{"id":12918,"date":"2012-09-29T05:30:21","date_gmt":"2012-09-29T08:30:21","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=12918"},"modified":"2012-09-29T15:36:54","modified_gmt":"2012-09-29T18:36:54","slug":"fur-die-zukunft-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2012\/09\/29\/fur-die-zukunft-arbeiten\/","title":{"rendered":"&#8220;F\u00fcr die Zukunft arbeiten&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auf dem 10. CAAL wurde auch \u00fcber deutschsprachige Medien in S\u00fcdamerika diskutiert<\/p>\n<p><em>Von Nina Obeloer<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/caal291.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/caal291.jpg\" alt=\"\" title=\"caal291\" width=\"500\" height=\"307\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12944\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/caal291.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/caal291-300x184.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nVom vergangenen Donnerstag bis Sonntag fand zum 10. Mal das Treffen der deutsch-\u00f6sterreichisch-schweizerischen Gemeinschaften Lateinamerikas &#8211; kurz &#8220;CAAL&#8221; (Encuentro de Comunidades de Habla Alemana en Latinoam\u00e9rica) &#8211; statt, diesmal in Argentinien. Durch die vom Dachverband der deutsch-argentinischen Gemeinschaft FAAG organisierte Veranstaltung sollten die geschichtlichen Zusammenh\u00e4nge der gemeinsamen Wurzeln in Europa thematisiert und eine kulturelle Zusammenarbeit aufrechterhalten werden. Vom 20. bis 23. September fanden in Buenos Aires, Olivos, Temperley und Villa Ballester diverse Vortr\u00e4ge und Diskussionen zu kulturellen wie geschichtlichen Themen der Gemeinschaft auf Spanisch, brasilianischem Portugiesisch und Deutsch statt. So berichtete Isabel Kessler beispielsweise \u00fcber die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Wolgadeutschen, Gisela Wachnitz stellte ein Sch\u00fclerprojekt zur Ahnenforschung in Misiones vor und Dr. Eckhard Kupfer erl\u00e4uterte geschichtliche Eckdaten zur Immigration von Deutschen nach Sao Paulo.<\/p>\n<p>Begonnen hatte der Kongress mit zwei beachtenswerten Vortr\u00e4gen von Dr. Ren\u00e9 Kr\u00fcger \u00fcber den &#8220;Argentinischen Volksfreund&#8221;, der 1895 bis 1960 erschien und nun mit Hilfe des Kulturerhaltungsprogramms des deutschen Ausw\u00e4rtigen Amtes digitalisiert wurde, und die publizistische Arbeit von Pastor Jakob Riffel (1893-1958) in Argentinien. Mit diesen spannenden Ausfl\u00fcgen in die Geschichte deutschsprachiger Publikationen wurde der Pr\u00e4misse des Kongresses Leben verliehen, die Rudolf Hepe vom Organisationskomitee der FAAG in seinen Begr\u00fc\u00dfungsworten ausgesprochen hatte: &#8220;Wir wollen die Vergangenheit pr\u00e4sent haben, um f\u00fcr die Zukunft arbeiten zu k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p>Der anwesende B\u00fcrgermeister von Vicente L\u00f3pez, Jorge Macri, lobte die Arbeit der Gemeinschaft und forderte ausdr\u00fccklich die Unterst\u00fctzung des Kulturaustauschs zwischen Argentinien und anderen L\u00e4ndern. Er halte es f\u00fcr besonders wichtig, &#8220;zu wissen, was in Argentinien passiert und was in den anderen L\u00e4ndern passiert&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Wachsende Bedeutung des Onlinebereichs<\/strong><\/p>\n<p>Zum Ende des Donnerstagprogramms galt die Aufmerksamkeit ganz den deutschsprachigen Zeitungen in S\u00fcdamerika &#8211; der <a href=\"http:\/\/www.brasilpost.com.br\/\">&#8220;Brasil-Post&#8221;<\/a>, dem <a href=\"http:\/\/www.tageblatt.com.ar\/\/\/\">&#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221;<\/a>, dem <a href=\"http:\/\/wochenblatt.cc\/\">&#8220;Wochenblatt&#8221;<\/a> in Paraguay sowie dem <a href=\"http:\/\/www.condor.cl\/\">&#8220;C\u00f3ndor&#8221;<\/a> in Chile. Dr. Eckhard Kupfer von der &#8220;Brasil-Post&#8221; in Sao Paulo erkl\u00e4rte, dass die Zeitung ein Minderheitenblatt sei und dass es &#8220;systematisch abw\u00e4rts&#8221; gehe. W\u00e4hrend es laut seiner Aussage 1846 noch 65 deutschsprachige Tageszeitungen in Brasilien gab, seien es heute lediglich noch zwei &#8211; eine Wochenzeitung sowie eine, die alle 15 Tage erscheint. Auch sei die Anzeigenakquise schwieriger geworden, da selbst deutschst\u00e4mmige Unternehmen keine Marketingzukunft in den deutschen Zeitungen sehen.<\/p>\n<p>Dr. Roberto Alemann, der Direktor des &#8220;Argentinischen Tageblatts&#8221;, blickte auf die lange Geschichte der Zeitung in Argentinien zur\u00fcck, wo sie im Jahr 1889 gegr\u00fcndet wurde. Seitdem erlebte sie viele H\u00f6hen und Tiefen: Aufgrund der ablehnenden Haltung gegen\u00fcber der im Gro\u00dfteil Europas herrschenden Monarchie erlebte sie einen Anzeigenboykott. Als die Zeitung gegen\u00fcber dem Nationalsozialismus in Deutschland eine klare Oppositionshaltung einnahm, folgten ein Brandanschlag auf die Druckerei sowie Angriffe auf Redakteure. Nach Kriegsende erreichte das Blatt jedoch viele neue Leser. Auch unter der Regierung von Juan Domingo Per\u00f3n wurde das &#8220;Argentinische Tageblatt&#8221; kritisch betrachtet und wurde sogar f\u00fcr zwei Monate verboten. Seit der technischen Revolution mit Computern und Offsetdruck wurde der Mitarbeiterstab stark abgebaut. Seit 1998 ist der argentinische Teil der Zeitung auch im Internet abrufbar, wo ihn mehrere tausend Besucher &#8211; die meisten im deutschsprachigen Raum Europas &#8211; lesen. In diesem Jahr erhielt die Zeitung den Medienpreis der deutschen Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland.<\/p>\n<p>&#8220;Das Wochenblatt&#8221; in Paraguay, f\u00fcr das Jan P\u00e4\u00dfler als Vertreter angereist war, existiert erst seit drei Jahren. Die Online-Zeitung entstand fast zeitgleich mit der Einstellung der &#8220;Aktuellen Rundschau&#8221; in Paraguay. Es informiert Leser, die kein Spanisch k\u00f6nnen oder nicht spanischsprachige Medien Wort f\u00fcr Wort \u00fcbersetzen m\u00f6chten, \u00fcber Kultur, Politik und Geschichte. Der &#8220;C\u00f3ndor&#8221; in Chile wurde von Ralph Delaval vorgestellt: Die Zeitung entstand 1916 aus der Verschmelzung verschiedener kleinerer Bl\u00e4tter. Heute gibt es auch eine Online-Version.<\/p>\n<p>Dann richtete sich der Blick in Richtung Zukunft der deutschsprachigen Medien in S\u00fcdamerika. Auf die Frage, wie diese aussehe, erl\u00e4uterte Dr. Roberto Alemann das grundlegende Problem des Leserschwunds, mit dem alle Zeitungen zu k\u00e4mpfen haben: &#8220;Junge Leute, die die deutsche Sprache beherrschen, lesen keine Zeitung mehr.&#8221; Aufgrund dessen waren sich alle Experten einig: Die Onlineausgaben werden eine wachsende Bedeutung erhalten. Dr. Eckhard Kupfer schrieb den virtuellen Versionen vor allem in Brasilien aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe des Landes hohe Wichtigkeit zu, da so neue Abonnenten und Leser erschlossen werden k\u00f6nnten. Denn durch die langen Wege k\u00f6nne die gedruckte Zeitung nicht alle Regionen so schnell erreichen, wie die Informationen aktuell seien. Er f\u00fcgte auch hinzu, dass eine Wochenzeitung nur \u00fcberleben k\u00f6nne, wenn sie in die Tiefe gehe und analysiere.<\/p>\n<p>Auf die letzte Frage, ob eine Zusammenarbeit der verschiedenen deutschsprachigen Medien in S\u00fcdamerika denkbar sei, zeigten sich die anwesenden Vertreter durchweg offen und \u00e4u\u00dferten, dass sie sich eine Kollaboration, zum Beispiel in Form von Artikelaustauschen mit den jeweils anderen Zeitungen gut vorstellen k\u00f6nnten. Dabei m\u00fcsse jedoch darauf geachtet werden, dass die Themen auch f\u00fcr den Leserkreis in den entsprechenden Regionen relevant seien.<\/p>\n<p>Der Kongress wurde am Freitagmorgen im Stadtparlament offiziell er\u00f6ffnet, ging am Samstag in Temperley weiter und klang am Sonntag in Villa Ballester aus. Das elfte CAAL-Treffen wird im kommenden Jahr in Sao Paulo stattfinden.<\/p>\n<p><strong>Bild:<\/strong><br \/>\nDie Vertreter der Zeitungen (v.l.n.r.) Dr. Eckhard Kupfer, Dr. Roberto T. Alemann, Jan P\u00e4\u00dfler sowie Ralph Delaval, und der Moderator (stehend) Manfred Grashof.<br \/>\n(Foto: Nina Obeloer)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem 10. CAAL wurde auch \u00fcber deutschsprachige Medien in S\u00fcdamerika diskutiert Von Nina Obeloer Vom vergangenen Donnerstag bis Sonntag fand zum 10. Mal das Treffen der deutsch-\u00f6sterreichisch-schweizerischen Gemeinschaften Lateinamerikas &#8211; kurz &#8220;CAAL&#8221; (Encuentro de Comunidades de Habla Alemana en Latinoam\u00e9rica) &#8211; statt, diesmal in Argentinien. Durch die vom Dachverband der deutsch-argentinischen Gemeinschaft FAAG organisierte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-12918","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft-sociedad"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12918"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12946,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12918\/revisions\/12946"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}