{"id":15987,"date":"2013-07-14T12:37:42","date_gmt":"2013-07-14T15:37:42","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=15987"},"modified":"2013-07-14T12:37:42","modified_gmt":"2013-07-14T15:37:42","slug":"vom-surrealismus-zum-informel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/07\/14\/vom-surrealismus-zum-informel\/","title":{"rendered":"Vom Surrealismus zum Informel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Kunsthalle Bremen zeigt eine umfassende Retrospektive zum Werk des 1932 nach Paris emigrierten Deutschen Wols<\/p>\n<p><em>Von Nicole B\u00fcsing &#038; Heiko Klaas<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols4.jpg\" alt=\"\" title=\"wols4\" width=\"500\" height=\"381\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16291\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols4.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols4-300x228.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\n&#8220;Wols ist ein furchtbarer K\u00fcnstler, weil er uns M\u00fche macht&#8221;, sagt der Frankfurter Kunsthistoriker und Wols-Experte Ewald Rathke. &#8220;Doch wenn man sich die M\u00fche macht, hat man ein Vergn\u00fcgen, und man gewinnt Einsichten.&#8221; Erwald Rathke hat zusammen mit Toby Kamps von der Menil Collection in Houston, Texas, zum 100. Geburtstag von Wols eine umfangreiche Retrospektive mit \u00fcber 200 Werken in der Kunsthalle Bremen zusammengestellt. Es ist die umfangreichste Wols-Pr\u00e4sentation seit 25 Jahren. Gezeigt werden 32 Fotografien, 126 Arbeiten auf Papier, 36 Gem\u00e4lde, 19 illustrierte B\u00fccher, aber auch der Malkasten und das Banjo des K\u00fcnstlers.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols11.jpg\" alt=\"\" title=\"wols11\" width=\"250\" height=\"350\" class=\"alignright size-full wp-image-16292\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols11.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols11-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Fr\u00fche Schwarz-Wei\u00df-Fotografien aus den 1930er und 1940er Jahren bilden den Auftakt der sehenswerten Schau. Surreale Arrangements weisen bereits hier in die Richtung, die der 1913 in Berlin als Alfred Otto Wolfgang Schulze geborene Wols einschlagen wird. 1932 verlie\u00df er Deutschland und lie\u00df sich in Paris nieder. Hier erlebte er im Kreis der Surrealisten um Max Ernst, Yves Tanguy und Alberto Giacometti seine k\u00fcnstlerische Erweckung. Es entstehen fr\u00fche Aquarelle und Federzeichnungen: Traumsequenzen und noch der Realit\u00e4t verhaftete kleine Szenen. &#8220;Alles Zeichnen ist von Anfang an eine artifizielle Veranstaltung&#8221;, erl\u00e4utert Kurator Ewald Rathke.<\/p>\n<p>Die chronologisch aufgebaute Bremer Schau hangelt sich nicht, wie so oft bei Wols, entlang seiner tragischen Biografie, die gepr\u00e4gt ist von Aufenthalten in Internierungslagern, Alkoholsucht und dem fr\u00fchen Tod im Jahr 1951 nach einer Lebensmittelvergiftung. Vielmehr zeichnet die Schau anhand seines k\u00fcnstlerischen \u0152uvres die Entwicklung vom Surrrealismus zum Informel nach, zur malerischen Abstraktion. &#8220;Da wird das Gegenst\u00e4ndliche aufgegeben und in Strukturen \u00fcberf\u00fchrt&#8221;, bringt es Ewald Rathke auf den Punkt.<\/p>\n<p>So l\u00e4sst sich an dem 1947 entstandenen Gem\u00e4lde &#8220;Vert cache rouge&#8221; gut erkennen, dass alles, was wie zuf\u00e4llig entstanden aussieht, einer wohl\u00fcberlegten Ordnung entspricht. Eine imagin\u00e4re Achse teilt das abstrakte Gem\u00e4lde in eine rechte und eine linke Bildh\u00e4lfte, unterschiedlich dichte Bewegungsstrukturen geben einen Rhythmus vor. Wols hat mehrere Farbschichten aufgetragen und mit dem Pinselstiel noch ins feuchte Rot geritzt. &#8220;Man muss das Bild begreifen als etwas, das keine Realit\u00e4t ist und doch der Realit\u00e4t nahe kommt&#8221;, erl\u00e4utert Ewald Rathke.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols33.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols33.jpg\" alt=\"\" title=\"wols33\" width=\"250\" height=\"373\" class=\"alignright size-full wp-image-16295\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols33.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/wols33-201x300.jpg 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Wols\u2019 informelle Bilder thematisieren Leiden und Freude, Verzweiflung, \u00c4ngste und erlittene Traumata. Zu seinen Lebzeiten wurde Wols erst sp\u00e4t entdeckt. Der Pariser Galerist Ren\u00e9 Drouin richtete ihm im Jahr 1947 eine Ausstellung aus. Doch wirklich gesch\u00e4tzt wurde Wols\u2019 pr\u00e4gnantes Werk erst nach seinem Tod. So war er auf den ersten drei Documenta-Ausstellungen vertreten. 1958 wurde er auf der Biennale Venedig ausgestellt.<\/p>\n<p>Wols\u2019 malerisches \u0152uvre ist schmal geblieben. Die wenigen Gem\u00e4lde befinden sich in Museen und im Privatbesitz. Die Bremer Schau konnte jetzt 36 Gem\u00e4lde zusammentragen. Das entspricht fast der H\u00e4lfte seines aus insgesamt nur 80 Gem\u00e4lden bestehendem malerischen Werks.<\/p>\n<ul>\n<li>Ausstellung: Wols: Die Retrospektive<\/li>\n<li>Ort: Kunsthalle Bremen<\/li>\n<li>Zeit: bis 11. August 2013<\/li>\n<li>Di 10-21 Uhr, Mi-So 10-17 Uhr<\/li>\n<li>Katalog: Hirmer Verlag, 300 S., 165 Farbtafeln, 60 Farbabb., 224 Miniaturabb., 29,00 Euro (Museum), 45,00 Euro (Buchhandel)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.kunsthalle-bremen.de\/#&#038;panel1-2\">Internet<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><\/p>\n<p>Wols: Deux sous le baldaquin ray\u00e9, um 1938\/39. Tuschpinsel und Aquarell auf Aquarellpapier, auf Ingres-B\u00fctten aufgezogen, 31,5 x 42 cm. Privatbesitz, Deutschland.<br \/>\n(Joachim Fliegner, Bremen, \u00a9 VG Bild-Kunst, Bonn 2013)<\/p>\n<p>Wols: Selbstportr\u00e4t, Paris 1938. Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden.<br \/>\n(\u00a9 VG Bild-Kunst, Bonn 2013)<\/p>\n<p>Wols: Ohne Titel, 1942\/43. Tuschfeder und Aquarell auf Papier, 19,9 x 12,8 cm. Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Bremen.<br \/>\n(Joachim Fliegner)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunsthalle Bremen zeigt eine umfassende Retrospektive zum Werk des 1932 nach Paris emigrierten Deutschen Wols Von Nicole B\u00fcsing &#038; Heiko Klaas &#8220;Wols ist ein furchtbarer K\u00fcnstler, weil er uns M\u00fche macht&#8221;, sagt der Frankfurter Kunsthistoriker und Wols-Experte Ewald Rathke. &#8220;Doch wenn man sich die M\u00fche macht, hat man ein Vergn\u00fcgen, und man gewinnt Einsichten.&#8221; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,4],"tags":[],"class_list":["post-15987","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kunstler-artistas","category-tipp-der-woche-recomendacion-de-la-semana"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15987","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15987"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15987\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16300,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15987\/revisions\/16300"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15987"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15987"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15987"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}