{"id":14637,"date":"2013-02-08T13:07:21","date_gmt":"2013-02-08T16:07:21","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=14637"},"modified":"2013-02-09T13:08:48","modified_gmt":"2013-02-09T16:08:48","slug":"karneval-in-buenos-aires","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/02\/08\/karneval-in-buenos-aires\/","title":{"rendered":"Karneval in Buenos Aires"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die f\u00fcnfte Jahreszeit in der argentinischen Hauptstadt: ein Ventil f\u00fcr mangelhafte Zust\u00e4nde<\/p>\n<p><em>Von Chiara Kettmeir<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/carnaval11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/carnaval11.jpg\" alt=\"\" title=\"carnaval11\" width=\"250\" height=\"188\" class=\"alignright size-full wp-image-14650\" \/><\/a>Kunst hat schon immer eine herausragende Rolle gespielt, wenn es darum ging, sich kritischen oder kontroversen Themen konfrontativ zu stellen. Sie erweist sich als eine hervorragende M\u00f6glichkeit, private, psychologische, historische oder soziale Strukturen zu beleuchten und eine kritische Sicht der Dinge einzunehmen.<\/p>\n<p>Der Karneval ist eine Art sozialer Kunstform, die insbesondere im momentan schwierigen Umfeld von Buenos Aires als Ventil vielf\u00e4ltiger Missst\u00e4nde dient. Er bietet eine \u00e4sthetische Erfahrung voller lautstarker Emotionen, auffallender Farben und Formen und provozierender Freuden, ist aber zugleich auch ein subversiver Verweis, ein Anklingen von etwas, das nicht sein darf.<\/p>\n<p>Mit viel nackter Haut, prachtvollen, eigenh\u00e4ndig gen\u00e4hten Kost\u00fcmen, schrillen Farben und rhythmischer Musik l\u00e4sst sich das freudige Beisammensein auf den Stra\u00dfen der Haupststadt Buenos Aires beschreiben. 112 Murgas &#8211; das sind Gruppen von S\u00e4ngern, Trommlern und T\u00e4nzern aus den jeweiligen Vierteln &#8211; treten in 37 verschiedenen Paraden seit vergangenem Samstag, 2. Februar, auf. Bis 12. Februar hat man die M\u00f6glichkeit, die Murgas bei ihren Paraden zu begleiten und sich der positiv wirkenden Stimmung hinzugeben. Was im ersten Moment als reiner Klamauk erscheint und feuchtfr\u00f6hlich begossen wird, kommt auf den zweiten Blick &#8211; oder wohl eher auf das zweite Ohr &#8211; einer bitters\u00fc\u00dfen Parodie auf die argentinische Realit\u00e4t nahe. Mit Sarkasmus werden regierungskritische Themen des letzten Jahres aufgegriffen.<\/p>\n<p>Im Jahr 1997 zum Kulturerbe und seit 2011 auch als offizieller Feiertag (dieses Jahr: 11.\/12. Februar) deklariert, findet der Karneval von Buenos Aires seinen Ursprung im volkst\u00fcmlichen K\u00f6lner Karneval. Europ\u00e4ische Einwanderer aus dem Rheinland \u00fcberlieferten vor \u00fcber 150 Jahren ihre Tradition, die sich sodann mit der Musik der ehemaligen afro-amerikanischen Sklaven zu einer eigenst\u00e4ndigen Volkskultur vereinigte. So erkl\u00e4rt sich auch das typische Kost\u00fcm, das aus einem Seidenfrack, Handschuhen, Hut und Stock besteht und die Verrenkungen \u00e4hnelnden Bewegungen. Anscheinend ein Erbe der Zeit, als Sklaven heimlich in die Gew\u00e4nder ihrer Herren schl\u00fcpften und sich mit \u00fcbertriebenen Bewegungen \u00fcber sie lustig machten.<\/p>\n<p>Ein buntes Treiben, das insbesondere in Zeiten wirtschaftlichen und politischen Unmutes, dem Volk eine &#8211; alternative &#8211; Stimme gibt.<\/p>\n<p>Programm (auf Spanisch) <a href=\"http:\/\/blogs.buenosaires.gov.ar\/barrioxbarrio\/category\/carnaval-porteno\/\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die f\u00fcnfte Jahreszeit in der argentinischen Hauptstadt: ein Ventil f\u00fcr mangelhafte Zust\u00e4nde Von Chiara Kettmeir Kunst hat schon immer eine herausragende Rolle gespielt, wenn es darum ging, sich kritischen oder kontroversen Themen konfrontativ zu stellen. 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