{"id":1213,"date":"2007-09-29T11:50:46","date_gmt":"2007-09-29T14:50:46","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2007\/09\/29\/bollywood-im-wartesaal\/"},"modified":"2007-09-29T13:39:26","modified_gmt":"2007-09-29T16:39:26","slug":"bollywood-im-wartesaal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2007\/09\/29\/bollywood-im-wartesaal\/","title":{"rendered":"Bollywood im Wartesaal"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der deutsche Beitrag \u201eBig in Bombay\u201c beschlie\u00dft VI. Internationales Theaterfestival von Buenos Aires<\/p>\n<p><em>Von Christina Liebl<\/em><\/strong><\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image1205\" alt=Alemania.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/Alemania.jpg\" \/><br \/>\n<em>Sturm im Glashaus &#8211; Konsum und Angst werden in \u201eBig in Bombay\u201c thematisiert.<\/em><\/div>\n<p>Ein Wartesaal. Menschen, die nichts zu tun haben, die sich unterhalten oder schweigen, sitzen in einem gl\u00e4sernen Raum und warten. Von diesem Ausgangspunkt aus entstehen jedoch Bewegungen: T\u00e4nzer, S\u00e4nger und Musiker bilden Einzelgruppen, so dass man kaum noch wei\u00df, wohin man blicken soll oder welcher Szene man Aufmerksamkeit schenken soll. Erst wenn die typisch schrille, indische Popmusik ert\u00f6nt, das Ensemble in eine synchrone Choreographie \u00fcbergeht und im Stil von Bollywoodfilmen mit Hand-, Kopf- und Augenbewegungen das Publikum zu hypnotisieren und verf\u00fchren scheint, kehrt Harmonie ein.<\/p>\n<p>Doch diese Gruppent\u00e4nze dauern nur kurz und schon zerbricht wieder alles, um Themen wie Terror, Naturkatastrophen, Paranoia t\u00e4nzerisch und schauspielerisch in den Raum zu stellen.<br \/>\nPassend zum Auff\u00fchrungsland beispielsweise f\u00fcgt das Ensemble Dorky Park unter der Leitung der in Berlin lebenden Argentinierin Constanza Macras einen auf Deutsch vorgetragenen Wortschwall \u00fcber Politik und Geschichte Argentiniens, Peronismus und Menem ein, der sich in den stampfenden Schritten der T\u00e4nzer verliert und dessen Ende ungeh\u00f6rt bleibt. Im Wartesaal erz\u00e4hlt kurz darauf ein Mitglied des Ensembles auf Englisch, wie organisiert Disneyworld doch sei und dass bei einer Naturkatastrophe der unterirdische Arbeitertrupp als einzige \u00fcberleben w\u00fcrden. An sp\u00e4terer Stelle wird dieses Thema wieder aufgenommen, als die Darsteller einer nach dem anderen zusammenbricht und von einem einzigen T\u00e4nzer zu einem Menschenhaufen aufgestapelt werden. So endet der erste Teil mit Assoziationen \u00fcber eine Katastrophe. Und auch am Ende k\u00e4mpfen die Darsteller in dem Glasraum gegen einen Sturm an.<br \/>\nFilmausschnitte unterbrechen immer wieder und zeigen, wie die Gruppe in Disneyland unterwegs ist, dann mit Mickey-Mouse-Masken in Indien \u00fcber die Stra\u00dfe schlendert oder eine junge Frau \u00fcber ihre Todes\u00e4ngste beim Reisen spricht.<\/p>\n<p>In \u201eBig in Bombay\u201c verwandeln sich die T\u00e4nzer zu immer neuen Charakteren, schl\u00fcpfen in neue Masken, um sich mit einem Schlag wieder alle zu den fr\u00f6hlichen Kl\u00e4ngen indischer Popmusik zu gruppieren. In rascher Folge werden neue Szenen angedeutet und Assoziationen angeboten. Die Darsteller bewegen sich in einer Welt aus M\u00fcll, Konsum und gleichzeitiger Angst, in der am Ende jeder alleine bleibt, aber alles schon mal erlebt hat: \u201eWir kennen uns doch?\u201c<\/p>\n<p><em>Erschienen im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221; vom 29.09.07.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutsche Beitrag \u201eBig in Bombay\u201c beschlie\u00dft VI. Internationales Theaterfestival von Buenos Aires Von Christina Liebl Sturm im Glashaus &#8211; Konsum und Angst werden in \u201eBig in Bombay\u201c thematisiert. Ein Wartesaal. Menschen, die nichts zu tun haben, die sich unterhalten oder schweigen, sitzen in einem gl\u00e4sernen Raum und warten. 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