{"id":15601,"date":"2013-05-09T15:30:03","date_gmt":"2013-05-09T18:30:03","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=15601"},"modified":"2013-05-13T15:31:18","modified_gmt":"2013-05-13T18:31:18","slug":"in-der-geometrie-fuhle-ich-mich-zu-hause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/05\/09\/in-der-geometrie-fuhle-ich-mich-zu-hause\/","title":{"rendered":"&#8220;In der Geometrie f\u00fchle ich mich zu Hause&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Streifzug durch die argentinisch-schweizerische Welt der abstrakten Kunst<\/p>\n<p><em>Von Jana M\u00fcnkel<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/kuppel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/kuppel.jpg\" alt=\"\" title=\"kuppel\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15616\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/kuppel.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/kuppel-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\n&#8220;Geometr\u00eda &#8211; Desv\u00edos y desmesuras&#8221;, so lautet der Name einer Ausstellung im Espacio de Arte der Fundaci\u00f3n Osde, die am Donnerstag vergangener Woche er\u00f6ffnet wurde. Der Kontrast k\u00f6nnte nicht gr\u00f6\u00dfer sein: Schon w\u00e4hrend die Besucher die alten, schmiedeeisernen Treppen hinaufklettern, werden bunte Fensterscheiben in der Treppenhauskuppel sichtbar. In den Ausstellungsr\u00e4umen angelangt, wartet eine farbige Vielfalt, wie sie abwechslungsreicher kaum sein k\u00f6nnte: Gem\u00e4lde, Skulpturen, Installationen wollen bestaunt werden. Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft stattfindet, ist eine Hommage an das hundertj\u00e4hrige Bestehen der abstrakten Kunst. Im Jahr 1913 n\u00e4mlich verleitete die erste gro\u00dfe Ausstellung abstrakter Kunst in Russland die gesamte russische Avantgarde dazu, von nun an kubistische Elemente in ihre Arbeiten einzubauen.<\/p>\n<p>Der Titel der Ausstellung in der Fundaci\u00f3n Osde l\u00e4sst sich frei \u00fcbersetzen mit &#8220;Umwege und Grenz\u00fcberschreitungen&#8221;. Letzteres ist Programm: 17 argentinische und f\u00fcnf Schweizer K\u00fcnstler sind zu Gast und stellen ihre Werke aus.<\/p>\n<p>Die Schweizer Kunsthistorikerin und international erfahrene Kuratorin Danielle Perret betont in ihrer Begr\u00fc\u00dfung die Wichtigkeit, Kunst auch \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg zu zeigen und erw\u00e4hnt die Bedeutung des Espacio de Arte gerade f\u00fcr junge K\u00fcnstler. Drei Komponenten spielten f\u00fcr die konkrete Kunst eine besondere Rolle: Farbe, Material und Raum. Als Besucher ist es spannend, genau diese Eigenschaften in den Werken auf immer neue Art und Weise verwirklicht zu sehen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/zech11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/zech11.jpg\" alt=\"\" title=\"zech11\" width=\"250\" height=\"188\" class=\"alignright size-full wp-image-15620\" \/><\/a>Die argentinische K\u00fcnstlerin Carola Zech zum Beispiel, die j\u00fcngst eine eigene Ausstellung im Centro Cultural Recoleta hatte, arbeitet viel mit magnetischen Materialien. Ihre Arbeit besteht aus bunten Metallst\u00fccken, die vertikal an der Wand h\u00e4ngen sowie eine S\u00e4ule umschlie\u00dfen und ausschlie\u00dflich durch Magneten zusammengehalten werden. Sie sei zun\u00e4chst in den Raum gegangen, um zu sehen, ob sie eine Idee habe, erz\u00e4hlt sie in bemerkenswertem Deutsch. Ihre Haltung zu den Komponenten &#8220;Farbe, Raum, Material&#8221;? &#8220;Vor allem die Mischung interessiert mich. Meine Arbeit besteht aus Eisen, das mit Autolackfarben bespritzt wird. Dazu gehe ich in eine gro\u00dfe Fabrik, dort wird mir damit geholfen. Auch die Industrie ist also sehr wichtig f\u00fcr meine Kunst.&#8221; Sie freut sich \u00fcber den argentinisch-schweizerischen Dialog, da doch beide L\u00e4nder eine starke Tradition in Verbindung mit der Abstraktion h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Die Arbeit des vor allem in Europa bekannten Schweizers Beat Zoderer ist bereits im Treppenhaus zu sehen: Er hat die f\u00fcnf Fenster der gro\u00dfen runden Kuppel mit bunter Folie beklebt, aus der er runde Kreise verschiedener Gr\u00f6\u00dfe herausgeschnitten hat. Der im Kanton Aargau lebende K\u00fcnstler, der auch f\u00fcr den Innenhof des deutschen Bundestags eine bunte Pavillonskulptur entworfen hat, ist zum dritten Mal in Buenos Aires, jedoch das erste Mal f\u00fcr ein Projekt. Es sei spannend, in diesem Kontext das L\u00e4nder\u00fcbergreifende in der konstruktiven, abstrakten Kunst zu sehen, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/zoderer11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/zoderer11.jpg\" alt=\"\" title=\"zoderer11\" width=\"250\" height=\"188\" class=\"alignright size-full wp-image-15621\" \/><\/a>Mithilfe von Fotos und einem Grundriss konnte er von der Schweiz aus schon planen und ihm fiel sofort die architektonische Besonderheit des Geb\u00e4udes ins Auge. &#8220;Die Eingangssituation ist ja sehr speziell. Man kommt hinein und sieht in diese Kuppel und dann geht man die Treppe hoch und ist pl\u00f6tzlich in der Ausstellung.&#8221; Diese zwei Blicke, der von innen und der von au\u00dfen, interessieren ihn am meisten. Und es ist richtig: Das Spannende an der Ausstellung sind die vielen Perspektiven und Raumauffassungen, die man als Besucher angeboten bekommt und die man sich auch selber suchen kann. Das macht f\u00fcr Zoderer auch die abstrakte Kunst aus, &#8220;denn die Figuration erz\u00e4hlt immer Geschichten.&#8221; Und es ist gerade das Nichtfigurative, das es erlaubt, eigene Empfindungen zuzulassen. Dazu passt auch der Titel der Ausstellung. Die Geometrie ist die &#8220;Lehre von den ebenen und r\u00e4umlichen Gebilden&#8221;, nichts weiter. Auch Zoderer ist zufrieden: &#8220;Damit f\u00fchle ich mich zu Hause.&#8221;<\/p>\n<p>Zwischen all den Installationen, Skulpturen und Wandobjekten sticht das Werk eines K\u00fcnstlers ganz besonders heraus. Gian Paolo Minelli ist im Tessin aufgewachsen und lebt seit 30 Jahren in Buenos Aires. Er ist der einzige, der Fotografien ausstellt und so den Fokus auf eine &#8220;nat\u00fcrliche&#8221; Geometrie legt. Zwei Fotos aus seiner Serie &#8220;Galp\u00f3n Col\u00f3n&#8221;, was soviel bedeutet wie &#8220;Col\u00f3n-Schuppen&#8221;, zeigen gestapeltes Holz, das ganz verschiedenartig beschaffen ist. Der Blick kann an den Linien entlanggleiten und eine ganz eigene Geometrie entdecken.<\/p>\n<p>Besonders beeindruckend ist das Foto aus seiner &#8220;Playa&#8221;-Serie. Auf den ersten Blick handelt es sich um ein Schwarz-Wei\u00df-Foto mit verschiedenen grauen Fl\u00e4chen, die von helleren Diagonalen durchzogen sind. Aufgrund des Titels erwischt man sich bei der Suche nach einer Fig\u00fcrlichkeit, die mit Strand zu tun hat, wird aber in dieser Hinsicht entt\u00e4uscht. Erst beim genauen Betrachten f\u00e4llt auf, dass es sich tats\u00e4chlich um ein Strandbild handelt: Das Foto ist von unten durch einen gespannten Sonnenschutz aufgenommen, durch den die Sonne hereinscheint und somit das Spiel mit Licht und Formen erst m\u00f6glich macht. Diese &#8220;Liegeperspektive&#8221;, die verschiedene Formen freigibt, zeigt: Auch die Natur kann abstrakt wirken.<\/p>\n<p>Die Ausstellung bietet noch viele weitere Blickf\u00e4nge und Werke zum Verweilen und Wirkenlassen. Wer die gesamte Vielfalt erleben m\u00f6chte, kann dies noch bis zum 6. Juli tun. Der Espacio de Arte (Suipacha 658, 1. Etage) ist von Montag bis Samstag zwischen 12 und 20 Uhr ge\u00f6ffnet, F\u00fchrungen gibt es mittwochs um 18 Uhr und samstags um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/zech2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/zech2.jpg\" alt=\"\" title=\"zech2\" width=\"500\" height=\"644\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15674\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/zech2.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/zech2-232x300.jpg 232w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><\/p>\n<p>Blick ins Bunte: Zoderers Arbeit an den Fenstern der Kuppel.<\/p>\n<p>Carola Zech neben der von ihr gestalteten Magnets\u00e4ule.<\/p>\n<p>Beat Zoderer: &#8220;Der Kreis ist von Hand geschnitten, dadurch wird er weltlich. Denn der Mensch ist ja unperfekt.&#8221;<br \/>\n(Fotos: Jana M\u00fcnkel)<\/p>\n<p>Die Arbeiten von Carola Zech werden ausschlie\u00dflich von Magneten zusammengehalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Streifzug durch die argentinisch-schweizerische Welt der abstrakten Kunst Von Jana M\u00fcnkel &#8220;Geometr\u00eda &#8211; Desv\u00edos y desmesuras&#8221;, so lautet der Name einer Ausstellung im Espacio de Arte der Fundaci\u00f3n Osde, die am Donnerstag vergangener Woche er\u00f6ffnet wurde. Der Kontrast k\u00f6nnte nicht gr\u00f6\u00dfer sein: Schon w\u00e4hrend die Besucher die alten, schmiedeeisernen Treppen hinaufklettern, werden bunte Fensterscheiben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-15601","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tipp-der-woche-recomendacion-de-la-semana"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15601","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15601"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15601\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15675,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15601\/revisions\/15675"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15601"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15601"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15601"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}