{"id":13162,"date":"2012-10-05T18:15:49","date_gmt":"2012-10-05T21:15:49","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=13162"},"modified":"2012-10-15T15:21:57","modified_gmt":"2012-10-15T18:21:57","slug":"begegnungen-als-brucke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2012\/10\/05\/begegnungen-als-brucke\/","title":{"rendered":"Begegnungen als Br\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8220;El amigo alem\u00e1n&#8221;: Eine Liebe und vier Jahrzehnte deutsch-argentinische Geschichte<\/p>\n<p><em>Von Lara Falkenberg<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/deutsche_freund_21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/deutsche_freund_21.jpg\" alt=\"\" title=\"deutsche_freund_2\" width=\"500\" height=\"331\" class=\"aligncenter size-full wp-image-13163\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/deutsche_freund_21.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/deutsche_freund_21-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nEine Br\u00fccke verbindet Argentinien und Deutschland. Eine Br\u00fccke aus Geschichten, die von Einwanderung, Erinnerung und Identit\u00e4t erz\u00e4hlen. Und von der Liebe. Der neue Film von Jeanine Meerapfel nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in die Vergangenheit, bei der wir immer wieder \u00fcber diese Br\u00fccke laufen. &#8220;El amigo alem\u00e1n&#8221; (&#8220;Der deutsche Freund&#8221;) lief am Donnerstag in den Kinos in Buenos Aires, C\u00f3rdoba und Rosario an.<\/p>\n<p>Die deutsch-argentinische Co-Produktion f\u00fchrt durch vier Jahrzehnte gemeinsamer Geschichte. Der Film erz\u00e4hlt die Geschichte zweier Menschen, die Zeugen der politischen Umbr\u00fcche und des historischen Wandels waren. Sulamit w\u00e4chst als Tochter j\u00fcdischer Emigranten aus Deutschland im Buenos Aires der 50er Jahre auf. In dieser Stadt treffen Juden und Nazis, die aus Europa flohen, in unmittelbarer Nachbarschaft wieder aufeinander. So lernt sie Friedrich kennen, den Sohn einer deutschen Familie mit NS-Vergangenheit.<\/p>\n<p>Die Liebesgeschichte zwischen Sulamit und Friedrich ist eine Geschichte vor dem Hintergrund der Geschichte. Denn Friedrich ist von Ereignissen gepr\u00e4gt, die er selbst nie erlebt hat und f\u00fchlt sich verantwortlich f\u00fcr Taten, die er nie begangen hat. Als er herausfindet, dass sein Vater SS-Obersturmbannf\u00fchrer war, bricht er mit seiner Familie und geht nach Deutschland. Im Versuch, sich gegen die Vergangenheit zu stellen, schlie\u00dft er sich erst der Studentenbewegung der 68er und sp\u00e4ter einer argentinischen Guerrilla-Bewegung im Kampf gegen die Milit\u00e4rdiktatur an.<\/p>\n<p>Es ist sein Kampf um eine eigene Identit\u00e4t, der Kampf einer Generation, um sich der Vergangenheit zu stellen. Doch es ist zugleich der Kampf der anderen Hauptfigur, Sulamit. Sie k\u00e4mpft darum, dass Friedrich sich endlich selbst lieben kann und das Erbe des Vaters nicht als das seinige wahrnimmt. Sulamit folgt Friedrich nach Deutschland, und auch als ihre Wege sich trennen, verfolgt sie seine Spur, um ihn schlie\u00dflich im fernen Patagonien wiederzufinden. Bei dieser Suche findet sie nicht nur Friedrich, sondern auch ihren Platz in der deutschen Gesellschaft und entdeckt dort die Liebe zu ihrer argentinischen Heimat.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Regisseurin Jeanine Meerapfel ist der Film ihre Liebeserkl\u00e4rung an Argentinien. Sie wurde 1943 als Tochter deutsch-j\u00fcdischer Emigranten in Buenos Aires geboren. Wie die Protagonisten ihres Films ist sie in den 50er Jahren in einem Vorort von Buenos Aires aufgewachsen. Zugleich ist der Film jedoch eine Liebeserkl\u00e4rung an die Deutschen ihrer Generation, die sie w\u00e4hrend der 68er Zeit als Studentin in Ulm und Berlin kennenlernte. Eine Generation von Menschen, &#8220;die sich am eigenen Haarschopf gepackt haben und sich selbst aus dem Morast von Schuldgef\u00fchl und Selbsthass herausgezogen und dazu beigetragen haben, der heutigen deutschen Gesellschaft ein humanes Antlitz zu verleihen&#8221;.<\/p>\n<p>F\u00fcr Jeanine Meerapfel ist der Film eine Metapher: Eine Geschichte aus der Vergangenheit, die eine positive Vision f\u00fcr die Zukunft der Menschheit darstellt. Denn sie zeigt, dass sich Vorurteile und Feindschaft bei der Begegnung zweier Menschen verlieren und darin auch die Chance f\u00fcr die Zukunft der Menschheit liegt: Im Kennenlernen.<\/p>\n<p>&#8220;Die Liebe zwischen Sulamit und Friedrich k\u00f6nnte auch die Liebe zwischen einem Pal\u00e4stinenser und einer Israelin, oder zwischen einer Muslimin und einem Katholiken sein. Eine Liebe, die den Unterschied der Herkunft aufhebt &#8211; zum Gl\u00fcck der Menschen.&#8221;<\/p>\n<ul>\n<li>&#8220;El amigo alem\u00e1n&#8221; (Der deutsche Freund) &#8211; Deutschland\/Argentinien 2011<\/li>\n<li>100 Min.<\/li>\n<li>Drama ab 13<\/li>\n<li>Regie: Jeanine Meerapfel<\/li>\n<li>Mit Celeste Cid, Max Riemelt, Daniel Fanego, Carlos Kaspar, Katja Alemann, u.a.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nCeleste Cid und Max Riemelt in einer Szene von &#8220;El amigo alem\u00e1n&#8221;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;El amigo alem\u00e1n&#8221;: Eine Liebe und vier Jahrzehnte deutsch-argentinische Geschichte Von Lara Falkenberg Eine Br\u00fccke verbindet Argentinien und Deutschland. Eine Br\u00fccke aus Geschichten, die von Einwanderung, Erinnerung und Identit\u00e4t erz\u00e4hlen. Und von der Liebe. 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