{"id":14100,"date":"2012-12-14T17:47:59","date_gmt":"2012-12-14T20:47:59","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=14100"},"modified":"2012-12-26T17:52:43","modified_gmt":"2012-12-26T20:52:43","slug":"wo-gehorst-du-hin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2012\/12\/14\/wo-gehorst-du-hin\/","title":{"rendered":"Wo geh\u00f6rst du hin?!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Identit\u00e4t und Subkultur standen beim 5. PASCH-Jugendcamp vom 2. bis 8. Dezember in Villa General Belgrano im Mittelpunkt<\/p>\n<p><em>Von Lisa Rauschenberger<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/pasch03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/pasch03.jpg\" alt=\"\" title=\"pasch03\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"aligncenter size-full wp-image-14102\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/pasch03.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/pasch03-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nDer Regisseur Wolf Gresenz schaut besorgt zum Himmel. Dort t\u00fcrmen sich schon seit ein paar Stunden dunkle Wolken auf. Auch der Wind weht immer st\u00e4rker. Ein Unwetter ist im Anmarsch. Die Frage ist nur, wann es ausbricht. Das Kamerateam beeilt sich, mit dem Dreh weiterzumachen. Die Liebesszene ist schon im Kasten, genau wie die Szenen des Puppentheaters und der Street Artists. Jetzt kommen noch die Beat Boxer, die Breakdancer und nat\u00fcrlich die Lehrer dran. Eine Woche lang haben sich die Teilnehmer aller Workshops auf diesen Moment vorbereitet: Sie haben Choreographien einge\u00fcbt, Raps auf Deutsch geschrieben, Kulissen gebastelt. All das f\u00fcr das Musikvideo, das beim SommerCamp der Initiative &#8220;Schulen: Partner der Zukunft&#8221; (PASCH) entstehen soll. Dieses Jahr findet das Camp schon zum f\u00fcnften Mal statt.<\/p>\n<p>85 Sch\u00fcler aus Argentinien, Brasilien, Chile, Mexiko, Paraguay und Uruguay sind zusammen mit ihren Lehrern nach Villa General Belgrano in der Provinz C\u00f3rdoba gereist.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit der Projektleiterin Ines Patzig-Bartsch aus dem PASCH-B\u00fcro Buenos Aires hat der Berliner Regisseur Wolf Gresenz das Konzept f\u00fcr den Videoclip entwickelt: Ein &#8220;Culture Clash&#8221; zwischen dem Brauchtum, wie es in einigen deutschen Siedlungen in Argentinien noch immer gepflegt wird, und der modernen urbanen Subkultur.<\/p>\n<p>Der Clip erz\u00e4hlt die Geschichte von Ihab und Maria. Maria lebt im D\u00f6rfchen Villa General Belgrano in Argentinien, sie liebt Volkstanz und Trachten. Ihre Gro\u00dfeltern sind vor mehr als einem halben Jahrhundert mit dem Schiff nach Argentinien gekommen. Auch Ihabs Eltern haben eine Schifffahrt hinter sich &#8211; nur war das keine Reise, sondern eine Flucht. Sie sind vor dem B\u00fcrgerkrieg im Libanon nach Deutschland geflohen. Seitdem lebt Ihab in Berlin. Er liebt Breakdance, Rap und Schlabberklamotten.<\/p>\n<p>Ihab ist eine fiktive Figur. Angelehnt aber ist seine Geschichte an die des Berliner Breakdancers Maradona Akkouch. Auch Maradonas Eltern sind aus dem Libanon nach Deutschland gekommen, wo Maradona vor 18 Jahren im Berliner Bezirk Neuk\u00f6lln geboren wurde. Maradona hat sein ganzes Leben in Deutschland verbracht. Trotzdem hat er keinen deutschen Pass. Lange Zeit waren er und seine Familie in Deutschland nur geduldet, konnten jederzeit abgeschoben werden. Jetzt hat er eine Aufenthaltsgenehmigung, die ihm zumindest f\u00fcr die Zeit seiner Ausbildung garantiert, dass er in Deutschland bleiben darf.<\/p>\n<p>Auch Maradona ist nach Villa General Belgrano gekommen. Er bringt zusammen mit seinem Trainer Ivan Stevanovic den Sch\u00fclern die Grundlagen des Breakdance bei. Maradona ist ein Ausnahme-Breakdancer. Er tanzt schon seit seiner Kindheit und hat in Deutschland zahlreiche Titel abger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Beim Sommercamp in Villa General Belgrano geht es nicht nur ums Deutschlernen. &#8220;Wir n\u00e4hern uns mit den Camps jedes Jahr dem aktuellen Deutschlandbild\u00b7, erkl\u00e4rt Ines Patzig-Bartsch, Leiterin von PASCH in der Region Cono Sur. \u00b7Dieses Jahr wollten wir Menschen einladen, die Deutsche sind, aber nicht im klassischen Sinne deutsch, so wie man sich das hier in der Region vorstellt.&#8221;<\/p>\n<p>So treffen in Villa General Belgrano die \u00f6rtliche Volkstanzgruppe auf die Jugendlichen vom Breakdance-Workshop, bayrische Volksmusik auf Hip Hop und Street Art auf rustikale Schwarzwald\u00e4sthetik.<\/p>\n<p>\u00c1ngel (16) aus Puebla in Mexiko hat am Beat Box-Workshop teilgenommen. Er hat selbst Raps auf Deutsch geschrieben. Zum Beweis legt er gleich los: &#8220;Ich komme aus einem Land ohne Namen und ich habe an dich nur eine Frage. Nimm es mir nicht \u00fcbel, wenn ich dir das so jetzt sage. Mein Identit\u00e4tsverlust ist, was ich nicht ertrage.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Wo geh\u00f6rst du hin?!&#8221; hei\u00dft der Videoclip. Dass dies nicht unbedingt eine Frage des Passes ist, den man besitzt, d\u00fcrfte den Jugendlichen bei dem Camp klar geworden sein.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nDer Berliner Breakdancer Maradona Akkouch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Identit\u00e4t und Subkultur standen beim 5. PASCH-Jugendcamp vom 2. bis 8. Dezember in Villa General Belgrano im Mittelpunkt Von Lisa Rauschenberger Der Regisseur Wolf Gresenz schaut besorgt zum Himmel. Dort t\u00fcrmen sich schon seit ein paar Stunden dunkle Wolken auf. Auch der Wind weht immer st\u00e4rker. Ein Unwetter ist im Anmarsch. 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