{"id":16064,"date":"2013-06-25T18:31:38","date_gmt":"2013-06-25T21:31:38","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=16064"},"modified":"2013-06-25T18:31:38","modified_gmt":"2013-06-25T21:31:38","slug":"lernfahige-vogel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/06\/25\/lernfahige-vogel\/","title":{"rendered":"Lernf\u00e4hige V\u00f6gel?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frau Boyerito und die Trinkgymnastik<\/p>\n<p><em>Von Friedbert W. B\u00f6hm<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/boyerito.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/boyerito.jpg\" alt=\"\" title=\"boyerito\" width=\"250\" height=\"208\" class=\"alignright size-full wp-image-16067\" \/><\/a>Unser kleiner gr\u00fcner Kolibri brauchte einige Wochen, bis er sich an die neue Kolibritr\u00e4nke gew\u00f6hnte, die ich eines Winters aufh\u00e4ngte. Dann hatte er sehr bald Gesellschaft: einen br\u00e4unlichen, der im Sommer anscheinend die Bl\u00fcten unseres Gartens verschm\u00e4ht. Und da aller guten Kolibris drei sind, kam ein Jahr sp\u00e4ter noch ein gro\u00dfer gr\u00fcner dazu, der einige Wochen blieb. Offenbar hatte er sich durch meine Gastfreundschaft von seiner Weiterreise in den warmen Norden abhalten lassen.<\/p>\n<p>Inzwischen entdeckte die Trinkstelle auch einer aus der Gruppe der heiteren M\u00fasicos, die sich periodisch bei uns einstellt, und es wird wohl nicht lange dauern, bis seine Kollegen ihn imitieren. Sogar ein Tordo-Weibchen habe ich schon an der Kolibritr\u00e4nke gesehen. Wer seine Eier in fremde Nester legt, f\u00fchlt sich wohl auch zur Nutzung fremder Nahrungsquellen berechtigt.<\/p>\n<p>Dann erschienen zwei schwarze G\u00e4ste. Nein, das sind doch keine Tordos, sagte ich mir. Mein Freund, der Ornithologe, kl\u00e4rte mich auf, dass es Boyeritos waren, offenbar ein P\u00e4rchen. Meinem arroganten Vorurteil folgend, stufte ich das etwas gr\u00f6\u00dfere V\u00f6gelchen als das M\u00e4nnchen ein.<\/p>\n<p>Richtige Akrobaten sind das, h\u00e4ngen sich kopfunter in die Hibiskusstaude, um aus den Bl\u00fctenans\u00e4tzen Nektar zu saugen. Bald hatten sie auch die Kolibritr\u00e4nke entdeckt, wo es mit Honig aufgewertetes Zuckerwasser gibt. Das M\u00e4nnchen fand sofort heraus, wie man sich an die Basis der schwankenden Tr\u00e4nke h\u00e4ngen kann, um gem\u00fctlich, kopfoben, an einer der mit Plastikbl\u00fcten markierten Nektarquellen zu schl\u00fcrfen. Das Weibchen hingegen hielt an seiner Hibiskustechnik fest, h\u00e4ngte sich kopfunter an einen nahen Zweig und ergatterte so m\u00fchsam einige Tropfen des nahrhaften Safts.<\/p>\n<p>Als Raucher verbringe ich viel Zeit an der frischen Luft. Dabei fiel mir allm\u00e4hlich auf, dass die eheliche Harmonie der Boyeritos gest\u00f6rt zu sein schien. Wenn das Weibchen sich anschickte, vom Zweig aus seine Trinkgymnastik einzuleiten, flatterte das M\u00e4nnchen an seine Seite und begann, auf es einzupicken. Fressneid! Die Gemahlin pickte erbost zur\u00fcck. Was f\u00e4llt dem blo\u00df ein, mich am Trinken zu hindern?! Sie wie ich hatten aber ganz falsch verstanden. Das M\u00e4nnchen wollte nicht st\u00f6ren; es wollte zeigen. Es flog n\u00e4mlich anschlie\u00dfend vom Zweig zur Tr\u00e4nkenbasis, nippte einmal kopfoben, kam dann auf den Zweig zur\u00fcck, machte es noch einmal und noch einmal vor, als ob es sagen wollte: Sieh doch, wie es viel einfacher und m\u00fcheloser geht. Schlie\u00dflich lie\u00df sich das Weibchen \u00fcberzeugen und probierte es ein- oder zweimal. Offenbar widerstrebte es ihr aber, m\u00e4nnliche Lehren zu \u00fcbernehmen. Inzwischen trinken sie wieder friedvoll, jeder auf seine Weise.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann ich mich bei der Bestimmung der Geschlechter geirrt haben. Schlie\u00dflich ist Lernresistenz nicht geschlechtsgebunden.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nEin richtiger Akrobat: Boyerito.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frau Boyerito und die Trinkgymnastik Von Friedbert W. 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