{"id":16244,"date":"2013-07-23T13:27:47","date_gmt":"2013-07-23T16:27:47","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=16244"},"modified":"2013-07-27T17:48:50","modified_gmt":"2013-07-27T20:48:50","slug":"historisches-baudenkmal-in-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/07\/23\/historisches-baudenkmal-in-gefahr\/","title":{"rendered":"Historisches Baudenkmal in Gefahr"},"content":{"rendered":"<p><strong>Marcel Breuers &#8220;Parador Ariston Caf\u00e9&#8221; in Mar del Plata <\/p>\n<p><em>Von Philip Norten<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Marcel-Breuer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Marcel-Breuer.jpg\" alt=\"\" title=\"Marcel Breuer\" width=\"500\" height=\"337\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16247\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Marcel-Breuer.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Marcel-Breuer-300x202.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\n1947 kam der damals schon bekannte Bauhaus-Architekt Marcel Breuer (1902-1981) auf Einladung der UBA nach Argentinien, um ein achtw\u00f6chiges Seminar an der Architekturfakult\u00e4t zu veranstalten. Breuer war damals schon eine Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr Architekten aus aller Welt. Aus einer j\u00fcdischen Familie stammend und in P\u00e9cs (Ungarn) geboren, wechselte er nach wenigen Wochen des Studiums an der Kunstakademie Wien an das damals neugegr\u00fcndete Bauhaus in Weimar. Dort begann er zun\u00e4chst eine Tischlerlehre. Seine damals geweckte Leidenschaft f\u00fcr das M\u00f6beldesign kann man in seinen ikonischen M\u00f6belentw\u00fcrfen (z.B. den ber\u00fchmten Freischwingern und Stahlrohrm\u00f6bel) wiedererkennen.<\/p>\n<p>Noch in Weimar wurde Breuer Mitarbeiter in Walter Gropius&#8217; Architekturb\u00fcro. Obwohl er nie eine klassische Architektenausbildung erhielt, die am Bauhaus nicht vorgesehen war, wurde er zu einem der ber\u00fchmtesten Vertreter der Bauhaus-Architektur. 1933 musste Breuer wegen seiner j\u00fcdischen Herkunft Deutschland verlassen. Er emigrierte 1937 in die Vereinigten Staaten, wo er gemeinsam mit Walter Gropius die Architekturfakult\u00e4t der Harvard University aufbaute und auch ein Architekturb\u00fcro betrieb. Sp\u00e4ter gr\u00fcndete er sein eigenes B\u00fcro und widmete sich fast ausschlie\u00dflich der Baut\u00e4tigkeit. Er starb 1981 in New York.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Breuers Aufenthalt in Argentinien entstand zwischen August und September 1947, in Zusammenarbeit mit den argentinischen Architekten Carlos Coire und Eduardo Catalano, das &#8220;Parador Ariston Caf\u00e9&#8221;. Am Playa Serena an der Provinzstra\u00dfe N\u00ba 11 nach Miramar gelegen, wurde das Ariston Caf\u00e9 als Restaurant, Club und Veranstaltungsort konzipiert. Im Erdgeschoss befanden sich der Empfangsraum, Toiletten und die K\u00fcche, und im Obergeschoss der Salon, eine Bar und die Tanzfl\u00e4che.<\/p>\n<p>Die Umgebung war damals noch nicht bebaut und die einzigartige Kleeblattform des Grundrisses mit dem umlaufenden Fensterband erm\u00f6glichte eine ungest\u00f6rte Aussicht auf Meer und D\u00fcnen. Das gesamte Geb\u00e4ude beruht auf einer Stahlbetonstruktur \u2013 ein Charakteristikum der modernen Architektur. Diese erm\u00f6glicht es, die tragenden Elemente eines Baus nach Innen zu verlagern und die Fassaden so fast vollst\u00e4ndig zu verglasen. So beruht die Struktur des Ariston Caf\u00e9s auf vier Pfeilern des Erdgeschosses, die nicht nur die umlaufenden Fensterb\u00e4nder der beiden Geschosse bedingen, sondern es den Architekten auch erlaubten, das Obergeschoss weit hervorkragen zu lassen. Erst so wurde die charakteristische organische Kleeblattform des Geb\u00e4udes m\u00f6glich.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Breuerzustand2004.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Breuerzustand2004.jpg\" alt=\"\" title=\"Breuerzustand2004\" width=\"250\" height=\"183\" class=\"alignright size-full wp-image-16248\" \/><\/a>Heute befindet sich das Geb\u00e4ude in einem schlechten Zustand, da es bereits seit mehreren Jahren leersteht. Grundst\u00fcck und Geb\u00e4ude befinden sich weiterhin in Privatbesitz, wodurch die n\u00f6tige Restaurierung und Wiederbelebung erschwert wird. Seitens von Architekten und Anwohnern gibt es Bem\u00fchungen, das Geb\u00e4ude unter Denkmalschutz zu stellen. Als Gr\u00fcnde werden nicht nur die internationale Bedeutung Breuers, sondern auch der innovative Einsatz der Baumaterialien, der die charakteristische Kleeblattform des Caf\u00e9s erm\u00f6glicht hat, aufgef\u00fchrt. Das &#8220;Parador Ariston Caf\u00e9&#8221; h\u00e4tte diesen Denkmalstatus wahrlich verdient, denn es ist eine der wenigen Architektur-Ikonen der internationalen Moderne in Argentinien.<\/p>\n<p><strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><\/p>\n<p>Original und Zustand 2004.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marcel Breuers &#8220;Parador Ariston Caf\u00e9&#8221; in Mar del Plata Von Philip Norten 1947 kam der damals schon bekannte Bauhaus-Architekt Marcel Breuer (1902-1981) auf Einladung der UBA nach Argentinien, um ein achtw\u00f6chiges Seminar an der Architekturfakult\u00e4t zu veranstalten. Breuer war damals schon eine Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr Architekten aus aller Welt. 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