{"id":16079,"date":"2013-06-28T12:04:02","date_gmt":"2013-06-28T15:04:02","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=16079"},"modified":"2013-06-30T12:06:36","modified_gmt":"2013-06-30T15:06:36","slug":"traumdeutung-mit-feministischem-unterton","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/06\/28\/traumdeutung-mit-feministischem-unterton\/","title":{"rendered":"Traumdeutung mit feministischem Unterton"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8220;Grete Stern: Los sue\u00f1os&#8221; noch bis zum 1. Juli im Malba<\/p>\n<p><em>Von Philip Norten<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Grete_Stern_botella.al_.mar1950.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Grete_Stern_botella.al_.mar1950.jpg\" alt=\"\" title=\"Grete_Stern_botella.al.mar1950\" width=\"500\" height=\"389\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16081\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Grete_Stern_botella.al_.mar1950.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Grete_Stern_botella.al_.mar1950-300x233.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nIm <a href=\"http:\/\/www.malba.org.ar\/web\/\">Malba<\/a>-Museum sind noch bis zum 1. Juli unter dem Titel &#8220;Los sue\u00f1os \/ Die Tr\u00e4ume 1948\u20131951&#8221; Fotomontagen der deutsch-argentinischen K\u00fcnstlerin Grete Stern zu sehen. Ausgestellt werden Originale, sogenannte Vintage-Abz\u00fcge, aus der Sammlung Costantini.<\/p>\n<p>Die Montagen erschienen unter dem Titel &#8220;El psicoan\u00e1lisis le ayudar\u00e1&#8221; in der Zeitschrift &#8220;Idilio&#8221;, einer popul\u00e4ren Frauenzeitschrift. Deren Leserinnen konnten in Form von Leserbriefen der Zeitschrift von ihren Tr\u00e4umen berichten, worauf diese vom Herausgeber der Zeitschrift Gino Germani, unter dem Pseudonym Richard Rest, gedeutet wurden. Diese Traumanalysen wurden schlie\u00dflich, erg\u00e4nzt von den Fotomontagen Sterns, ver\u00f6ffentlicht. Im Verlauf von drei Jahren entstanden so ann\u00e4hernd 150 Collagen.<\/p>\n<p>Stern verwendete die Technik der Fotocollage \u2013 die Zusammensetzung von verschiedenen bereits vorhandenen Fotos \u2013, die von Avantgardek\u00fcnstlern der surrealistischen und der Dada-Bewegung in den 1920er Jahren entwickelt worden war. In ihren &#8220;Los sue\u00f1os&#8221;-Collagen zeigt sie Frauen in unterschiedlichen, aber immer absurden Situationen, die einen Einblick in eine surreale Traumwelt zu geben scheinen. Sterns Frauen wirken dabei manchmal ver\u00e4ngstigt oder bedroht, andere friedlich, wie die eingeschlossene Frau in der Flasche, oder einfach nur verwirrt, wie die Frau, die durch ein Zwitterwesen aus Schildkr\u00f6te und Zug bedroht wird.<\/p>\n<p>Doch wie auch bei anderen surrealistischen Kunstwerken steckt hinter der absurd komischen Fassade der Collagen eine wahre Botschaft. Denn die Traumwelten der Leserinnen decken ein Frauenbild auf, das sich damals in einem fundamentalen Wandel befand. Das Bild der modernen Frau entstand und bedrohte das traditionelle Familienmodell und Rollenverst\u00e4ndnis. Grete Sterns eigene Biografie ist ein gutes Beispiel f\u00fcr diese Entwicklung: 1904 in Wuppertal geboren, studierte sie 1923-1925 an der Kunstgewerbeschule Stuttgart und arbeitete anschlie\u00dfend als Grafikerin und Fotografin in Berlin, wo sie auch Kurse am Bauhaus belegte.<\/p>\n<p>Aufgrund ihrer j\u00fcdischen Herkunft musste sie schlie\u00dflich nach England emigrieren, wo sie den bekannten argentinischen Fotografen Horacio Coppola heiratete. Mit diesem kam sie nach Argentinien, wo sie als Fotografin f\u00fcr Zeitschriften arbeitete und schnell Anschluss an die lokale Kunstszene fand. So arbeite sie u.a. f\u00fcr das Magazin &#8220;Sur&#8221; von Victoria Ocampo. Sp\u00e4ter war sie auch als Professorin t\u00e4tig, und sie entwickelte eine ber\u00fchmt gewordene Fotoserie \u00fcber die Ureinwohner des Gran Chaco. Grete Stern starb 1999 in Buenos Aires.<\/p>\n<ul>\n<li>Bis zum 1.7. einschlie\u00dflich.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.malba.org.ar\/web\/\">Malba<\/a>, Av. Figueroa Alcorta 3415, Buenos Aires.<\/li>\n<li>Do-Mo und feiertags 12-20, Mi bis 21 Uhr, dienstags geschlossen.<\/li>\n<li>Eintritt 32 Pesos; Studenten, Lehrer, Rentner oder \u00fcber 65-J\u00e4hrige mit g\u00fcltigem Ausweis 16 Pesos. Behinderte: gratis; Kinder unter 5: gratis. Mi: Eintritt 16 Pesos; Studenten, Lehrer und Rentner mit g\u00fcltigem Ausweis: gratis. Behinderte: gratis.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nGrete Stern: &#8220;Botella al mar&#8221;, Fotomontage, 1950.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Grete Stern: Los sue\u00f1os&#8221; noch bis zum 1. Juli im Malba Von Philip Norten Im Malba-Museum sind noch bis zum 1. 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