{"id":16500,"date":"2013-08-08T13:02:35","date_gmt":"2013-08-08T16:02:35","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=16500"},"modified":"2013-08-08T13:02:35","modified_gmt":"2013-08-08T16:02:35","slug":"buenos-aires-punktet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/08\/08\/buenos-aires-punktet\/","title":{"rendered":"Buenos Aires punktet"},"content":{"rendered":"<p><strong>Werke der japanischen K\u00fcnstlerin Yayoi Kusama zum ersten Mal in Lateinamerika<\/p>\n<p><em>Von Carlo-Johannes Schmid<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/filas2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/filas2.jpg\" alt=\"\" title=\"filas2\" width=\"500\" height=\"177\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16502\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/filas2.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/filas2-300x106.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nNur ein Punkt unter vielen &#8211; so f\u00fchlt man sich, wenn man dieser Tage in der langen Schlange steht, die seit dem 29. Juni fast t\u00e4glich vor dem <a href=\"http:\/\/www.malba.org.ar\/web\/home.php\">Malba &#8211; Museum f\u00fcr Lateinamerikanische Kunst in Buenos Aires<\/a> zu sehen ist. Am Abend der Er\u00f6ffnung reichte die Menschenkette gar um den kompletten Block, und das Museum musste wegen des gro\u00dfen Andrangs seine \u00d6ffnungszeit bis 1 Uhr morgens verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Der Grund des Ansturms k\u00fcndigt sich schon rund um das Museum an. Entlang der Avenida Figueroa Alcorta sind einige B\u00e4ume und Bushaltestellen in ein rotes Gewand mit wei\u00dfen Flecken geh\u00fcllt. Die Punkte oder &#8220;Polka Dots&#8221; sind das Markenzeichen der bedeutendsten zeitgen\u00f6ssischen K\u00fcnstlerin Japans: Yayoi Kusama, die mit &#8220;Yayoi Kusama. Obsesi\u00f3n infinita&#8221; ihre erste Retrospektive in Lateinamerika pr\u00e4sentiert. Noch bis zum 16. September kann man die Werke der K\u00fcnstlerin im Malba sehen.<\/p>\n<p>&#8220;Yayoi Kusama. Obsesi\u00f3n infinita&#8221; wurde in Zusammenarbeit mit dem Studio der K\u00fcnstlerin und dem Malba realisiert und nimmt die Besucher mit auf einen umfassenden Rundgang ihrer Werke zwischen 1950 und 2013. Die Ausstellung beinhaltet die wichtigsten Objekte ihres fast sechs Jahrzehnte andauernden Schaffens. Zu sehen gibt es Gem\u00e4lde, Werke auf Papier, Skulpturen, Videos, Slideshows und Installationen. Und, nat\u00fcrlich, jede Menge Punkte.<\/p>\n<p>Diese markierten auch den Beginn ihres k\u00fcnstlerischen Schaffens. Als Kind litt Yayoi Kusama unter Halluzinationen und Angstzust\u00e4nden. Als sie von der wei\u00df gepunkteten Tischdecke in ihrem Elternhaus aufblickte, habe sie gesehen, wie sich das Muster \u00fcberall ausbreitete: An den W\u00e4nden, an ihrem K\u00f6rper, an der Decke. Damals h\u00e4tte sie sich gef\u00fchlt, als w\u00fcrde sie sich selbst in dem Muster aufl\u00f6sen. Seitdem sollten die &#8220;Polka Dots&#8221;, wie die K\u00fcnstlerin selbst die Punkte nennt, Inhalt ihrer Kunst werden und es bis heute bleiben.<\/p>\n<p>Geboren in eine b\u00fcrgerliche Familie im Jahre 1929 in der japanischen Stadt Matsumoto, war Yayoi Kusamas Kindheit von der strengen Erziehung der Eltern gepr\u00e4gt. Bis sie 1948 an die Kyoto School of Arts and Crafts ging und in den folgenden Jahren neun Ausstellungen hatte. Dadurch gelangte sie zu landesweiter Bekanntheit, die Anerkennung blieb jedoch aus. Erst als es sie 1955 nach New York zog und ihre dort entstandenen Skulpturen und Installationen neben Gr\u00f6\u00dfen wie Andy Warhol, Claes Oldenburg und George Segal in den fr\u00fchen 1960er Jahren ausgestellt wurden, gelangte sie zu Ber\u00fchmtheit, jedoch nicht zu Reichtum. Deshalb kehrte sie nach Japan zur\u00fcck. Dort lie\u00df sie sich wegen ihrer Angstzust\u00e4nde freiwillig in eine Nervenheilanstalt einliefern, in der sie bis heute lebt und arbeitet.<\/p>\n<p>Heute gilt Yayoi Kusama als bedeutendste lebende K\u00fcnstlerin Japans. Ihre Werke wurden in den wichtigsten Museen weltweit ausgestellt. Im Rahmen ihrer Lateinamerika-Tour wird die Retrospektive &#8220;Yayoi Kusama. Obsesi\u00f3n infinita&#8221; dieses Jahr noch in Rio de Janeiro, Brasilia, Sao Paulo und Mexiko-Stadt zu sehen sein.<\/p>\n<p>Zu den H\u00f6hepunkten der Ausstellung geh\u00f6ren sicherlich ihre ber\u00fchmten Werke aus den 50er Jahren sowie die sich durch ihr ganzes Schaffen ziehenden &#8220;Infinity Nets&#8221; und ihre ber\u00fchmten phallischen Skulpturen. Um diese zu fertigen, \u00fcberzog Kusama M\u00f6bel und andere Haushaltsgegenst\u00e4nde mit Stoffw\u00fclsten. Viele Experten vermuten darin den Versuch der K\u00fcnstlerin, ihre sexuellen \u00c4ngste aufzuarbeiten. Auch eine Sammlung von Skulpturen und Bildern ihrer Happenings und Performances aus der New Yorker Zeit sind zu sehen, genauso wie einige ihrer neuesten Gem\u00e4lde und Installationen.<\/p>\n<p>Wenn man wieder herauskommt aus dem Bad in den B\u00e4llen, ist die Schlange vor dem Malba immer noch nicht kleiner geworden. Fast k\u00f6nnte man sich der K\u00fcnstlerin dann emotional nah f\u00fchlen: Sie beschreibt ihr Leben als einen Punkt von vielen im Universum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Werke der japanischen K\u00fcnstlerin Yayoi Kusama zum ersten Mal in Lateinamerika Von Carlo-Johannes Schmid Nur ein Punkt unter vielen &#8211; so f\u00fchlt man sich, wenn man dieser Tage in der langen Schlange steht, die seit dem 29. Juni fast t\u00e4glich vor dem Malba &#8211; Museum f\u00fcr Lateinamerikanische Kunst in Buenos Aires zu sehen ist. Am [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,4],"tags":[],"class_list":["post-16500","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kunstler-artistas","category-tipp-der-woche-recomendacion-de-la-semana"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16500"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16500\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16505,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16500\/revisions\/16505"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16500"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16500"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}