten-im-nirgendwo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2012\/02\/23\/warten-im-nirgendwo\/","title":{"rendered":"Warten im Nirgendwo"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ana Alvarados poetische Inszenierung von Amancay Esp\u00edndolas &#8220;Ojos Verdes&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Karlotta Bahnsen<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/ov.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/ov.jpg\" alt=\"\" title=\"ov\" width=\"500\" height=\"316\" class=\"aligncenter size-full wp-image-10658\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/ov.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/ov-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nWie sp\u00e4t ist es? Das Wetter ist feucht-kalt, dabei ist doch Sommer, oder? Zwei Frauen warten auf einen Zug an einer Station mitten im Nirgendwo. Zun\u00e4chst stehen sie sich fremd gegen\u00fcber, die \u00c4ltere, bewaffnet mit einem Jagdgewehr, die J\u00fcngere, Schauspielerin mit Rollkoffer auf Tournee. Pl\u00f6tzlich ein Ger\u00e4usch, wie ein Fl\u00fcstern oder ein elektronisches Glitschen. Wilde Hunde oder Geister der Vergangenheit, und sie sind gef\u00e4hrlich. Bedrohung von Au\u00dfen auf der Haltestellen-Insel in einem undefinierten Raum, der sich permanent ver\u00e4ndert. Die Videoprojektionen von Silvia Maldini und die Klangkompositionen von Cecilia Candia schaffen einen eigenen amorphen Raum au\u00dferhalb des minimalistischen B\u00fchnenbildes, welches aus einer einfachen gr\u00fcnen Holzbank besteht. Das \u00f6ffnet das St\u00fcck, l\u00e4sst Raum f\u00fcr die Geschichten seiner Figuren Alcira und Estela und das Schauspiel von Estela Garelli und Mar\u00eda Zubiri, von denen man sich als Zuschauer gerne mitnehmen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wartend erinnern sich die Frauen an den Grund f\u00fcr ihre Reise. Alcira will zu einem Mann mit gr\u00fcnen Augen, der ihr einst einen Brief schrieb, Stella tourt mit einem Theaterst\u00fcck, auch sie kannte mal einen Mann mit sch\u00f6nen gr\u00fcnen Augen, glaubt sie sich zu erinnern. Die beiden Frauen scheinen pl\u00f6tzlich nicht mehr so verschieden zu sein. Ihre Geschichten weisen seltsame \u00c4hnlichkeiten auf, ihre Erinnerungen scheinen zu fusionieren. Gemeinsam lassen sie Situationen der Vergangenheit wieder zum Leben erwachen.<\/p>\n<p>Aber war es wirklich alles so? Estela ist nach eigenen Angaben eine chronische L\u00fcgnerin. Eigentlich unwichtig, denn die Realit\u00e4t des St\u00fcckes entsteht in der Begegnung seiner Figuren, im Augenblick. Was wirklich da drau\u00dfen im Dunkel der Landschaft passiert, woher die Ger\u00e4usche kommen oder ob Estela wirklich ein Fernsehstar aus einer Daily Soap ist, kann schlie\u00dflich nur vermutet werden. Sch\u00f6n ist dieser Raum, den der Dramentext l\u00e4sst und den auch das Regiekonzept gelungen hervorhebt. Grenzen d\u00fcrfen sich verschieben, und weder Klang- noch Videokunst werden illustrativ zu sehr in die Pflicht genommen und bilden so je eigene k\u00fcnstlerische Ebenen im St\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Poetik, die dabei zuweilen entsteht, und das Herzblutschauspiel der Darstellerinnen lassen \u00fcber weniger funktionierende Momente der Interaktion zwischen B\u00fchnengeschehen und Videoprojektionen hinwegsehen.<\/p>\n<p><em>(Sonntags 21 Uhr, Teatro El Extranjero, Valent\u00edn G\u00f3mez 3378, Eintritt: 60\/40 Pesos)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ana Alvarados poetische Inszenierung von Amancay Esp\u00edndolas &#8220;Ojos Verdes&#8221; Von Karlotta Bahnsen Wie sp\u00e4t ist es? Das Wetter ist feucht-kalt, dabei ist doch Sommer, oder? Zwei Frauen warten auf einen Zug an einer Station mitten im Nirgendwo. 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