{"id":1640,"date":"2008-11-16T08:18:12","date_gmt":"2008-11-16T11:18:12","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2008\/11\/16\/schutz-vor-teuflischen-machten\/"},"modified":"2008-11-15T11:19:47","modified_gmt":"2008-11-15T14:19:47","slug":"schutz-vor-teuflischen-machten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2008\/11\/16\/schutz-vor-teuflischen-machten\/","title":{"rendered":"Schutz vor teuflischen M\u00e4chten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Diego Perrottas \u201cEl Pa\u00eds Volc\u00e1n\u201d in der Galerie Empat\u00eda<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image1641\" alt=Lucha2.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/Lucha2.jpg\" \/><br \/>\n<em>\u201cEl Luchador\u201d, Acryl, 200 x 200 cm, 2008.<\/em><\/div>\n<p>Er steht bis zu den Oberschenkeln im Sumpf, vor seinen K\u00f6rper h\u00e4lt er wie einen Schild ein Objekt, das zugleich Baum und Vulkan ist. Hinter ihm, in einer kargen Landschaft, stehen vier weitere Vulkankegel; aus ihnen wird Rauch geschleudert. Den Baumvulkan in seinen H\u00e4nden scheint der K\u00e4mpfer gez\u00e4hmt zu haben, er spuckt keine Asche. Die Ruhe vor dem Sturm? Der \u201cLuchador\u201d jedenfalls strahlt konzentrierte, gespannte Erwartung aus. Seine Augen sind gelbe Schlitze, in ihnen offenbart sich seine geb\u00fcndelte Energie. Komm nur her, sagen sie, ich mag hier feststecken, aber ich habe keine Angst vor Dir. In mir brodelt geballte Kraft.<\/p>\n<p>Die Figur des K\u00e4mpfers, der als Besch\u00fctzer oder Bewacher auch auf anderen gro\u00dfformatigen Leinw\u00e4nden auftaucht, ist neu im Werk des argentinischen K\u00fcnstlers Diego Perrotta, dessen j\u00fcngste Ausstellung \u201cEl Pa\u00eds Volc\u00e1n\u201d (Das Vulkanland) momentan in der Galerie Empat\u00eda zu sehen ist. In ihr ist Perrotta wieder zur Malerei und der Keramik zur\u00fcckgekehrt, nachdem seine letzte gro\u00dfe Exposition im Centro Cultural Borges ganz der Zeichnung gewidmet war.<\/p>\n<p>\u201cMeine Figuren sind menschlicher geworden\u201d, beschreibt Perrotta seine Gem\u00e4ldeserie aus diesem Jahr, die ihn weg von Monstern und anderen Phantasiegestalten zu Themen gef\u00fchrt hat, die das Leben &#8211; und mit ihm den Tod &#8211; unmittelbarer betreffen.<\/p>\n<p>So schuf er erstmals ein zeitgeschichtlich inspiriertes Werk, \u201cCroma\u00f1\u00f3n\u201d, das die Brandkatastrophe bei einem Rockkonzert in der gleichnamigen Diskothek zum Thema hat, bei der am 31.12.2004 fast 200 Jugendliche verbrannten. \u201cAn diesem Tag tat sich im Himmel ein Tor zur H\u00f6lle auf\u201d, beschreibt Perrotta ein Element im oberen Bildbereich. Unten malte er 194 S\u00e4rge, die die jungen Opfer symbolisieren, darunter steht ein Text, der beschreibt, wie ein Mensch erstickt. Und S\u00e4tze von Jugendlichen, die der K\u00fcnstler bei der Gedenkst\u00e4tte der Croma\u00f1\u00f3n-Katastrophe gelesen hat.<\/p>\n<p>Ebenfalls neu in dieser Ausstellung Diego Perrottas sind Schwarz-Wei\u00df-Gem\u00e4lde und Schwarz-Wei\u00df-Keramiken von verzaubert wirkenden Tierk\u00f6pfen. Dabei stellt Perrotta die Nicht-Farben einander immer gegen\u00fcber &#8211; zur gegenseitigen Erg\u00e4nzung, nicht als feindliche Gegens\u00e4tze. Wer an Perrottas barocke Farbgebung gew\u00f6hnt ist, ist uberrascht, wie intensiv auch diese Werke wirken. Der K\u00fcnstler selbst stellt fast erstaunt fest, er sei wohl im Begriff, seine k\u00fcnstlerische Sprache zu gl\u00e4tten und zu einer Synthese zu gelangen.<\/p>\n<p>Im Land der ausbrechenden Vulkane brauchen wir allen Schutz, den wir nur kriegen k\u00f6nnen. Diego Perrottas Werk macht uns auf den st\u00e4rksten Besch\u00fctzer aufmerksam, den wir haben: unsere eigene innere Kraft, auf die wir vertrauen k\u00f6nnen.<\/p>\n<ul>\n<li>Bis 22.11. in der Galerie Empat\u00eda, Carlos Pellegrini 1255. Mo-Fr 11-20, Sa 10-13 Uhr.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diego Perrottas \u201cEl Pa\u00eds Volc\u00e1n\u201d in der Galerie Empat\u00eda Von Susanne Franz \u201cEl Luchador\u201d, Acryl, 200 x 200 cm, 2008. Er steht bis zu den Oberschenkeln im Sumpf, vor seinen K\u00f6rper h\u00e4lt er wie einen Schild ein Objekt, das zugleich Baum und Vulkan ist. 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