{"id":11192,"date":"2012-04-22T13:16:17","date_gmt":"2012-04-22T16:16:17","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=11192"},"modified":"2012-04-22T13:19:03","modified_gmt":"2012-04-22T16:19:03","slug":"remix-der-zeichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2012\/04\/22\/remix-der-zeichen\/","title":{"rendered":"Remix der Zeichen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Theater-Erstlinge im sechsten Zyklus des Projektes &#8220;\u00d3peras Primas&#8221; im Centro Cultural Rojas<\/p>\n<p><em>Von Karlotta Bahnsen<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/dossoles.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/dossoles.jpg\" alt=\"\" title=\"dossoles\" width=\"480\" height=\"299\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11195\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/dossoles.jpg 480w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/dossoles-300x186.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><br \/>\nDas Centro Cultural Rojas zeigt im Rahmen des Projektes &#8220;\u00d3peras Primas&#8221; St\u00fccke junger K\u00fcnstler, die sich zum ersten Mal an der Regie eines Theaterst\u00fccks versuchen. Auch Luis Garay ist eigentlich Choreograf, in &#8220;La tierra tendra dos soles&#8221; setzt er sich mit dem komplexen Zeichensystem des Theaters auseinander. Seinen t\u00e4nzerischen Hintergrund merkt man dem St\u00fcck an: der K\u00f6rper spielt eine entscheidende Rolle &#8211; er steht im Mittelpunkt, nicht der Dramentext.<\/p>\n<p>Die einzige Darstellerin des St\u00fccks, Maria Alche, legt Spuren im kargen B\u00fchnenraum, die zu einer Geschichte geh\u00f6ren. Eine zerbrochene Tasse, versch\u00fcttete Tomatenso\u00dfe, der Abgrund zu hoher Abs\u00e4tze und das wiederholte Abspulen eines Dialogs zwischen Familienmitgliedern um eine schwangere Tochter. Eine lineare Handlung oder gar einen dramentypischen Spannungsbogen gibt es nicht. &#8220;Me caigo&#8221;, sagt Maria, &#8220;ich falle&#8221;. Und nochmal: &#8220;Me caigo&#8221;, dann sackt sie in sich zusammen, steht wieder auf um wieder hinzufallen. Die Wiederholungen wirken wie die \u00dcbung f\u00fcr den Ernstfall.<\/p>\n<p>Die theatertypische Illustration des Textinhalts durch eine Handlung wird hier durch zeitliche Verzerrung absurd und so als leere Konvention entlarvt. Nebenbei stellt sie gekonnt die Zeitstruktur auf den Kopf, hebelt so spannungssteigernde Mechanismen aus und wirft Fragen zu Ursache und Wirkung im B\u00fchnengeschehen auf. Anfang und Ende koexistieren im geschaffenen k\u00fcnstlichen Raum.<\/p>\n<p>Konventionen des Sprechtheaters werden von Garay gen\u00fcsslich zerlegt, neu kombiniert und dadurch im hierarchischen Zeichensystem neu bewertet. Hier werden Fragen an die Kunstform Theater gestellt, der Bruch ist Prinzip und nichts ist selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Hei\u00dft Schauspielen, den Platz eines anderen einzunehmen? Aber wer ist dieser Andere? Eine fiktive, k\u00f6rperlose Figur. Der K\u00f6rper im B\u00fchnenraum ist mittlerweile mehr wert als jede Art von psychologisch-realistischer Rollenarbeit. Wen Maria Alche darstellt, bleibt offen. Mal beschreibt sie als allwissende Erz\u00e4hlerin eine Szene von au\u00dfen, mal spricht sie alle Rollen gleichzeitig oder gibt Regieanweisungen. Der Text wird zum schieren szenischen Element in einer Polyphonie theatraler Zeichen. <\/p>\n<p>&#8220;La tierra tendra dos soles&#8221; spielt noch am 27. April sowie am 4., 11. und 18. Mai jeweils um 22 Uhr im &#8220;Cancha&#8221;-Saal des Centro Cultural Rojas, Av. Corrientes 2038, Tel.: 4954-5521. Der Eintritt kostet 20 Pesos. Infos, auch \u00fcber die anderen St\u00fccke des &#8220;\u00d3peras Primas&#8221;-Projektes, auf der <a href=\"http:\/\/www.rojas.uba.ar\/\">Webseite des Kulturzentrums<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Theater-Erstlinge im sechsten Zyklus des Projektes &#8220;\u00d3peras Primas&#8221; im Centro Cultural Rojas Von Karlotta Bahnsen Das Centro Cultural Rojas zeigt im Rahmen des Projektes &#8220;\u00d3peras Primas&#8221; St\u00fccke junger K\u00fcnstler, die sich zum ersten Mal an der Regie eines Theaterst\u00fccks versuchen. 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