{"id":1219,"date":"2007-10-06T15:58:24","date_gmt":"2007-10-06T18:58:24","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2007\/10\/06\/ich-liebe-die-farben\/"},"modified":"2007-10-06T15:58:24","modified_gmt":"2007-10-06T18:58:24","slug":"ich-liebe-die-farben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2007\/10\/06\/ich-liebe-die-farben\/","title":{"rendered":"\u201cIch liebe die Farben\u201d"},"content":{"rendered":"<p><strong>Alfredo Plank, dem einzigen deutschen Kunstmaler in Argentinien, ist im Quinquela-Mart\u00edn-Museum eine \u201ckleine Retrospektive\u201d gewidmet<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image1220\" alt=Alfredo.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/Alfredo.jpg\" \/><br \/>\n<em>Alfredo Plank: \u201cHelena y Betsab\u00e9\u201d, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm, 2003.<\/em><\/div>\n<p>Wer am heutigen Samstag, dem 6. Oktober, das Angebot der Langen Museumsnacht wahrnimmt, sollte einen Besuch im Quinquela-Mart\u00edn-Museum im Stadtviertel La Boca einplanen. Um 19 Uhr wird hier eine Ausstellung des einzigen deutschen Kunstmalers in Argentinien, Alfredo Plank, eingeweiht. Im gro\u00dfen Mi-guel-Victorica-Saal im zweiten Stock dieses interessanten Museums wird man dann an die 30 Gem\u00e4lde Planks bewundern k\u00f6nnen, von denen das \u00e4lteste 20 Jahre zur\u00fcckdatiert und die j\u00fcngsten von 2007 stammen. \u201cEine kleine Retrospektive\u201d nennt der 1937 als Sohn deutscher Eltern in Buenos Aires geborene Maler denn auch diese Ausstellung.<\/p>\n<p>Plank, der 1959 in Argentinien die Manuel Belgrano-Kunstakademie abschloss und sich im Jahr 1974 mit einem Postgraduiertenstipendium an der Akademie der Sch\u00f6nen K\u00fcnste in M\u00fcnchen fortbildete, stellt &#8211; auch wenn es skurril klingen mag &#8211; eine perfekte Mischung aus waschechtem, gem\u00fctlichen Bayern und miss-trauischem Porte\u00f1o dar. Da er die H\u00e4lfte des Jahres in M\u00fcnchen und die andere in Buenos Aires lebt, passt er mit diesen Eigenschaften gut in die zwei so unterschiedlichen Gesellschaften. Doch da h\u00f6rt seine Anpassungsbereitschaft auch schon auf &#8211; in seiner k\u00fcnstlerischen Kreativit\u00e4t ist Plank unbeugsam unabh\u00e4ngig von allen Einfl\u00fcssen und ein leidenschaftlich anarchistischer Verfechter der individualistischen Freiheit. In seiner letzten Einzelausstellung im Jahr 2005 in der Galerie agalma.arte w\u00e4hlte er entsprechend einen Leitspruch von Antonin Artaud: \u201cIch wei\u00df, dass ich, was die brennenden Fragen der Aktualit\u00e4t angeht, alle freien Menschen auf meiner Seite habe, alle wahren Revolution\u00e4re, die die Freiheit des Einzelnen f\u00fcr wichtiger ansehen als alle anderen Errungenschaften.\u201d<\/p>\n<p>Alfredo Plank, der seine Werke seit seiner ersten Ausstellung vor fast 50 Jahren, 1958, in unz\u00e4hligen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen gezeigt hat und dessen Gem\u00e4lde sich in zahlreichen privaten und \u00f6ffentlichen Sammlungen im In- und Ausland befinden, ist ein Meister der Komposition und Farbgebung. \u201cIch mische niemals Farben, und diese Technik habe ich erfunden!\u201d, erkl\u00e4rt der jugendlich wirkende 70-J\u00e4hrige seine Arbeitsweise, immer nur reine Farbt\u00f6ne zu verwenden. \u201cIch liebe die Farben!\u201d, sagt Plank, der mit Acryl malt und in aller Herren L\u00e4nder alles kauft, was er nur bekommen kann, denn ein Farbton aus den USA ist immer ein wenig anders als der gleichnamige aus Argentinien, Frankreich oder Deutschland. So regiert dieser K\u00f6nig der Farben \u00fcber ein ganzes Reich an Farbt\u00f6nen. Mischen ist gar nicht n\u00f6tig, denn Alfredo wei\u00df intuitiv, in welchem Moment welche Farbe f\u00fcr ein im Entstehen befindliches Werk ben\u00f6tigt wird. \u201cEs ist ein Gef\u00fchl, eine Ge-wissheit, die mit der Erfahrung kommt\u201d, beschreibt er die eigenwillige und doch so perfekte Farbgebung seiner Gem\u00e4lde. Manchmal experimentiert er, bis er ganz sicher ist, genau das erreicht zu haben, was er erreichen wollte.<\/p>\n<p>Auch in der Komposition geht Alfredo Plank eigene Wege. Sind seine Portr\u00e4ts zum Gro\u00dfteil expressionistisch verhaftet, stehen sie oft in einem surrealistischen Kontext, was im Zusammenwirken mit der Plank\u2019schen Farbgebung sofort die Aufmerksamkeit und Neugierde des Beschauers weckt &#8211; der sich mit einem Gem\u00e4lde jedoch auch lange Zeit besch\u00e4ftigen kann, da sich immer wieder neue Sicht- und Interpretationsweisen er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Alfredo Planks gestalterische Kraft dr\u00fcckt sich auch in der Vielfalt seiner Themen aus. So vereint die Retrospektive Portr\u00e4ts wie das Quinquela Mart\u00edn gewidmete Gem\u00e4lde \u201cA Don Benito Chinchela Mart\u00edn\u201d (in Anspielung an den wirklichen Namen des \u201cMalers von La Boca\u201d), Selbstportr\u00e4ts wie \u201cEcce Homo &#8211; Autorretrato con pijama\u201d, Bilder aus Planks Stierkampf-Serie oder \u201cAllegro fortissimo\u201d, eine Reihe wohlbeleibter Damen in einem t\u00fcrkischen Bad &#8211; oder \u201cRugby\u201d, eine packende, dynamische Spielszene. Hat er dieses Bild wegen der momentan die Gem\u00fcter bewegenden Rugby-Weltmeisterschaft gemalt? \u201cAber nein &#8211; ich liebe Rugby! Ich habe fr\u00fcher selbst gespielt\u201d, sagt Plank &#8211; in jeder Hinsicht immer f\u00fcr eine \u00dcberraschung gut.<\/p>\n<p><em>Alfredo Plank, \u201cPeque\u00f1a Retrospectiva\u201d, Gem\u00e4lde. Museo de Bellas Artes \u201cBenito Quinquela Mart\u00edn\u201d, Av. Pedro de Mendoza 1835, La Boca. Anfahrt mit den Buslinien 64, 53, 20, 152, 29. \u00d6ffnungszeiten dienstags bis sonntags 10-18 Uhr. Vernissage: 6.10., 19 Uhr. Bis 4.11.<\/p>\n<p>Erschienen im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221; vom 06.10.07.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alfredo Plank, dem einzigen deutschen Kunstmaler in Argentinien, ist im Quinquela-Mart\u00edn-Museum eine \u201ckleine Retrospektive\u201d gewidmet Von Susanne Franz Alfredo Plank: \u201cHelena y Betsab\u00e9\u201d, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm, 2003. Wer am heutigen Samstag, dem 6. Oktober, das Angebot der Langen Museumsnacht wahrnimmt, sollte einen Besuch im Quinquela-Mart\u00edn-Museum im Stadtviertel La Boca einplanen. 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