{"id":12362,"date":"2012-08-19T16:12:59","date_gmt":"2012-08-19T19:12:59","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=12362"},"modified":"2012-08-19T16:17:03","modified_gmt":"2012-08-19T19:17:03","slug":"das-ende-der-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2012\/08\/19\/das-ende-der-geschichte\/","title":{"rendered":"Das Ende der Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine, wie Viele meinen, gar nicht sarkastische Betrachtung<\/p>\n<p><em>Von Friedbert W. B\u00f6hm<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/rating.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/rating.jpg\" alt=\"\" title=\"rating &quot;triple A&quot;\" width=\"250\" height=\"150\" class=\"alignleft size-full wp-image-12365\" \/><\/a>Es wurde vor 20 Jahren vorausgesagt. Fukuyama interpretierte den Zerfall der Sovietunion und die chinesische Wirtschaftsliberalisierung als Beginn einer Zeit immerw\u00e4hrender liberaler Demokratie und allgemeinen Wohlstands.<\/p>\n<p>Ganz so ist es noch nicht gekommen. Zwar ist die Weltwirtschaft ungeheuer gewachsen; eine halbe Milliarde Menschen in Ostasien und anderen &#8220;Schwellenl\u00e4ndern&#8221; ist in den Mittelstand aufgestiegen, und auch in den alten Industrieregionen muss man nicht aufs Auto verzichten. Allerdings hat sich eine Ungleichheit anderer Art vergr\u00f6\u00dfert: die Verteilung des Geldverm\u00f6gens.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst tat sich eine Ost-\/Westbresche auf. Im Osten produzierten intelligente, flei\u00dfige, disziplinierte und bescheidene Menschen weitaus mehr Produkte und Dienstleistungen, als sie selbst kaufen konnten. Der \u00dcberschuss wurde exportiert. Gern nahmen ihn die Menschen in den &#8220;alten&#8221; Regionen entgegen; die Sachen waren nicht viel schlechter, aber viel billiger, als die selbst unter Verh\u00e4ltnissen der 40-Stunden-Woche, des 5-Wochen-Urlaubs und der Rente mit 65 (oder erheblich fr\u00fcher) produzierten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich litten unter diesen Verh\u00e4ltnissen die eigenen Exporte, so dass keine Devisen zur Bezahlung des \u00dcberschusses zur Verf\u00fcgung standen. No problem. Statt Produkten und Dienstleistungen produzierte man also Devisen \u2013 Geld \u2013 und lieh dieses den Konsumenten, damit sie die Importe bezahlen konnten. Die Lieferl\u00e4nder erhielten so viel davon, dass sie es stapeln mussten. Nicht in den Tresoren nat\u00fcrlich, sondern in den Banken der L\u00e4nder, die das Geld gedruckt hatten. Ein perfekter Kreislauf, der alle Beteiligten begl\u00fcckte.<\/p>\n<p>Dann wiederholte sich die Geschichte in etwas kleinerem Ma\u00dfstab in Europa. Die Bresche entstand nun zwischen Norden und S\u00fcden. Dieser produzierte und jener konsumierte. Dieser finanzierte und jener verschuldete sich. Nur das mit dem Geldkreislauf lief anders. Es gab da n\u00e4mlich einen St\u00f6renfried, &#8220;Rating Agencies&#8221; genannt. Der St\u00f6renfried verhinderte, dass das Geld des \u00dcberschussbereichs ohne Weiteres an die Schuldner zur\u00fcckfloss, um neuen Konsum und neue K\u00e4ufe zu erm\u00f6glichen. Das Perpetuum Mobile stotterte.<\/p>\n<p>Nun streitet man sich in Europa seit zwei Jahren um Konsolidierung \u2013 der Norden &#8211; oder Wachstum \u2013 der S\u00fcden. Dabei ist die L\u00f6sung ganz einfach. Man braucht doch nur auf die Freunde im Westen zu h\u00f6ren, die das Problem l\u00e4ngst gel\u00f6st haben. Schlie\u00dflich steht in jedem Lehrbuch, dass die Wachstumsimpulse heutzutage ganz \u00fcberwiegend vom Konsum ausgehen. Man muss nur neues Geld drucken, um diesen zu befl\u00fcgeln.<\/p>\n<p>Dann w\u00e4re man dem Ende der Geschichte gleich viel n\u00e4her!<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nAlle wollen die Bestnote: Die Rating Agencies brachten das Perpetuum Mobile zum Stottern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine, wie Viele meinen, gar nicht sarkastische Betrachtung Von Friedbert W. B\u00f6hm Es wurde vor 20 Jahren vorausgesagt. Fukuyama interpretierte den Zerfall der Sovietunion und die chinesische Wirtschaftsliberalisierung als Beginn einer Zeit immerw\u00e4hrender liberaler Demokratie und allgemeinen Wohlstands. Ganz so ist es noch nicht gekommen. Zwar ist die Weltwirtschaft ungeheuer gewachsen; eine halbe Milliarde Menschen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-12362","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft-sociedad"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12362","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12362"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12362\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12366,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12362\/revisions\/12366"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12362"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12362"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12362"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}