{"id":15758,"date":"2013-05-24T13:10:18","date_gmt":"2013-05-24T16:10:18","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=15758"},"modified":"2013-05-25T13:13:15","modified_gmt":"2013-05-25T16:13:15","slug":"arteba-na-klar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/05\/24\/arteba-na-klar\/","title":{"rendered":"arteBA &#8211; na klar!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Noch bis Montag kann man auf dem Rural-Messegel\u00e4nde in Buenos Aires viel zeitgen\u00f6ssische Kunst bewundern<\/p>\n<p><em>Von Jana M\u00fcnkel<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/anzizar-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/anzizar-1.jpg\" alt=\"\" title=\"anzizar (1)\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15760\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/anzizar-1.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/anzizar-1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nDer Holzboden riecht noch frisch laminiert. Es ist kurz nach 16 Uhr am Donnerstagnachmittag, und nur hier und da l\u00fcmmeln ein paar extravagant gekleidete Menschen auf den grasgr\u00fcnen Polstern und schl\u00fcrfen Sekt. Die Rede ist vom &#8220;Espacio Chandon&#8221;, einer loungeartigen Insel im Messegel\u00e4nde &#8220;La Rural&#8221;, die sich inmitten von Galeriest\u00e4nden befindet. In diesen Messer\u00e4umen wird in drei Stunden die <a href=\"http:\/\/www.arteba.org\/\">22. Kunstmesse arteBA<\/a> ihre Tore \u00f6ffnen. Riesige Tische mit Champagnergl\u00e4sern warten bereits und lassen den gro\u00dfen Andrang der geladenen G\u00e4ste erahnen, zu denen jedes Jahr auch wichtige Politiker z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Hier ersp\u00e4ht man eine vergessene Leiter, dort wird schnell noch einmal kurz gebohrt, damit auch alles sitzt, wenn nachher die potenziellen K\u00e4ufer kommen. Die arteBA ist eine der wichtigsten Messen f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst und findet j\u00e4hrlich im Mai in Buenos Aires statt. Dass es sich explizit um eine Verkaufsmesse handelt, wird schnell am Verhalten der Galeristen deutlich, das oft nach ein und demselben Muster verl\u00e4uft. Jeder, der einen Stand betritt, wird ausf\u00fchrlich gemustert. Wird der oder die Wahrgenommene f\u00fcr &#8220;interessant&#8221; befunden, wird anschlie\u00dfend eine lockere Plauderei begonnen, bei der m\u00f6glichst schnell herausgefunden werden will, wo der Besucher einzuordnen ist. Ein Vertreter einer anderen Galerie? Ein Sammler etwa? Presse? Auch dann wird man meist freundlich beraten &#8211; gute Kritiken sind ja schlie\u00dflich auch etwas!<\/p>\n<p>Herzst\u00fcck der letztj\u00e4hrigen Ruhrtriennale war die Ausstellung &#8220;12 Rooms&#8221; im Essener Museum Folkwang, die die Besucher in 12 verschiedenen, abgeschlossenen R\u00e4umen mit ganz verschiedenartigen Situationen und Performances konfrontierte. Ein bisschen so f\u00fchlt man sich hier in den &#8220;Ausstellungsw\u00fcrfeln&#8221; der verschiedenen Galerien &#8211; mit einem Unterschied: Es sind weit mehr als zw\u00f6lf. In jedem der \u00fcber 70 St\u00e4nde muss man sich auf eine v\u00f6llig neue Welt gefasst machen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/kuschelloewe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/kuschelloewe.jpg\" alt=\"\" title=\"kuschelloewe\" width=\"250\" height=\"333\" class=\"alignright size-full wp-image-15761\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/kuschelloewe.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/kuschelloewe-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>F\u00fcr das Barrio Joven zum Beispiel wurden insgesamt 18 Galerien aus Argentinien, Chile, Kolumbien und Ecuador ausgew\u00e4hlt. Dieses Jahr wird viel Buntes, Glitzeriges und Flauschiges gezeigt und angeboten. Man ist ganz hin und hergerissen zwischen silbern bemalten Tiersch\u00e4deln aus der &#8220;Galer\u00eda Temporal&#8221; in Chile, lila-schwarz-schimmernden Alienk\u00f6pfen aus Buenos Aires (ist der Name &#8220;Galer\u00eda Inmigrante&#8221; hier etwa in besonderer Weise Programm?) und dem besoffenen Kuschel-Darth-Vader mit seinen angen\u00e4hten Bierflaschen aus der Provinz Catamarca. Oder soll es doch lieber einer der bunten Stoffl\u00f6wen mit Federm\u00e4hne aus der Galerie &#8220;Isla Flotante&#8221; in Buenos Aires sein?<\/p>\n<p>Doch neben knalligen Werken findet sich auch Unscheinbares, das einen Blick lohnt. Im NoM\u00ednimo-Stand der ecuadorianischen Galerie h\u00e4ngt ein kleines iPad an der Wand, das leicht \u00fcbersehen werden k\u00f6nnte. Man wird Zeuge von umfallenden Stapeln vor wei\u00dfem Hintergrund: Mit Get\u00f6se kracht ein Regal mit Plastikflaschen in sich zusammen, ebenso gestapelte Kisten oder ein Holztisch mit Murmeln. Der altbekannte Kartenhauseffekt wird hier auf ganz neuartige Weise interpretiert &#8211; und l\u00e4sst die Besucher schmunzeln.<\/p>\n<p>Auch Aktuelles findet auf der Messe seinen Platz. Sehr nachdenklich stimmt ein h\u00e4ngendes Hemd der kolumbianischen Galerie &#8220;MAS: Arte Contempor\u00e1neo&#8221;. Das Hemd weist getrocknete Blutspuren auf, es wurde w\u00e4hrend eines Attentates 2012 in Kolumbien von einem \u00fcberlebenden Opfer getragen und soll an die dortige (Banden-)Gewalt erinnern. Mit einer witzigen Idee thematisiert Mariana Murcia aus Bogot\u00e1 die \u00f6konomische Situation Argentiniens. Sie hat einen Dollarschein, einen Pesoschein und einen Pfundschein so lange &#8220;ausradiert&#8221;, bis nur noch das Papier des Geldes \u00fcbrig blieb. Die radierten Farb- und Gummireste sammelte sie und legte sie auf eine kleine digitale Waage. Ergebnis: Der Dollarschein wiegt 68,1 Gramm, der Pesoschein nur 16,2. Ist das etwa symptomatisch? Die junge K\u00fcnstlerin von der Galer\u00eda Laagenica erz\u00e4hlt, dass sie diese Arbeit extra f\u00fcr die Messe angefertigt und daf\u00fcr mehrere Monate radiert habe. Augenzwinkernd nimmt sie die aktuelle wirtschaftliche Lage hier aufs Korn: &#8220;Ich wollte einen Wert abseits dieses virtuellen Wertes finden, der dem Geld gegeben wird. Das Gewicht ist stabil und \u00e4ndert sich nicht.&#8221;<\/p>\n<p>In der Haupt-Sektion stellen bereits etablierte Galerien aus; farbige Matratzenarbeiten von Marta Minuj\u00edn d\u00fcrfen dabei nat\u00fcrlich nicht fehlen. Spannend sind aber auch die bunten Arbeiten von Jos\u00e9 Luis Anzizar, die er selbst als &#8220;mapas&#8221; und &#8220;aeropuertos&#8221;, also Karten und Flugh\u00e4fen bezeichnet. Ganz assoziativ malt der viel reisende K\u00fcnstler zun\u00e4chst mit einem Buntstift eine Bewegung auf ein wei\u00dfes Blatt. Diese Linien \u00fcberklebt er dann mit ausgeschnittenem, farbigem Papier, so dass etwas entsteht, das sich vielleicht am besten mit &#8220;wirkungsvolle wirbelige Explosionen&#8221; beschreiben l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Eine Sektion mit deutscher Unterst\u00fctzung ist bereits zum dritten Mal dabei: Die &#8220;U-Turn-Project Rooms&#8221; von Mercedes Benz erfreuen mit frischen Ideen und bereichern die Messe mit der Pr\u00e4senz internationaler Galerien.<\/p>\n<p>Bei all dieser Vielfalt kommen die Sofas zum Ausruhen und der starke Nespresso-Kaffee gelegen: Zeitgen\u00f6ssische Kunst ist anstrengend, vor allem in dieser F\u00fclle. Und Zeit zum Wirkenlassen muss sein. Ein Besuch der arteBA lohnt sich allemal.<\/p>\n<ul>\n<li>22. Kunstmesse arteBA<\/li>\n<li>24.-27. Mai 2013<\/li>\n<li>Messegel\u00e4nde La Rural, Gr\u00fcner und Blauer Pavillon, Av. Sarmiento 2704, Buenos Aires<\/li>\n<li>\u00d6ffnungszeiten: 13-21 Uhr<\/li>\n<li>Eintritt 70 Pesos, Studenten und Rentner 35 Pesos<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.arteba.org\/\">Webseite<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/stickerei.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/stickerei.jpg\" alt=\"\" title=\"stickerei\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15762\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/stickerei.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/stickerei-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><br \/>\nDie bunten Reisen des Jos\u00e9 Luis Anzizar.<\/p>\n<p>Kuschell\u00f6we gef\u00e4llig?<\/p>\n<p>Ganz sch\u00f6n brav: Stickarbeiten aus der Provinz Catamarca.<br \/>\n(Fotos: Jana M\u00fcnkel)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch bis Montag kann man auf dem Rural-Messegel\u00e4nde in Buenos Aires viel zeitgen\u00f6ssische Kunst bewundern Von Jana M\u00fcnkel Der Holzboden riecht noch frisch laminiert. 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