{"id":11832,"date":"2012-07-12T13:18:27","date_gmt":"2012-07-12T16:18:27","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=11832"},"modified":"2012-07-14T13:26:13","modified_gmt":"2012-07-14T16:26:13","slug":"verloren-und-verfolgt-in-der-fremde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2012\/07\/12\/verloren-und-verfolgt-in-der-fremde\/","title":{"rendered":"Verloren und verfolgt in der Fremde"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bafici-Gewinnerfilm von 2011 &#8220;Figuras de guerra&#8221; zeigt das Leiden und Leben von Migranten im franz\u00f6sischen Calais<\/p>\n<p><em>Von Fabian V\u00f6gtle<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/figuras_de_guerra.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/figuras_de_guerra.jpg\" alt=\"\" title=\"figuras_de_guerra\" width=\"500\" height=\"400\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11833\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/figuras_de_guerra.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/figuras_de_guerra-300x240.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nSie sind oft Monate oder Jahre unterwegs, passieren zahlreiche L\u00e4nder, k\u00e4mpfen sich ohne Trinkwasser tagelang durch die W\u00fcste und \u00fcberqueren auf einem Fischerboot das Mittelmeer Richtung Spanien oder Italien. Viele \u00fcberleben diese Torturen erst gar nicht. Am Dienstag dieser Woche starben wieder einmal 54 Fl\u00fcchtlinge aus Libyen auf offenem Meer &#8211; kurz vor der italienischen K\u00fcste.<\/p>\n<p>Viele der afrikanischen Immigranten schaffen es dennoch bis nach Europa, ihre Leidenszeit ist damit jedoch noch nicht zu Ende. Das macht der franz\u00f6sische Regisseur Sylvain George mit seinem Dokumentarfilm &#8220;Figuras de guerra&#8221; eindrucksoll deutlich. Drei Jahre lang begleitete er mit seinem Team Immigranten, die im nordfranz\u00f6sischen Calais auf eine Weiterfahrt nach England hoffen. Er l\u00e4sst die jungen M\u00e4nner aus Nigeria, Libyen oder auch Pakistan ihre Geschichten erz\u00e4hlen. Deren schreckliche Erlebnisse aus der Heimat und von ihrer jahrelangen Flucht, auf der sie zahreiche Freunde und Familienmitglieder verloren, lassen einen erschaudern. Es sind die emotionalsten Momente dieses Filmprojekts und auch eine Anklage gegen die herrschende Machtelite ihrer Staaten.<\/p>\n<p>Der schwarz-wei\u00dfe, \u00fcber zweieinhalb Stunden lange Streifen ist aber vor allem auch eine Kritik an der europ\u00e4sischen Immigrantionspolitik, allen voran an Frankreichs Regierung von Ex-Pr\u00e4sident Nicolas Sarkozy. Die Polizei wird als autorit\u00e4re Staatsmacht dargestellt, die rund um die Uhr hinter den Immigranten her ist. Dieser Eindruck wird dadurch verst\u00e4rkt, dass George mit seiner Kamera nicht von den Fl\u00fcchtlingen abr\u00fcckt und so immer deren Sicht auf die nach ihnen fahndenden Polizisten einnimmt. Diese sp\u00fcren sie in Parks und vor allem am Hafen auf, wo sich die Fl\u00fcchtlinge erhoffen, in LKWs auf einem Schiff oder einem Zug im Eurotunnel durch den \u00c4rmelkanal nach England zu kommen.<\/p>\n<p>Den H\u00f6hepunkt der gnadenlosen franz\u00f6sischen Migrationspolitik bildet die gewaltsame Aufl\u00f6sung eines von den Immigranten selbst errichteten Camps mit Zelten und H\u00fctten. Dieses wird auch gegen den Widerstand zahlreicher franz\u00f6sischer Demonstranten, die zur Solidarit\u00e4t mit den Migranten gekommen sind, fr\u00fch morgens gest\u00fcrmt.<\/p>\n<p>Wie es mit den teils minderj\u00e4hrigen Immigranten weitergeht, wird zwar nicht beantwortet, und es wird auch nicht die Geschichte eines einzelnen &#8220;erfolgreichen&#8221; Migranten, der es nach England schafft oder woanders eine Aufenthaltsgenehmigung erh\u00e4lt, geschildert. Vielmehr geht es George, dessen Dokumentarfilm auf dem Bafici-Filmfestival in Buenos Aires 2011 als &#8220;Bester Film&#8221; ausgezeichnet wurde und auch in Europa zahlreiche Preise gewann, um die Darstellung des t\u00e4glichen \u00dcberlebenskampfes der Migranten: ums Essen, um einen Schlafplatz, um ihre Verletzungen und besonders um die Angst vor der Ungewissheit.<\/p>\n<p>Der Film l\u00e4uft seit dem heutigen Donnerstag im Leopoldo Lugones-Saal des San Mart\u00edn-Theaters (Av. Corrientes 1530). Die insgesamt 16 Vorstellungen sind vom 12.2. bis zum 15.7. um 21 Uhr, vom 17.7. bis zum 22.7. um 14.30 und 18 Uhr. Weitere Informationen findet man auf der <a href=\"http:\/\/www.complejoteatral.gov.ar\/\">Hompepage des Complejo Teatral de Buenos Aires<\/a>.<\/p>\n<ul>\n<li>&#8220;Figuras de guerra&#8221; (Qu\u2019ils reposent en r\u00e9volte &#8211; Des figures de guerre) &#8211; Frankreich 2010. 153 Min. Dokumentarfilm. Regie: Sylvain George.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bafici-Gewinnerfilm von 2011 &#8220;Figuras de guerra&#8221; zeigt das Leiden und Leben von Migranten im franz\u00f6sischen Calais Von Fabian V\u00f6gtle Sie sind oft Monate oder Jahre unterwegs, passieren zahlreiche L\u00e4nder, k\u00e4mpfen sich ohne Trinkwasser tagelang durch die W\u00fcste und \u00fcberqueren auf einem Fischerboot das Mittelmeer Richtung Spanien oder Italien. Viele \u00fcberleben diese Torturen erst gar nicht. 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