{"id":11905,"date":"2012-07-17T14:08:37","date_gmt":"2012-07-17T17:08:37","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=11905"},"modified":"2012-07-28T17:49:13","modified_gmt":"2012-07-28T20:49:13","slug":"es-fliesst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2012\/07\/17\/es-fliesst\/","title":{"rendered":"Es flie\u00dft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Jeff Berlin Trio gastierte im Teatro IFT<\/p>\n<p><em>Von Mirka Borchardt<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/berlin14.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/berlin14.jpg\" alt=\"\" title=\"berlin14\" width=\"500\" height=\"333\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11906\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/berlin14.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/berlin14-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nDie Liste liest sich wie ein &#8220;Who&#8217;s Who&#8221; der internationalen Jazz-, Rock- und Bluesszene: Van Halen, Chick Corea, Rush, Frank Zappa, Bill Evans, Herbie Hancock, Chet Baker. Sie z\u00e4hlen zu denen, mit denen die drei Musiker, die heute auf der B\u00fchne des Teatro IFT stehen, schon zusammengearbeitet haben. Gro\u00dfe Erwartungen also. Das Jeff Berlin Trio wird sie nicht entt\u00e4uschen.<\/p>\n<p>Das Trio, das sind Jeff Berlin (Bass), M\u00edke Clark (Schlagzeug) und Richard Drexler (Piano). Jeff Berlin ist einer der virtuosesten und talentiertesten Bassisten der Welt. Als Sohn einer Musikerfamilie &#8211; seine Mutter war Pianistin, sein Vater Operns\u00e4nger &#8211; kam er naturgem\u00e4\u00df fr\u00fch in Kontakt mit der Musik. Und blieb ihr treu. W\u00e4hrend seiner langen Karriere arbeitete der mittlerweile 59-J\u00e4hrige mit fast allen gro\u00dfen Rock-, Funk-, Blues- und Jazzgr\u00f6\u00dfen zusammen. Offensichtlich hat das sein Ego nicht korrumpiert. In verwaschenem schwarzem Hemd, das vermutlich schon bei diversen Aufnahmen mit Frank Zappa und Mike Stern dabei war, kommt er auf die B\u00fchne und erkl\u00e4rt in sympathisch-gebrochenem Spanisch, dass er sich freut, wieder da zu sein &#8211; es ist nicht sein erstes Mal in Argentinien. Dann legen sie los.<\/p>\n<p>Die ersten f\u00fcnf Minuten sind zugegebenerma\u00dfen schwierig. Man muss sich einh\u00f6ren in diese Musik. Zun\u00e4chst klingt sie wie Fahrstuhlunterhaltung, f\u00fcr unge\u00fcbte Ohren. Erst allm\u00e4hlich sch\u00e4len sich Rhythmus und Melodiestr\u00e4nge heraus, dann beginnt der Kopf mitzunicken, die Finger trommeln den Beat und man versinkt, um immer wieder mal kurz aufzutauchen bei den Rhythmuswechseln.<\/p>\n<p>&#8220;Sollten wir den Zuh\u00f6rern nicht sagen, was wir hier eigentlich spielen?&#8221;, fragt Pianist Richard Drexler irgendwann. Er schaut ein bisschen aus wie der Weihnachtsmann, mit seinem langen wei\u00dfen Bart. &#8220;Och, n\u00f6&#8221;, sagt Berlin. &#8220;Die meisten von euch waren doch noch gar nicht auf der Welt, als wir die St\u00fccke komponiert haben.&#8221; Und dann geht es weiter.<!--more--><\/p>\n<p>Drexlers Curriculum ist nicht weniger illuster als das Berlins. Doch scheint er trotzdem &#8211; oder deswegen &#8211; kein Problem damit zu haben, im Hintergrund zu wirken. Seine Parts wirken eher wie Erg\u00e4nzungen zu Bass und Gitarre, manchmal ist er kaum herauszuh\u00f6ren. Doch ab und zu blitzt es hervor, und in diesen Momenten ist ein Hauch seiner Genialit\u00e4t zu erahnen. Leider auch nicht mehr. Und wenn man ehrlich ist, ist das auch bei Berlin der Fall. Ein paar Stellen, vor allem zum Ende hin, lassen eine Frank-Zappa-Glamour\u00f6sit\u00e4t zwar durchscheinen, doch sind das eher die Ausnahmemomente.<\/p>\n<p>Der wahre Star des Abends ist der Schlagzeuger. Bei Mike Clarks Soli schwimmt man nicht nur mit, man befindet sich im Auge des Strudels. 65 Jahre ist er alt, aber er scheint lebendiger als seine beiden Kollegen. Seine Freude am Spiel ist ansteckend, und damit tr\u00e4gt er auch seine Musikerfreunde zu einem finalen H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<p>&#8220;Das Schmutzige in der Musik suchen&#8221;, so fasst Berlin zusammen, was ihn in seinem Musikerdasein antrieb. Schmutzig ist der heutige Abend zwar weniger. Aber, um im Bild zu bleiben, durchaus flie\u00dfend. Die einzige Anmerkung, die zu machen w\u00e4re: Vielleicht sollte das Trio Mike Clark Trio hei\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jeff Berlin Trio gastierte im Teatro IFT Von Mirka Borchardt Die Liste liest sich wie ein &#8220;Who&#8217;s Who&#8221; der internationalen Jazz-, Rock- und Bluesszene: Van Halen, Chick Corea, Rush, Frank Zappa, Bill Evans, Herbie Hancock, Chet Baker. 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