{"id":15802,"date":"2013-05-30T13:38:40","date_gmt":"2013-05-30T16:38:40","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=15802"},"modified":"2013-06-01T13:42:49","modified_gmt":"2013-06-01T16:42:49","slug":"kinetische-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/05\/30\/kinetische-kunst\/","title":{"rendered":"Kinetische Kunst"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auf der Suche nach der Bewegung auf der 22. arteBA<\/p>\n<p><em>Von Jana M\u00fcnkel<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/faehnchenmobile.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/faehnchenmobile.jpg\" alt=\"\" title=\"faehnchenmobile\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15804\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/faehnchenmobile.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/faehnchenmobile-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nDer letzte Nachmittag der arteBA ist gut besucht, viele Kunstinteressierte tummeln sich im Messegel\u00e4nde La Rural, um noch einen Blick in die Ausstellungsst\u00fccke der Galerien zu werfen. Insgesamt 100.000 Menschen haben die Messe in vier Tagen besucht &#8211; eine beachtliche Bilanz. Hier und da weisen leere W\u00e4nde oder Zettelchen an den Werken darauf hin, dass so Einiges den Weg zu einem neuen Besitzer gefunden hat; ab und an verlassen Menschen mit gro\u00dfen flachen Paketen unter dem Arm das Messegel\u00e4nde. Der Verkauf scheint gut gelaufen zu sein, die Galeristen wirken durchweg zufrieden.<\/p>\n<p>Die arteBA bietet unendliche M\u00f6glichkeiten und kann auch \u00fcberfordern. Abhilfe schafft da der kostenlos angebotene Audioguide. &#8220;Bienvenido a arteBA 2013&#8221; w\u00fcnscht die kernige Stimme des argentinischen Radio- und Fernsehmoderators Lalo Mir. Er f\u00fchrt zu acht verschiedenen Stationen der Messe und gibt Hintergrundinfos zu den Arbeiten verschiedener Galerien.<\/p>\n<p>Es tut gut, sich leiten zu lassen, dies erlaubt eine ganz neue und entspanntere Perspektive auf die bunte Messe &#8211; das Stimmengewirr der anderen Besucher bleibt f\u00fcr einen Moment drau\u00dfen. Beim Umherstreifen kann man eine besondere Beobachtung machen: Es ist Einiges in Bewegung auf der arteBA! Eine Erkundung der Messe unter diesem Gesichtspunkt lohnt sich. Schlifka Molina ist eine recht neue Galerie aus Palermo, die vor allem die Arbeiten junger K\u00fcnstler ausstellt. Neugierige Besucher stehen um eine durchsichtige Vitrine herum, in der eine spiralf\u00f6rmige Konstruktion von Eduardo Rodr\u00edguez zu sehen ist. Auf der Spirale sind kleine F\u00e4hnchen aus feinem Silberpapier angebracht, die sich im Inneren der Vitrine durch einen warmen Luftstrom unaufh\u00f6rlich bewegen. Das Kunstwerk \u00e4ndert sich so st\u00e4ndig, die F\u00e4hnchen reflektieren und drehen sich und stehen niemals still. Es sei spannend und auch beruhigend, diese st\u00e4ndige Ver\u00e4nderung zu beobachten, sagt eine Besucherin fasziniert.<\/p>\n<p>Ein paar Schritte weiter befindet sich der Stand von Bar\u00fa, einer der wichtigsten brasilianischen Galerien. Hier entdeckt man eine ganz andere Bewegung als Spiel mit der Zeit: Die Zeiger der f\u00fcnf an der Wand h\u00e4ngenden Uhren haben alle ihren eigenen Rhythmus. Mal pendelt der gro\u00dfe Zeiger zwischen zehn vor und zehn nach sieben hin und her, dort geht die Uhr r\u00fcckw\u00e4rts, hier wiederum bewegen sich gro\u00dfer und kleiner Zeiger entgegengesetzt. Auch die Zeit ist permanent in Bewegung, entgleitet und flie\u00dft unaufh\u00f6rlich. Was, wenn man dieses zeitliche Konzept einfach umst\u00fclpt und das Uhrwerk ganz anders konstruiert?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/spiegel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/spiegel.jpg\" alt=\"\" title=\"spiegel\" width=\"250\" height=\"333\" class=\"alignright size-full wp-image-15805\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/spiegel.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/spiegel-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Ein bekannter argentinischer Vertreter der kinetischen Kunst war bereits mit seinen Arbeiten bei der Biennale in Venedig und lebt zurzeit in Paris. Julio Le Parcs Konstruktion spielt ebenfalls mit der Lichtreflektion. Ein riesiges Mobile aus silbernen Metallquadraten h\u00e4ngt im Raum der Galer\u00eda Infinito und \u00fcberzieht alle vier W\u00e4nde mit Lichterspielen. Viele Besucher bleiben stehen, beobachten and\u00e4chtig die unregelm\u00e4\u00dfige Bewegung des \u00fcberdimensionalen Mobil\u00e9s. Manchmal erhascht man sogar einen kurzen Blick auf sich selbst in einem der vielen Spiegelquadrate. &#8220;Ach, wusste ich\u2019s doch!&#8221;, ruft eine Besucherin begeistert, als sie h\u00f6rt, dass Le Parc der Sch\u00f6pfer dieser Arbeit ist.<\/p>\n<p>Mit der Bewegung und dem, was sie ver\u00e4ndern kann, spielt ein sehr konzeptionelles Kunstwerk des jungen Brasilianers Guilherme Peters. Er stellt in den von Mercedes Benz unterst\u00fctzten U-Turn Project Rooms f\u00fcr die Galer\u00eda Vermelho aus Sao Paulo aus. Vor Metallplatten, auf denen ein rostiges Stadtbild zu sehen ist, dreht sich eine kleine knallbunte Legopyramide, angetrieben durch einen Motor. Diese ist mit Kabeln an die Platten gebunden. Unmerklich ver\u00e4ndert sich durch die Drehbewegung der Pyramide auch das Bild an der Wand &#8211; die Oxidation schreitet fort.<\/p>\n<p>Ebenfalls in den U-Turn Project Rooms wird schlie\u00dflich der Besucher selbst zu einer ganz unkonventionellen Bewegung aufgefordert. Provozierend kann man in einem Spiegel im Stand der Galer\u00eda Ruth Benzacar lesen: &#8220;An den Spiegel spucken.&#8221; Dieser ist schon ganz undurchsichtig durch all den getrockneten Speichel. Es ist am\u00fcsant, Bewegungen der Besucher zu beobachten, wenn sie vor dem Spiegel stehen: Ein jeder verzieht das Gesicht, sobald er begreift, dass er vor seinem eigenen, angespuckten Spiegelbild steht. Selbst zu spucken, das trauen sich allerdings die Wenigsten.<\/p>\n<p>Anschaulich zeigt die arteBA viel Spannendes und Seltsames. Und das ist auch gut so: Die zeitgen\u00f6ssische Kunst ist schlie\u00dflich immer in Bewegung!<\/p>\n<p><strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><br \/>\nF\u00e4hnchenmobil\u00e9: Besucher staunen \u00fcber die st\u00e4ndige Bewegung.<\/p>\n<p>Reflektierendes Spiegelmobil\u00e9.<br \/>\n(Fotos: Jana M\u00fcnkel)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Suche nach der Bewegung auf der 22. arteBA Von Jana M\u00fcnkel Der letzte Nachmittag der arteBA ist gut besucht, viele Kunstinteressierte tummeln sich im Messegel\u00e4nde La Rural, um noch einen Blick in die Ausstellungsst\u00fccke der Galerien zu werfen. Insgesamt 100.000 Menschen haben die Messe in vier Tagen besucht &#8211; eine beachtliche Bilanz. 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