{"id":16506,"date":"2013-08-11T11:38:00","date_gmt":"2013-08-11T14:38:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=16506"},"modified":"2013-08-11T11:38:00","modified_gmt":"2013-08-11T14:38:00","slug":"von-der-grossen-in-die-kleine-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/08\/11\/von-der-grossen-in-die-kleine-welt\/","title":{"rendered":"Von der gro\u00dfen in die kleine Welt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Neues Programm des &#8220;Ballet Contempor\u00e1neo del Teatro San Mart\u00edn&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Maren van Treel<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ballett_galaxias.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ballett_galaxias.jpg\" alt=\"\" title=\"ballett_galaxias\" width=\"500\" height=\"331\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16514\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ballett_galaxias.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ballett_galaxias-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nMit Einbruch der Dunkelheit erwachen die Stra\u00dfen von Buenos Aires zum Leben. Am Obelisken str\u00f6men Sinneseindr\u00fccke auf den kleinen Passanten, die denen des New Yorker Times Square gleichkommen: ein Meer von Autos, Lichtern, Menschen.<br \/>\nNicht unweit des Obelisken befindet sich der n\u00e4chste Superlativ, das Teatro San Mart\u00edn. Mit dem \u00d6ffnen der T\u00fcr tritt man jedoch von der gro\u00dfen Welt vor der T\u00fcr in die kleine Welt f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>Am Freitagabend vergangener Woche fand hier die Auff\u00fchrung dreier verschiedener Werke statt, getanzt vom &#8220;Ballet Contempor\u00e1neo&#8221; unter der Leitung Mauricio Wainrots. Uraufgef\u00fchrt wurden das Werk &#8220;Galaxia&#8221; mit Choreographie und Videoinstallationen von Margarita Bali und &#8220;Oscuras golondrinas&#8221; unter der Leitung Daniel Goldins, wieder aufgenommen wurde das bekannte Werk &#8220;La consagraci\u00f3n de la primavera&#8221; mit einer Choreographie von Mauricio Wainrot.<\/p>\n<p>Auch hier wurde der Zuschauer von der gro\u00dfen in die kleine Welt gef\u00fchrt, denn begonnen wurde mit dem St\u00fcck &#8220;Galaxias&#8221;, inszeniert von Margarita Bali zur Musik von Gabriel Gend\u00edn. Mit dem Erscheinen des Universums auf der Leinwand an der R\u00fcckwand der B\u00fchne wurde der Zuschauer mitgenommen in eine Welt, die unbegreiflich gr\u00f6\u00dfer ist als die gro\u00dfe Stadt vor der T\u00fcr des Theaters.<\/p>\n<p>Die Videoinstallationen und die Miniaturt\u00e4nzer auf der Leinwand wurden von ihren menschlichen Vorbildern begleitet, die jeweils mit einer wei\u00dfen Kugel in der Hand auf die B\u00fchne eilten.<\/p>\n<p>Was dann folgte, waren tanzende Galaxien, jeder der T\u00e4nzer ein Stern oder ein Planet. Die Zuschauer sahen die unterschiedlichsten Ph\u00e4nomene des Universums. Im Mittelpunkt stand dabei die immerw\u00e4hrende Bewegung des Kosmos. So wie die Planeten sich um ihre eigene Achse drehen, drehten sich auch die T\u00e4nzer in Pirouetten um sich selbst. Unterbrochen wurden die einzelnen Sequenzen von einem Mann im schwarzen Frack, der einen Astronomen darstellte und die Ereignisse sorgf\u00e4ltig studierte.<\/p>\n<p>Das zweite St\u00fcck trug den Namen &#8220;Oscuras golondrinas&#8221; und wurde unter der Leitung Daniel Goldins zu der Musik von Dimitri Schostakowitsch aufgef\u00fchrt. Vom Universum zur\u00fcck zum Planeten Erde, der Schauplatz: die Stadt. Stra\u00dfenlaternen, beschmierte graue W\u00e4nde, eine Bushaltestelle, ein Haus. Die Handlung sponn sich um das Leben der Menschen in der Metropole. Oft tanzten die T\u00e4nzer parallel zueinander, liefen aneinander vorbei, hektisch und schnell. Selten schenkten sie sich innige Gesten. Parallel zueinander und dem Publikum zugewandt, fassten sie sich allesamt wie verzweifelt an den Kopf oder bewegten die Lippen wie im Gespr\u00e4ch zu einem unsichtbaren Gegen\u00fcber &#8211; dem Publikum, oder gar sich selbst? Das Ganze hatte fast etwas Zombiehaftes. Leben in der gro\u00dfen Stadt: Anonymit\u00e4t, ein Nebeneinander, selten ein Miteinander, und ein ewiges \u00dcberschneiden der Lebenswege an den immer gleichen Orten des Alltags. Ihren Ausdruck fand diese Melancholie auch darin, dass alle T\u00e4nzer zum Schluss schwarze M\u00e4ntel trugen. Einsamkeit und Isolation mitten in der Menschenmasse.<\/p>\n<p>Das dritte und letzte St\u00fcck des Abends war das bekannte Ballett &#8220;La consagraci\u00f3n de la primavera&#8221;. Das St\u00fcck wurde neu inszeniert von Mauricio Wainrot, dem Leiter des &#8220;Ballet Contempor\u00e1neo&#8221;. Es spielt im heidnischen Russland und handelt von einer Fr\u00fchlingsopferung zur Beschwichtigung des Fr\u00fchlingsgottes.<\/p>\n<p>In Pastellt\u00f6nen gekleidet, boten die T\u00e4nzer dem Publikum ein Spektakel der Gruppendynamik. Besonders eindrucksvoll war der rivalisierende Tanz der Geschlechter, bei dem die M\u00e4nner auf dem rechten und die Frauen zeitgleich auf dem linken Teil der B\u00fchne tanzten. Im Laufe des St\u00fccks wurde die Jungfrau bestimmt, die geopfert werden sollte. Vergeblich flehte sie um Gnade, f\u00fcgte sich dann jedoch in ihr Schicksal. Gekr\u00f6nt wurde das Ganze mit einem spektakul\u00e4ren Schlussbild.<\/p>\n<p>Mit dieser letzten Szene schloss sich der Vorhang, es gab &#8220;Bravo&#8221;-Rufe, und das Publikum str\u00f6mte aus dem Saal. Hinaus aus der kleinen Welt, zur\u00fcck in die gro\u00dfe.<\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung der drei Werke ist noch bis zum 25. August donnerstags um 14.30 Uhr, freitags und samstags jeweils um 20.30 Uhr und sonntags um 19 Uhr im Teatro San Mart\u00edn (Av. Corrientes 1530) zu sehen. Sie dauert insgesamt 130 Minuten und beinhaltet zwei Pausen von je einer halben Stunde. Der Eintritt kostet 70 Pesos f\u00fcr Sitzpl\u00e4tze im Pullman und 90 Pesos f\u00fcr Sitzpl\u00e4tze im Parterre. Donnerstags kann man sich die drei St\u00fccke f\u00fcr nur 30 Pesos ansehen.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nTanzende Galaxien: Choreographie von Margarita Bali.<br \/>\n(Carlos Flynn)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neues Programm des &#8220;Ballet Contempor\u00e1neo del Teatro San Mart\u00edn&#8221; Von Maren van Treel Mit Einbruch der Dunkelheit erwachen die Stra\u00dfen von Buenos Aires zum Leben. Am Obelisken str\u00f6men Sinneseindr\u00fccke auf den kleinen Passanten, die denen des New Yorker Times Square gleichkommen: ein Meer von Autos, Lichtern, Menschen. 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