{"id":11604,"date":"2012-06-02T17:08:44","date_gmt":"2012-06-02T20:08:44","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=11604"},"modified":"2012-06-26T17:10:17","modified_gmt":"2012-06-26T20:10:17","slug":"kampfer-fur-gerechtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2012\/06\/02\/kampfer-fur-gerechtigkeit\/","title":{"rendered":"K\u00e4mpfer f\u00fcr Gerechtigkeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Alfredo Bauer stellte seine als Pentalogie erschienenen &#8220;Vorg\u00e4nger&#8221; im April pers\u00f6nlich in \u00d6sterreich vor<em><\/p>\n<p>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/bauer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/bauer.jpg\" alt=\"\" title=\"bauer\" width=\"250\" height=\"178\" class=\"alignleft size-full wp-image-11605\" \/><\/a>Seine Lesereise nach \u00d6sterreich im April 2012 war wie ein kleiner Siegeszug durch die alte Heimat. Man m\u00fcsse schon lange niemandem mehr &#8220;eintrichtern&#8221;, wer <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alfredo_Bauer\">Alfredo Bauer<\/a> sei, schreibt sein Freund, der bekannte \u00f6sterreichische Autor Erich Hackl, in der Tageszeitung &#8220;junge Welt&#8221; \u00fcber den 87-j\u00e4hrigen \u00f6sterreichisch-argentinischen Kollegen, diesen &#8220;aus Wien vertriebenen Schriftsteller, der seinem Zufluchtsland Argentinien (&#8230;) tief verbunden ist (&#8230;) und zugleich internationalistisch wie kaum jemand sonst&#8221;.<\/p>\n<p>Alfredo Bauer selbst ist bescheiden, als er \u00fcber die Vorstellung seiner Pentalogie &#8220;Die Vorg\u00e4nger&#8221; erz\u00e4hlt, in der er Elemente seiner Familiengeschichte fiktionalisiert und mit geschichtlichen Ereignissen verwebt. Anstrengend sei die Reise gewesen, sagt der Autor und ist dankbar, dass seine Tochter ihn vom 19. bis 28. April auf die f\u00fcnf Lesungen in Wien, Linz, Salzburg und Innsbruck begleitet hat. Am 23. April war Erich Hackl an seiner Seite, als er das im Verlag der Theodor-Kramer-Gesellschaft Anfang April erschienene 767-Seiten-Mammutwerk im Adalbert Stifter-Haus in Linz pr\u00e4sentierte, und am 25. April, im Literaturhaus in Innsbruck, ein weiterer ber\u00fchmter Freund: der bedeutende \u00f6sterreichische Dramatiker Felix Mitterer, dessen Werk Bauer durch seine \u00dcbersetzungen auch in Argentinien und Lateinamerika bekannt gemacht hat.<\/p>\n<p>Abgesehen davon, dass \u00d6sterreich &#8220;ein Schmuckk\u00e4stchen&#8221; sei, stellt Alfredo Bauer fest, dass sich &#8220;die Denkweise der Gesellschaft von engstirnig zu offen gewandelt&#8221; habe. Das heutige starke Interesse an der Exilliteratur habe bis in die 80er Jahre gar nicht bestanden &#8211; nach Bauers Meinung &#8220;hat das die Waldheim-Aff\u00e4re ins Rollen gebracht&#8221;.<\/p>\n<p>Auch in den neuen sozialen Netzwerken findet man \u00fcberall Resonanz auf Bauers Lesereise. Zu seiner Pentalogie hei\u00dft es auf der Facebook-Seite zur Ank\u00fcndigung einer der Lesungen: &#8220;Bauers f\u00fcnfteiliger Zyklus &#8216;Die Vorg\u00e4nger&#8217; stellt eines der Hauptwerke der \u00f6sterreichischen Exilliteratur dar, eine Abrechnung mit der Geschichte von 1848 bis 1938, mit den Siegen und Niederlagen im Kampf um j\u00fcdische Emanzipation, Demokratie und soziale Gerechtigkeit in \u00d6sterreich. Auf Spanisch erschien er bereits in den 80er Jahren unter dem Titel &#8216;Los compa\u00f1eros antepasados&#8217;, nun liegt er erstmals vollst\u00e4ndig in deutscher \u00dcbersetzung vor. Bauer verwebt Zeitgeschichte und Fiktion, Familien- und Weltgeschichte, tr\u00fcgerischen Glanz und werkt\u00e4tiges Streben im Leben seiner Figuren.&#8221;<\/p>\n<p>Bauer erinnert sich, dass ihn ein Leser des ersten Bandes (erschienen 1985 unter dem Titel &#8220;Verlorene Hoffnung&#8221; im Verlag der Nation in Berlin), der die Geschichte von Alfredo Bauers Urgro\u00dfvater Adolf Beiersdorf erz\u00e4hlt, angerufen und ihn gefragt habe, ob er diesen Namen erfunden habe. Als er dies verneinte, rief der Anrufer aus: &#8220;Dann bist du mein Vetter!&#8221; Die Urgro\u00dfv\u00e4ter der beiden waren Br\u00fcder gewesen.<\/p>\n<p>Endlich hat man nun die verstreut erschienenen und zum Teil l\u00e4ngst vergriffenen B\u00e4nde in der kompletten Ausgabe auf Deutsch vorliegen. &#8220;Ein Brocken von einem Buch&#8221;, nennt Bauers Freund Erich Hackl die Pentalogie und r\u00e4t dringend, &#8220;es zur Hand zu nehmen, es aufzuschlagen und zu lesen zu beginnen, von vorn oder mittendrin&#8221;. Denn es es gehe eben nicht um verlorene Hoffnung, vielmehr sei es &#8220;die Zuversicht, die Alfredo zum Schreiben gebracht hat und am Schreiben h\u00e4lt, sein Glaube an die Kraft des geschriebenen Wortes und nat\u00fcrlich auch die \u00dcberzeugung, dass selbst die Niederlage wirkungsm\u00e4chtig werden&#8221; kann. Insofern seien die &#8220;Vorg\u00e4nger&#8221; nicht die vergangenen Gef\u00e4hrten, sondern &#8220;die, die uns vorangegangen sind, die vor uns, fr\u00fcher als wir, versucht haben, Gerechtigkeit zu schaffen&#8221;.<\/p>\n<p>(Alfredo Bauer: &#8220;Die Vorg\u00e4nger &#8211; Romanzyklus&#8221;. Verlag der Theodor-Kramer-Gesellschaft, Wien 2012, 767 Seiten, 36 Euro. Aus dem Spanischen von Alfredo Bauer und Christiane Barckhausen. Hrsg. von Monika Tschuggnall.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alfredo Bauer stellte seine als Pentalogie erschienenen &#8220;Vorg\u00e4nger&#8221; im April pers\u00f6nlich in \u00d6sterreich vor Von Susanne Franz Seine Lesereise nach \u00d6sterreich im April 2012 war wie ein kleiner Siegeszug durch die alte Heimat. 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