{"id":1372,"date":"2008-02-16T13:20:26","date_gmt":"2008-02-16T16:20:26","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2008\/02\/16\/abbilder-einer-welt\/"},"modified":"2008-02-16T13:38:25","modified_gmt":"2008-02-16T16:38:25","slug":"abbilder-einer-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2008\/02\/16\/abbilder-einer-welt\/","title":{"rendered":"Abbilder einer Welt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Retrospektive \u201eUn Mundo\u201c zeigt Ren\u00e9 Burri aus neuem Blickwinkel: als K\u00fcnstler<\/p>\n<p><em>Von David Schelp<\/em><\/strong><\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image1373\" alt=Gaucho.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/Gaucho.jpg\" \/><br \/>\n<em>Ren\u00e9 Burri hat schon 1958 eine Geschichte \u00fcber die Gauchokultur in Argentinien gemacht.<\/em><\/div>\n<p>Die Bilder stecken voller Geschichten. Mit leuchtenden Augen schreitet der \u00e4ltere Mann von Abzug zu Abzug. Auf dem Kopf den Panamahut, die Leica schussbereit um den Hals baumelnd, gibt er Anekdoten zum Besten, die sich oft \u00fcber Jahre hinzogen &#8211; bevor er sie im Sekundenbruchteil des klackenden Ausl\u00f6sens seiner Kamera auf Polaroid bannte.<\/p>\n<p>Die bedeutendsten der so entstandenen Fotografien h\u00e4ngen seit vergangenem Dienstag unter dem Titel \u201eUn Mundo\u201c an den W\u00e4nden des <a href=\"http:\/\/www.ccborges.org.ar\/\">Centro Cultural Borges<\/a>. Rund 400 Aufnahmen des Schweizer Bildjournalisten Ren\u00e9 Burri, der pers\u00f6nlich zur Er\u00f6ffnung der Ausstellung anreiste, k\u00f6nnen noch bis zum 21. April gesehen werden.<\/p>\n<p>\u201eEs ist die bislang gr\u00f6\u00dfte, wichtigste und umfassendste Retrospektive von Ren\u00e9 Burri\u201d, sagt Kurator Hans-Michael Koetzle. In minuti\u00f6ser Kleinarbeit haben die Freunde in den vergangenen Jahren Bilder zusammengetragen und ein Konzept erarbeitet.Das Ergebnis dieses Marathons wurde 2004 erstmals in Paris pr\u00e4sentiert, Berlin, Lausanne, Z\u00fcrich, Manchester, Mailand, Havanna und Mexico-City folgten. Koetzle erkl\u00e4rt: \u201cWir haben versucht, Ren\u00e9 Burri nicht mehr nur als den Bildjournalisten, den Chronisten des 20. Jahrhunderts, den Fotografen von Che Guevara vorzustellen &#8211; sondern tats\u00e4chlich als K\u00fcnstler.\u201d<\/p>\n<p>Argentinien ist kein unbekanntes Terrain f\u00fcr Burri. \u201cVier, f\u00fcnf Mal. Ich wei\u00df gar nicht mehr, wie oft ich schon hier war.\u201d F\u00fcr die Ausstellung in Buenos Aires haben der Altmeister und sein Kurator daher einige Fotos dieser Reisen ausgew\u00e4hlt. \u201cRen\u00e9 Burri hat schon 1958 eine gro\u00dfe Geschichte \u00fcber die Gauchokultur gemacht\u201d, sagt Koetzle. \u201cDas war der Beginn seiner Liebe zu Argentinien.\u201d<\/p>\n<p>Die G\u00e4ste folgen Burri derweil von Motiv zu Motiv und lauschen. Gerade erz\u00e4hlt er, wie er nach jahrelangem Versuchen und tausenden Autokilometern den Maler Pablo Picasso vor die Linse kriegte. \u201eIn meinem alten Volkswagen war ich von San Sebasti\u00e1n im spanischen Baskenland nach N\u00eemes gefahren, als ich h\u00f6rte, dass Picasso dort sei\u201c, beginnt Burri. \u00dcberm\u00fcdet kam er eine Nacht sp\u00e4ter in einem kleinen Hotel an, die Kameras immer noch \u00fcber der Schulter. \u201eIch wollte nur noch schlafen, da schubst mich eine Frau durch die T\u00fcr in ein Zimmer. Ich drehe mich um &#8211; und da ist er: Picasso, der es sich auf dem Bett gem\u00fctlich gemacht hat.\u201c Burri war sofort wieder hellwach, machte eine fragende Geste mit dem Fotoapparat. \u201ePicasso sagte: \u201aYes.\u2018 Da habe ich angefangen zu knipsen.\u201c<\/p>\n<p>Es sind diese Bilder von Ikonen wie Picasso oder Ernesto \u201eChe\u201c Guevara, den er mit der Zigarre im Mund fotografierte, die Burri weltweit ber\u00fchmt machten. Voller Leben sind jedoch auch die unz\u00e4hligen Momentaufnahmen, in denen sich der Z\u00fcricher dem Alltag der Menschen n\u00e4hert. Eine stillende Mutter, die aus einem Zugfenster blickt. Ein Junge, der gedankenverloren eine Skulptur betrachtet. Durch Burri werden sie Teil einzigartiger Kompositionen, erhalten eine v\u00f6llig neue und eigene \u00c4sthetik. Wie ihm dies gelingt, umschreibt Burri in einem Satz: \u201eIch interessiere mich f\u00fcr die Menschen.\u201c<\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image1375\" alt=Burri03.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/Burri03.jpg\" \/><br \/>\n<em>Ren\u00e9 Burri fotografiert sich mit der neuen Schweizer Botschafterin in Argentinien, Carla Del Ponte, am Dienstag bei der Ausstellungser\u00f6ffnung im Centro Cultural Borges.<br \/>\n(Foto: David Schelp)<\/em><\/div>\n<p><em>Erschienen im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221; vom 16.02.08.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Retrospektive \u201eUn Mundo\u201c zeigt Ren\u00e9 Burri aus neuem Blickwinkel: als K\u00fcnstler Von David Schelp Ren\u00e9 Burri hat schon 1958 eine Geschichte \u00fcber die Gauchokultur in Argentinien gemacht. Die Bilder stecken voller Geschichten. Mit leuchtenden Augen schreitet der \u00e4ltere Mann von Abzug zu Abzug. 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