{"id":15333,"date":"2013-04-17T14:07:40","date_gmt":"2013-04-17T17:07:40","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=15333"},"modified":"2013-04-20T14:42:33","modified_gmt":"2013-04-20T17:42:33","slug":"atomverseuchter-sudural","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/04\/17\/atomverseuchter-sudural\/","title":{"rendered":"Atomverseuchter S\u00fcdural"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gespr\u00e4ch mit Sebastian Mez \u00fcber seinen Dokumentarfilm &#8220;Metamorphosen&#8221;, der auf dem 15. <a href=\"http:\/\/festivales.buenosaires.gob.ar\/festivales\/v3\/web\/index.php\/index.html\">BAFICI<\/a> im internationalen Wettbewerb l\u00e4uft<\/p>\n<p><em>Von Jana M\u00fcnkel<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/sebastian_mez.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/sebastian_mez.jpg\" alt=\"\" title=\"sebastian_mez\" width=\"250\" height=\"250\" class=\"alignright size-full wp-image-15334\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/sebastian_mez.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/sebastian_mez-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Sagt Ihnen Majak etwas? Nein? Dort ereignete sich 1957 der drittgr\u00f6\u00dfte Atomunfall weltweit nach Tschernobyl und Fukushima. Sebastian Mez hat \u00fcber die stark radioaktiv belastete Gegend im S\u00fcdural eine ebenso beeindruckende wie beklemmende Dokumentation gedreht. Er hat k\u00fcrzlich sein Studium an der Filmakademie Baden-W\u00fcrttemberg beendet und landete mit seinem Abschlussfilm einen Volltreffer. &#8220;Metamorphosen&#8221; reist von einem Festival zum anderen und Mez reist mit.<\/p>\n<p>Auf dem Sofa des BAFICI-Pressebereichs sitzt ein junger Mann in Jeans und T-Shirt, der angenehm unkompliziert drauflosplaudert und gleichzeitig sehr \u00fcberlegt von seinem Film spricht. Drei Wochen nach Fukushima sei er nach Japan geflogen, um zu drehen &#8211; und scheiterte, weil er das Land und die Kultur nicht kannte. Zur\u00fcck in Deutschland recherchierte er weiter und stie\u00df auf den totgeschwiegenen Majakunfall: &#8220;Es ist nicht so, dass das Thema g\u00e4nzlich unbekannt ist. [&#8230;] Aber aus irgendeinem Grund, den ich auch nicht kenne, wurde nie im Zuge von Fukushima \u00fcber Majak berichtet.&#8221;<\/p>\n<p>Zusammen mit seiner Regieassistentin und \u00dcbersetzerin drehte er vor Ort, verbrachte zun\u00e4chst viel Zeit mit den Menschen, &#8220;um das Vertrauen der Leute zu gewinnen&#8221;. Er dokumentierte das Leben, f\u00fchrte Gespr\u00e4che, die er kunstvoll aus dem Off einflicht, filmte die Landschaft. Ganz bewusst setzt Mez filmische Mittel ein, um etwas zu transportieren: Die Dokumentation ist in Schwarz-Wei\u00df gedreht, dar\u00fcber hinaus wurden auf der Tonebene naturalistische Ger\u00e4usche \u00fcberh\u00f6ht, Kontraste verst\u00e4rkt. Auch Filmkorn wurde k\u00fcnstlich in das Bild implementiert.<\/p>\n<p>&#8220;Es ist ein permanentes Rauschen im Bild sp\u00fcrbar. An den Stellen, an denen die Strahlung h\u00f6her war, ist das Rauschen viel st\u00e4rker als an anderen Stellen. Es ging in dem Film ganz klar um Artifizierung, weil diese ganze Gegend dort durch die Strahlung k\u00fcnstlich aufgeladen ist. Die Bildebene kommt unnat\u00fcrlich daher, so wie ich auch vor Ort diese Gegend als unnat\u00fcrlich empfunden habe.&#8221; Und das funktioniert: Man sieht teilweise wundersch\u00f6ne Bilder, die gleichzeitig etwas unterschwellig Unheimliches transportieren. O-T\u00f6ne von schwarz geborenen und schnell sterbenden Babies, ein schmerzhaft laut knatterndes Strahlenmessger\u00e4t und die Nahaufnahme von Gesichtern der dort lebenden Menschen verfehlen ihre Wirkung nicht.<\/p>\n<p>Dass der Film auf dem BAFICI l\u00e4uft, freut Sebastian Mez: &#8220;Ich habe mich tierisch gefreut, weil es wirklich einen ganz tollen Ruf hat. Und dass das Publikum so filminteressiert ist, best\u00e4tigt das.&#8221; Auf eine Redaktion, die den erfolgreichen Film ins Fernsehen bringt, wartet er jedoch bislang vergebens. Dass &#8220;Metamorphosen&#8221; f\u00fcr ein Umdenken in der Atomenergiedebatte in Japan sorgt, bezweifelt er: &#8220;Ich bin Realist.&#8221; Trotzdem m\u00f6chte er mit dem Film die Debatte verst\u00e4rken und etwas bewegen.<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob er schon neue Projekte angeht, grinst Sebastian Mez verschmitzt. Er habe ein paar Themen auf Lager und arbeite auch szenisch an einem Drehbuch. Etwas Konkreteres m\u00f6chte er noch nicht verraten. Macht nichts, wir werden sicher bald wieder von ihm h\u00f6ren, oder besser: sehen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/metamorphosenbild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/metamorphosenbild.jpg\" alt=\"\" title=\"metamorphosenbild\" width=\"500\" height=\"269\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15335\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/metamorphosenbild.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/metamorphosenbild-300x161.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><\/p>\n<p>Erfolgreich mit &#8220;Metamorphosen&#8221;: Sebastian Mez.<\/p>\n<p>Achtung verstrahlt: Kontraste einer Winterlandschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gespr\u00e4ch mit Sebastian Mez \u00fcber seinen Dokumentarfilm &#8220;Metamorphosen&#8221;, der auf dem 15. 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