{"id":16697,"date":"2013-08-30T16:17:26","date_gmt":"2013-08-30T19:17:26","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=16697"},"modified":"2013-08-27T16:17:48","modified_gmt":"2013-08-27T19:17:48","slug":"drei-bruder-mit-aussergewohnlichem-talent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/08\/30\/drei-bruder-mit-aussergewohnlichem-talent\/","title":{"rendered":"Drei Br\u00fcder mit au\u00dfergew\u00f6hnlichem Talent"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein \u00dcberblick \u00fcber das Werk der Br\u00fcder Ortiz Echag\u00fce im Museum Fernandez Blanco<\/p>\n<p><em>Von Philip Norten<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz.jpg\" alt=\"\" title=\"ortiz\" width=\"500\" height=\"402\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16698\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz-300x241.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nEnde Juli wurde der Palacio Noel, Hauptsitz des Museo Fern\u00e1ndez Blanco (MIFB) in Retiro, nach mehrmonatigen Renovierungsarbeiten wieder der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht. Neben neu eingerichteten Sammlungsr\u00e4umen ist vor allem die Sonderausstellung &#8220;La Luz, el Color y la Palabra&#8221; \u00fcber das Werk der drei Br\u00fcder Ortiz Echag\u00fce sehenswert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz44.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz44.jpg\" alt=\"\" title=\"ortiz44\" width=\"250\" height=\"244\" class=\"alignright size-full wp-image-16699\" \/><\/a>Zu Beginn der Ausstellungskonzeption stand zun\u00e4chst nur der international bekannteste der drei Br\u00fcder, Jos\u00e9, im Mittelpunkt des Interesses der Kuratoren. Jos\u00e9 Ortiz Echag\u00fce (*1886 in Guadalajara, Spanien) hat nicht nur einen gro\u00dfen Namen als Ingenieur, Auto- und Flugzeugpionier, sondern auch als Fotograf. Schon zu Lebzeiten wurde er als einer der bedeutendsten Fotografen Spaniens anerkannt. Er gilt dabei als ein Hauptvertreter des sogenannten Piktoralismus, eine Fotografiegattung, deren zentrales Anliegen es war, das damals noch neue Medium der Fotografie k\u00fcnstlerisch aufzuwerten. So wurden erstmals Kriterien wie Komposition und pers\u00f6nlicher Ausdruck aus der Malerei \u00fcbernommen und auch in der Fotografie zu einem bedeutenden Faktor.<\/p>\n<p>Jos\u00e9 Ortiz Echag\u00fce schuf seine &#8220;malerischen&#8221; Fotos, indem er das Fotopapier f\u00fcr seine Aufnahmen im Entwicklungsprozess bearbeitete und so Effekte erreichte, die stark an Malerei erinnern, z.B. die &#8220;weichgezeichneten&#8221; fast impressionistischen Hintergr\u00fcnde seiner Fotos. Zudem verwendete er Zeit seines Lebens Fresson-Fotopapier, das seinen Aufnahmen einen besonderen Farbstich verlieh.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz55.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz55.jpg\" alt=\"\" title=\"ortiz55\" width=\"250\" height=\"380\" class=\"alignright size-full wp-image-16702\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz55.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz55-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Inhaltlich sind seine Arbeiten als Reportage- und Dokumentarfotografie zu verorten. Seine Motive fand er sowohl im l\u00e4ndlichen Spanien mit seinen historischen Landschaften und folkloristischen Br\u00e4uchen, als auch auf seinen zahlreichen Reisen wie z.B. in Marokko, wo Bilder entstanden, die stark mit der Tradition der Orientreisen europ\u00e4ischer K\u00fcnstler des 19. Jahrhunderts verbunden sind.<\/p>\n<p>Seine Reise- und Abenteuerlust brachte Jos\u00e9 auch nach Argentinien, wo er besonders in den Kreisen der spanischen Gemeinschaft verkehrte, aber auch Bekanntschaft mit Jorge Newbery machte, mit dem er seine Leidenschaft f\u00fcrs Fliegen teilte. Das gr\u00f6\u00dfte Konvolut seiner Fotografien besitzt heute die Universidad de Navarra, und gerade diese gro\u00dfe Distanz und der fragile Zustand der Fotoabz\u00fcge machten einen Transport nach Buenos Aires schlie\u00dflich unm\u00f6glich und stellten die Kuratoren vor die Herausforderung, die Ausstellung neu zu konzipieren.<\/p>\n<p>Bei ihren vorbereitenden Recherchen stie\u00dfen sie auf Jos\u00e9s Bruder Antonio (*1883, Guadalajara), der seinem Bruder in k\u00fcnstlerischer Begabung und Reiselust in nichts nachstand. Antonio absolvierte eine traditionelle Malereiausbildung an der Academie Julien und an der Kunstakademie in Paris und schloss seine Ausbildung mit einem l\u00e4ngeren Romaufenthalt ab. Er blieb den Grundlagen seiner Akademieausbildung treu und experimentierte nie mit avantgardistischen Ideen, die die Kunst der Zeit bestimmten. Vielmehr erinnert sein Malstil an die franz\u00f6sischen Maler der fr\u00fchen Moderne, wie z.B. Manet, der in seinen Gem\u00e4lden die Schattenwirkung zugunsten einer gr\u00f6\u00dferen Fl\u00e4chigkeit reduzierte. Ortiz Echag\u00fce machte sich fr\u00fch einen Namen und war besonders als Portr\u00e4tmaler auch wirtschaftlich erfolgreich, was u.a. ein offizielles Portr\u00e4t f\u00fcr den spanischen K\u00f6nig Alfonso XIII. beweist.<\/p>\n<p>Nach Argentinien verschlug es ihn \u00fcber Umwege: der Vater seiner niederl\u00e4ndischen Frau Elizabeth Smidt war der Gr\u00fcnder der Banco Holand\u00e9s Unido in Buenos Aires und errichtete auch das Landgut &#8220;La Holanda&#8221; auf einem 20.000 Hektar gro\u00dfen Grundst\u00fcck in der Provinz La Pampa. Zunehmend unzufrieden mit der politischen und wirtschaftlichen Situation in Spanien, lie\u00df er sich in den 1930er Jahren endg\u00fcltig in Argentinien nieder, wo er 1942 auch starb. 1998 wurde ein Teil des Landgutes zu einem Museum umgewandelt, in dem Gem\u00e4lde von Antonio Ortiz Echag\u00fce ausgestellt werden. Zahlreiche dieser Werke traten nun f\u00fcr die Ausstellung im Museo Fernandez Blanco die Reise nach Buenos Aires an. Und auch die ausgestellten Fotografien von Jos\u00e9 stammen aus der Sammlung dieses Museums.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz2.jpg\" alt=\"\" title=\"ortiz2\" width=\"500\" height=\"387\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16703\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz2.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/ortiz2-300x232.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\n\u00c4hnlich wie sein Bruder Jos\u00e9 interessierte sich Antonio f\u00fcr folkloristische Themen, was sich in den Gem\u00e4lden mit traditionell arabischen Szenen aus Marokko oder bei den niederl\u00e4ndischen Motiven zeigt. Sein wichtigstes wirtschaftliches Standbein blieb die Portr\u00e4tmalerei, die er auch in Argentinien erfolgreich betrieb. Ein immer wiederkehrendes Thema war seine eigene Familie, besonders die T\u00f6chter, die er in Gem\u00e4lden verewigte. Neben der extremen Gr\u00f6\u00dfe der Formate &#8211; fast alle Personen sind in Lebensgr\u00f6\u00dfe portr\u00e4tiert &#8211; fallen die Gem\u00e4lde durch die qualit\u00e4tsvolle Ausf\u00fchrung bei der Farbgebung und Pinself\u00fchrung auf.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wird auch noch das Leben von von Fernando Ortiz Echag\u00fce beleuchtet. Als Journalist f\u00fcr die angesehene Tageszeitung &#8220;La Naci\u00f3n&#8221; verbrachte er gro\u00dfe Teile seines Lebens in Argentinien und wird heute als einer der wichtigsten Reporter dieser Epoche angesehen. Als Kriegskorrespondent pendelte er oft zwischen Europa und der neuen Welt und ist seinen Br\u00fcdern so nicht nur durch Talent, sondern auch seine Reise- und Abenteuerlust verbunden.<\/p>\n<p>Die Ausstellung ist noch bis zum 29. September im Palacio Noel, Museo Fern\u00e1ndez Blanco (Suipacha 1422, Buenos Aires) zu sehen.<\/p>\n<p><strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><br \/>\nAntonio Ortiz Echag\u00fce, &#8220;La Casa Amarilla&#8221;, Triptychon I, II and III (Detail). \u00d6l auf Leinwand, jeweils 239 x 149 cm. Holland, 1920.<br \/>\n(Collection Echag\u00fce)<\/p>\n<p>Jos\u00e9 Ortiz Echag\u00fce, &#8220;Prayer&#8221;, Fotografie auf Fresson-Papier, 29 x 32 cm.<br \/>\n(Collection Echag\u00fce)<\/p>\n<p>Jos\u00e9 Ortiz Echag\u00fce, &#8220;Fisherman&#8221;, Fotografie auf Fresson-Papier, 44.8 x 32.5 cm.<br \/>\n(Collection Echag\u00fce)<\/p>\n<p>Antonio Ortiz Echag\u00fce, \u201eCourtesans of Moulay Abdallah\u201c (Diptychon II). \u00d6l auf Leinwand, 150 x 200 cm. Fez, 1930.<br \/>\n(Collection Echag\u00fce)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein \u00dcberblick \u00fcber das Werk der Br\u00fcder Ortiz Echag\u00fce im Museum Fernandez Blanco Von Philip Norten Ende Juli wurde der Palacio Noel, Hauptsitz des Museo Fern\u00e1ndez Blanco (MIFB) in Retiro, nach mehrmonatigen Renovierungsarbeiten wieder der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht. 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