{"id":11622,"date":"2012-06-30T21:13:59","date_gmt":"2012-07-01T00:13:59","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=11622"},"modified":"2012-07-02T15:38:54","modified_gmt":"2012-07-02T18:38:54","slug":"handel-auf-augenhohe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2012\/06\/30\/handel-auf-augenhohe\/","title":{"rendered":"Handel auf Augenh\u00f6he"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das solidarische Projekt &#8220;Arte y Esperanza&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Paula Bonnet<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/wichi_bajo_grande.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/wichi_bajo_grande.jpg\" alt=\"\" title=\"wichi_bajo_grande\" width=\"500\" height=\"333\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11706\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/wichi_bajo_grande.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/wichi_bajo_grande-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\n&#8220;Arte y Esperanza&#8221; (Kunst und Hoffnung) fing als kleines Projekt an. Eine Gruppe von Eltern, deren Kinder mit der Schule indigene V\u00f6lker besuchten, wollten diese Kontakte vertiefen. Mittlerweile arbeiten sie seit 1986 mit der argentinischen Urbev\u00f6lkerung zusammen.<\/p>\n<p>In den ersten Jahren schickten sie Nahrungsmittel und Kleidung an die Toba- und Wichi-Gemeinschaften im Norden Argentiniens. Danach begannen sie, Kunsthandwerk der V\u00f6lker in Buenos Aires zu verkaufen.<\/p>\n<p>1995 begann ihre Zusammenarbeit mit Caritas, und ihr erster Laden in San Telmo (Balcarce 234) wurde er\u00f6ffnet. Die Produkte werden gem\u00e4\u00df der Prinzipien des Fairen Handels verkauft. \u201cAm Anfang haben wir die V\u00f6lker durch Wohlt\u00e4tigkeit unterst\u00fctzt\u201d, erkl\u00e4rt Sebasti\u00e1n Homps, der Pressesprecher von <a href=\"http:\/\/www.arteyesperanza.com.ar\/home.html\">&#8220;Arte y Esperanza&#8221;<\/a>. &#8220;Jetzt haben wir eine Beziehung auf Augenh\u00f6he.&#8221;<\/p>\n<p>Heute ist &#8220;Arte y Esperanza&#8221; ein gemeinn\u00fctziger Verein, der sehr stark gewachsen ist. Produkte von neun verschiedenen Ethnien werden verkauft. Ca. 500 Familien haben durch den Verband eine eigenst\u00e4ndige Einkommensquelle. Zwei neue Gesch\u00e4fte, eins in San Isidro (Pedro de Mendoza 587) und das andere in Retiro (Suipacha 892), zeugen vom Erfolg der Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Die Organisation besucht auch Schulen und Universit\u00e4ten, in denen sie auf die Situation, die Kultur und die Probleme der indigenen V\u00f6lker aufmerksam macht.<!--more--><\/p>\n<p>&#8220;Arte y Esperanza&#8221; verkauft viele unterschiedliche Produkte. Die Mby\u00e1-Guaran\u00ed fertigen Ringe, Armb\u00e4nder und K\u00f6rbe aus Pflanzenfasern. Die Frauen aus den Wich\u00ed-Gemeinschaften stellen Ketten, G\u00fcrtel und Ohrringe aus Samen her. Schmuckst\u00fccke aus Neusilber der Mapuches werden ebefalls gut verkauft. Aus Keramik basteln die Tobas Eulen und die Kollas Vasen. Es gibt auch Objekte aus Holz und Wolle.<\/p>\n<p>Die ersten Fair-Trade-Organisationen wurden in den vierziger Jahren in den Vereinigten Staaten gegr\u00fcndet. 1964 gab es auch in Europa eine gro\u00dfe Fairhandelsbewegung. &#8220;Arte y Esperanza&#8221; ist eine von nur wenigen Vertretern dieser Bewegung in Argentinien. Fairer Handel bedeutet Transparenz, Gleichberechtigung der Frauen und eine respektvolle und freiwillige Beziehung zwischen den Herstellern und den Konsumenten. Die Handwerker werden im Voraus bezahlt, so k\u00f6nnen sie ihre zuk\u00fcnftigen Arbeiten finanzieren. &#8220;Arte y Esperanza&#8221; bekommt auch keine Spenden.<\/p>\n<p>Der Aufbau von Kapazit\u00e4t und Know-how ist ebenfalls von Bedeutung, deshalb besuchen die Mitglieder der Organisation die verschiedenen V\u00f6lker, um Workshops zu organisieren. Die Themen sind unterschiedlich, wie z.B. Tischlerei, Neue Technologien und Finanzen.<\/p>\n<p>&#8220;Das Kunsthandwerk muss authentisch und sch\u00f6n sein, und der K\u00e4ufer soll damit gl\u00fccklich sein. Wir sprechen dar\u00fcber mit den Gemeinschaften&#8221;, sagt Homps. &#8220;Um schnell Geld zu verdienen, machen die Handwerker manchmal ungeschliffene Objekte. Sie werden sp\u00e4ter von Gro\u00dfh\u00e4ndlern sehr billig aufgekauft, und so wird die Qualit\u00e4t immer schlechter. Die Produkte sollen einen gerechten Preis haben. Nur auf dieser Basis kann der Handwerker mehr Geld verdienen&#8221;.<\/p>\n<p>Um das Kunsthandwerk teurer verkaufen zu k\u00f6nnen, versucht die Organisation, die unn\u00f6tigen Zwischenh\u00e4ndler auszuschalten. So verdient der Handwerker mehr.<\/p>\n<p>Seit vier Jahren arbeitet &#8220;Arte y Esperanza&#8221; an einem Projekt mit der &#8220;Cadena Textil Solidaria&#8221; (solidarische Textilkette), eine Organisation, die mit fair gehandelter und \u00f6kologischer Baumwolle arbeitet. Sie verkaufen T-Shirts mit Bildern von argentinischen K\u00fcnstlern und Karikaturisten wie Tute, Quino, Maitena und Milo Lockett. Die T-Shirts werden in allen Fair-Handel-Gesch\u00e4ften der Stadt verkauft.<\/p>\n<p>Der Faire Handel erm\u00f6glicht viel mehr als nur einen wirtschaftlichen Fortschritt f\u00fcr die Indigenen V\u00f6lker. \u201cDurch den Handelsverkehr erhalten wir Erkenntnisse \u00fcber die kritische Lage der Gemeinschaften und k\u00f6nnen sp\u00e4ter dar\u00fcber sprechen\u201d, erkl\u00e4rt Homps. &#8220;Die Mitglieder dieser Gemeinschaften leben in Armut und ihre Gebiete werden von der Regierung nicht anerkannt. Diese Probleme ermutigen uns, weiterzuarbeiten.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\n&#8220;Arte y Esperanza&#8221; bei den Wichis in Bajo Grande.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das solidarische Projekt &#8220;Arte y Esperanza&#8221; Von Paula Bonnet &#8220;Arte y Esperanza&#8221; (Kunst und Hoffnung) fing als kleines Projekt an. Eine Gruppe von Eltern, deren Kinder mit der Schule indigene V\u00f6lker besuchten, wollten diese Kontakte vertiefen. Mittlerweile arbeiten sie seit 1986 mit der argentinischen Urbev\u00f6lkerung zusammen. In den ersten Jahren schickten sie Nahrungsmittel und Kleidung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-11622","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft-sociedad"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11622","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11622"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11622\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11707,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11622\/revisions\/11707"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11622"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11622"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11622"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}