{"id":12431,"date":"2012-08-29T20:34:52","date_gmt":"2012-08-29T23:34:52","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=12431"},"modified":"2012-09-01T14:51:57","modified_gmt":"2012-09-01T17:51:57","slug":"wahrnehmungsveranderung-beim-telefonanruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2012\/08\/29\/wahrnehmungsveranderung-beim-telefonanruf\/","title":{"rendered":"Wahrnehmungsver\u00e4nderung beim Telefonanruf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Minuphone 1967-2012 in der Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica<\/p>\n<p><em>Von Philip Norten<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/minuphone11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/minuphone11.jpg\" alt=\"\" title=\"minuphone11\" width=\"250\" height=\"414\" class=\"alignleft size-full wp-image-12435\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/minuphone11.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/minuphone11-181x300.jpg 181w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Der Auftrag der Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica ist es, Kunst auszustellen und zu f\u00f6rdern, die sich mit neuen Technologien besch\u00e4ftigt und diese in ihre Arbeiten einbindet. Daher war es naheliegend, dass sich die Fundaci\u00f3n stark f\u00fcr Marta Minuj\u00edns Werk Minuphone interessierte, das damals jedoch nur in der stark besch\u00e4digten Originalfassung erhalten war. Gemeinsam mit Experten des Museo Reina Sof\u00eda Madrid entschieden sich daher die Telef\u00f3nica-Stiftung und Minuj\u00edn, eine neue Version des Werkes anzufertigen, in der Aussehen und Funktionsweise des originalen Minuphones aber bestm\u00f6glich nachgeahmt werden sollten. In der Ausstellung sind nun das Original und der Nachbau zu sehen, den der Besucher auch benutzen darf und soll.<\/p>\n<p>Minuj\u00edn (*1941) war 1966 mit Hilfe eines Guggenheim-Stipendiums nach New York gekommen und hatte dort Anschluss an die Gruppe E.A.T. (Experiments in Art and Technology) um Robert Rauschenberg, Billy Kl\u00fcver, Robert Whitman und Fred Waldhauer gefunden. Die K\u00fcnstler waren beeinflusst von Gedanken des Architekturtheoretikers Buckminster Fuller, der utopische Modelle entwickelte, in denen sich Kunst und Technik verbanden mit dem Ziel, eine bessere Gesellschaft zu entwerfen. Zugleich rezipierten die K\u00fcnstler Konzepte des Medientheoretikers Marshall McLuhan, der sich mit der sensorischen Wahrnehmungsf\u00e4higkeit des Individuums besch\u00e4ftigte.<\/p>\n<p>Beide Positionen aus diesen theoretischen Debatten kann man im Minuphone wiederfinden, das erstmals 1967 in der Galerie Howard Wise ausgestellt wurde. Grundelement des Werkes ist eine gew\u00f6hnliche Telefonzelle, die damals das Stra\u00dfenbild pr\u00e4gte. Minuj\u00edn hat jedoch zahlreiche Elemente eingebaut, die einen einfachen Anruf unm\u00f6glich machen. Nachdem der Telefonzellenbenutzer (heute der Besucher der Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica) eine Nummer gew\u00e4hlt hat, wird er durch unterschiedliche Effekte von seinem geplanten Gespr\u00e4ch abgelenkt: Lichtwechsel, Wind, gef\u00e4rbtes Wasser an den Fenstern, Stimmver\u00e4nderungen und die \u00dcbertragung des Bildes des Anrufers auf einen Bildschirm im Boden der Kabine werden die Wahrnehmung des Anrufers beeinflussen.<\/p>\n<p>Minuj\u00edn verfolgt mit dem Minuphone unterschiedliche Ziele. Indem sie ihre Kunst in eine Telefonzelle integriert, wird sie demokratisiert, da herk\u00f6mmliche Zugangsschwellen zur Kunst (z.B. der wei\u00dfe Galerieraum) entfallen. Der Besucher wird zur aktiven Teilnahme aufgefordert und seine sinnliche Wahrnehmung direkt beeinflusst; in den Worten der K\u00fcnstlerin wird der Telefonanruf so zu einem &#8220;phsychedelischen Trip&#8221;. Minujin bietet dem Besucher an, aus seiner Alltagswelt auszubrechen und ein gew\u00f6hnliches funktionales Objekt neu wahrzunehmen \u2013 ob er diese Botschaft mitnimmt, bleibt letztendlich aber ihm \u00fcberlassen. Der heutige Ausstellungsbesucher muss sich, um die Botschaft des Minuphones nachzuvollziehen, zudem in die Zeit zur\u00fcckversetzen, als der Gebrauch der Telefonzelle noch allt\u00e4glich war. Daf\u00fcr wird er entsch\u00e4digt mit einem Foto, das &#8216;heimlich&#8217; von ihm im Minuphone aufgenommen wurde, und die Signatur dieser bedeutenden argentinischen K\u00fcnstlerin tr\u00e4gt.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.fundacion.telefonica.com\/es\/que_hacemos\/conocimiento\/exposiciones\/actuales\/minuphone.htm\">Marta Minuj\u00edn, &#8220;Minuphone 1967-2012&#8221;<\/a>. Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica, Arenales 1540, Buenos Aires. Mittwochs, donnerstags und freitags von 18-20 Uhr. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Minuphone 1967-2012 in der Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica Von Philip Norten Der Auftrag der Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica ist es, Kunst auszustellen und zu f\u00f6rdern, die sich mit neuen Technologien besch\u00e4ftigt und diese in ihre Arbeiten einbindet. 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