{"id":16831,"date":"2013-09-11T17:38:05","date_gmt":"2013-09-11T20:38:05","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=16831"},"modified":"2013-09-19T14:10:42","modified_gmt":"2013-09-19T17:10:42","slug":"film-ab-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/09\/11\/film-ab-2\/","title":{"rendered":"Film ab!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das 13. Deutsche Kinofestival steht vor der T\u00fcr<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_finsterworld.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_finsterworld.jpg\" alt=\"\" title=\"film_finsterworld\" width=\"500\" height=\"209\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16836\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_finsterworld.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_finsterworld-300x125.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nWundersch\u00f6ne Landschaften, schnelle Autos, brave, geschniegelte Schulkinder: Alles scheint perfekt in deutschen Landen. Doch unter der Oberfl\u00e4che brodelt das B\u00f6se, lauern das Perverse, die Langeweile und die Gnadenlosigkeit: Mit der Satire &#8220;Finsterworld&#8221; wird das diesj\u00e4hrige 13. Kinofestival von Buenos Aires am Donnerstag, den 12. September, er\u00f6ffnet. Die Regisseurin und Co-Autorin Frauke Finsterwalder reist pers\u00f6nlich an, um ihren Film dem Publikum in Argentinien vorzustellen.<\/p>\n<p>Bis Mittwoch, den 18. September, haben Kinoliebhaber die Gelegenheit, die j\u00fcngsten Produktionen talentierter junger Filmschaffender in 11 Langspielfilmen und einem Kurzfilmprogramm kennenzulernen. Alle Filme laufen im Saal 6 des Kinokomplexes Village Recoleta, Jun\u00edn\/Vicente L\u00f3pez, Buenos Aires. Der Vorverkauf hat am 7. September bereits begonnen.<\/p>\n<p>Einzelkarten kosten 50 Pesos, es gibt auch erm\u00e4\u00dfigte Abos. Der Stummfilm mit Livemusik, der das Festival traditionsgem\u00e4\u00df abschlie\u00dft, kostet 62 Pesos Eintritt. Informationen zu den Filmen, zum Publikumspreis etc. finden Sie auf der <a href=\"http:\/\/www.cinealeman.com.ar\/festival13\/presentacion.html\">Webseite des Festivals<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/programm_kinofestival.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/programm_kinofestival.jpg\" alt=\"\" title=\"programm_kinofestival\" width=\"500\" height=\"339\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16843\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/programm_kinofestival.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/programm_kinofestival-300x203.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hier einige Filmkritiken:<\/p>\n<p><strong>&#8220;Am Himmel der Tag&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Carlo-Johannes Schmid<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_amhimmeldertag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_amhimmeldertag.jpg\" alt=\"\" title=\"film_amhimmeldertag\" width=\"500\" height=\"287\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16838\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_amhimmeldertag.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_amhimmeldertag-300x172.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nWilde K\u00fcsse, herzhaftes Lachen, Bier, Longdrinks, Schnaps, noch mehr K\u00fcsse, Sex und Leidenschaft &#8211; am Wochenende. Kopfweh, Aspirin, \u00dcbelkeit, Spaghetti, lustlose Lernerei, noch mal Spaghetti und Warten auf das Wochenende &#8211; grauer Alltag. Ja, &#8220;Am Himmel der Tag&#8221; zeigt das Leben einer Studentin. Oder besser gesagt, das Bild einer ganzen Generation von Studenten. Immer auf der Suche nach ein bisschen Authentizit\u00e4t im Leben. Wer bin ich? Was studiere ich da eigentlich? Und wie sieht die Zukunft aus? Mit diesen Fragen schl\u00e4gt sich die 25-j\u00e4hrige Hauptperson des Films, Lara, herum. Da kommt es ihr nach anf\u00e4nglichen Zweifeln gar nicht mal so ungelegen, dass sich das zweite gro\u00dfe Thema des Films \u00fcberraschend ank\u00fcndigt. Das Leben selbst. Lara ist pl\u00f6tzlich schwanger. Ein Schock. Denn das Leben geht weiter, das Studium, die Partys, die Lernerei. Nur eins ist jetzt anders, es hat einen Sinn. Dies erkennt Lara und entschlie\u00dft sich, das Kind zu behalten. Sie will Verantwortung \u00fcbernehmen f\u00fcr ihr Leben.<\/p>\n<p>Die anf\u00e4ngliche Skepsis weicht der Vorfreude. Sie bereitet alles auf das Leben mit ihrem Kind vor, freut sich mit ihrer besten Freundin \u00fcber ihre wachsenden Br\u00fcste und streicht das Zimmer. Die junge Studentin meistert alle Ver\u00e4nderungen mit einer erstaunlichen Leichtigkeit und Begeisterung. Bis das Leben erneut zuschl\u00e4gt. Und wieder muss es einfach weitergehen.<\/p>\n<p>&#8220;Am Himmel der Tag&#8221; ist der erste Langspielfilm der Regisseurin Pola Beck. Die damit selbst erst ihr Studium an der Filmhochschule &#8220;Konrad Wolf&#8221; beendete. Die Hauptdarstellerin Aylin Tezel, gewann f\u00fcr die Rolle der &#8220;Lara&#8221; 2012 den Preis als &#8220;beste Schauspielerin&#8221; beim 30. Torino Filmfestival.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Speed&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Maren van Treel<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_speed.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_speed.jpg\" alt=\"\" title=\"film_speed\" width=\"500\" height=\"281\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16834\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_speed.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_speed-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nSpeed, die &#8220;Droge&#8221; unserer Gesellschaft. Technik und Maschinen takten unser Leben, eine einzige Effizienzsteigerung. Am Ende steht f\u00fcr immer mehr Menschen die totale Ersch\u00f6pfung: der Burn-Out. &#8220;Wollen wir so leben?&#8221;, lautet die Frage, die sich Florian Opitz, Dokumentarfilmemacher und Autor, stellt. Und warum tun wir es \u00fcberhaupt? Davon handelt sein Dokumentarfilm &#8220;Speed &#8211; auf der Suche nach der verlorenen Zeit&#8221;.<\/p>\n<p>&#8220;Was? Eine Stunde und 37 Minuten dauert der Film? Kann ich mir das leisten? Ich muss doch noch&#8230;&#8221;, denke ich zu Beginn des Films. Moment. Innehalten. Genau so sieht sie aus, die Beschleunigung der heutigen Zeit. Opitz sucht aber nicht nur nach deren Ursache, sondern auch nach anderen Lebenskonzepten. Das f\u00fchrt ihn zu Therapeuten, mehr oder weniger hilfreichen Selbsthilfe-Gurus und Wirtschaftsvertretern, aber auch in ferne L\u00e4nder und zu Menschen, die ihr ganz eigenes Konzept des langsamen Lebens entwickelt haben.<\/p>\n<p>Auch wenn einige der Ergebnisse schon bekannt sind, ist der Film doch eine gute Zusammenfassung, in der der Zuschauer manches Mal \u00fcberrascht wird. Sehenswert ist er aber vor allem als Ausgangspunkt f\u00fcr die eigene Suche nach Auswegen aus der st\u00e4ndigen Rastlosigkeit. Diese Zeit sollte man sich nehmen, es geht schlie\u00dflich um die eigene Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Hannah Arendt&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Marcus Christoph<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_hannah_arendt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_hannah_arendt.jpg\" alt=\"\" title=\"film_hannah_arendt\" width=\"500\" height=\"268\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16846\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_hannah_arendt.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_hannah_arendt-300x160.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nRegisseurin Margarethe von Trotta hatte schon mit ihrem Film \u00fcber Rosa Luxemburg einer bedeutenden Frau der deutschen Geschichte ein cineastisches Denkmal gesetzt. Nun l\u00e4sst sie mit &#8220;Hannah Arendt&#8221; ein weiteres folgen. Als Hauptdarstellerin setzte von Trotta auch diesmal auf Barbara Sukowa. Dieser gelingt es, die deutsch-j\u00fcdische Philosophin \u00fcberzeugend darzustellen. Dabei erhebt der Film nicht den Anspruch, das ganze Leben Arendts nachzuzeichnen. Er beschr\u00e4nkt sich auf die Zeit des Prozesses gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann, den die Philosophin in ihrer ber\u00fchmten Analyse der &#8220;Banalit\u00e4t des B\u00f6sen&#8221; beschreibt. Arendt wohnt der Gerichtsverhandlung in Jerusalem bei. Eichmann nimmt sie nicht als &#8220;Monster&#8221; wahr, sondern als mittelm\u00e4\u00dfigen B\u00fcrokraten. Als dieser verk\u00f6rpere er das moderne B\u00f6se, das nicht d\u00e4monisch, sondern banal sei.<\/p>\n<p>Der Film zeigt auch die Anfeindungen, denen Arendt nach Ver\u00f6ffentlichung ihrer Studie ausgesetzt war. Ihre Kritik an den Judenr\u00e4ten, die sie der Kollaboration mit den Nazis bezichtigte, war f\u00fcr viele nicht hinnehmbar. Weggef\u00e4hrten im New Yorker Emigrantenmilieu oder in Israel wenden sich von ihr ab.<\/p>\n<p>In dem Film sind R\u00fcckblenden zu sehen, die Arendt mit ihrem fr\u00fcheren Mentor Martin Heidegger zeigen. Die komplexe Beziehung zwischen der J\u00fcdin und dem Philosophen, der zeitweise mit der NS-Bewegung sympathisierte, wird aber leider nur kurz beleuchtet. Trotzdem ist &#8220;Hannah Arendt&#8221; ein sehenswertes Drama, bei dem man viel \u00fcber Geschichte lernt.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Transpapa&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_transpapa.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_transpapa.jpg\" alt=\"\" title=\"film_transpapa\" width=\"500\" height=\"333\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16850\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_transpapa.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_transpapa-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nDie Fete zu ihrem 15. Geburtstag endet mit viel M\u00fcll &#8211; und dann macht auch noch der Angebetete Schluss. Ihre Freundin erz\u00e4hlt ihr am Handy, wie er in der Schule \u00fcber sie herzieht. Maren (Luisa Sappelt) ist am Boden zerst\u00f6rt. Doch es soll noch schlimmer kommen: Ihre Mutter beichtet ihr, dass ihr Vater nicht etwa wie vermutet als Aussteiger seit Jahren in Nepal lebt, sondern in einem Vorort von K\u00f6ln, und dass er jetzt Sophia hei\u00dft und als Frau lebt. Nach dem ersten Schock macht Maren sich heimlich auf, ihn\/sie zu besuchen, ihrer Mutter tischt sie eine L\u00fcgengeschichte auf. Sophia (Devid Striesow) ist mindestens ebenso nerv\u00f6s wie Maren, als sie sie am Bahnhof abholt. Was nun? Wie werden die beiden ihre Beziehung definieren in einem Moment, in dem sie beide in Umbruchphasen stecken &#8211; und in denen beider Hormone ziemlich verr\u00fcckt spielen?<\/p>\n<p>Das Sch\u00f6ne an &#8220;Transpapa&#8221; ist, dass hier ein komplexes Thema als warmherzige, &#8220;kleine&#8221; Geschichte erz\u00e4hlt wird. Maren und Sophia sind auf Neuland und bewegen sich behutsam aufeinander zu, ohne gro\u00dfartige L\u00f6sungen parat zu haben. Eine sehr menschliche Geschichte und ein sehr gelungenes Langfilmdeb\u00fct der jungen Regisseurin Sarah Judith Mettke, die damit auch ihre eigene Geschichte verarbeitet.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Schuld sind immer die anderen&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Carlo-Johannes Schmid<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ein Film \u00fcber Reue und Vergebung, in dem sowohl T\u00e4ter als auch Opfer auf eine harte Probe gestellt werden. Ben ist ein krimineller Jugendlicher ohne Perspektive, der sich mit einem brutalen \u00dcberfall endg\u00fcltig auf das falsche Gleis katapultiert. Zusammen mit einem Komplizen raubt er eine Frau aus und verpr\u00fcgelt die am Boden Liegende. Die Konsequenz seines Lebenswandels holt ihn bald ein: Knast. Dort sitzt er wegen kleinerer Delikte. Der \u00dcberfall konnte nicht aufgekl\u00e4rt werden. Dass es im Gef\u00e4ngnis nicht angenehm ist, bemerkt er, als er selbst Pr\u00fcgel einstecken muss, deshalb l\u00e4sst er sich auf das Angebot des Sozialarbeiters Niklas ein. Dieser nimmt ihn mit in den freien Vollzug in die Einrichtung &#8220;Waldhaus&#8221;, die er zusammen mit seiner Frau Eva f\u00fchrt. Dort gibt es weder Z\u00e4une noch Mauern, daf\u00fcr aber einen straffen Tagesablauf, viele Regeln und ein Bewertungssystem, durch das man sich in der Hierarchie nach oben arbeiten kann. Das Ziel ist der sogenannte T\u00e4ter-Opfer-Ausgleich, der besagt, wenn der T\u00e4ter ehrlich bereut, wird ihm das Opfer auch verzeihen. Anfangs str\u00e4ubt sich Ben gegen alle Regeln, findet sich aber bald besser zurecht. Er f\u00e4ngt an, eine Zukunft f\u00fcr sich zu sehen und tr\u00e4umt von einer Ausbildung als Automechaniker. Als jedoch Eva aus dem Urlaub kommt, muss Ben entsetzt feststellen, dass es sich bei der Frau von Niklas um sein Pr\u00fcgelopfer handelt.<\/p>\n<p>Der Regisseur Lars-Gunnar Lotz beleuchtet in &#8220;Schuld sind immer die anderen&#8221; nicht nur die Rolle des Gewaltt\u00e4ters und dessen Versuch der Besserung. Er zeigt auch, wie schwer es ist, zu verzeihen. Auch f\u00fcr Eva, die Jugendlichen seit Jahren beibringt, dass Vergebung m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Wir wollten aufs Meer&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Marcus Christoph<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_wirwolltenaufsmeer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_wirwolltenaufsmeer.jpg\" alt=\"\" title=\"film_wirwolltenaufsmeer\" width=\"500\" height=\"333\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16856\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_wirwolltenaufsmeer.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_wirwolltenaufsmeer-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nWer die DDR frei nach G\u00fcnter Grass als &#8220;kommode Diktatur&#8221; wahrgenommen hat, der bekommt bei dem Politdrama &#8220;Wir wollten aufs Meer&#8221; eine h\u00e4rtere Version totalit\u00e4rer Herrschaft vor Augen gehalten. D\u00fcster, voller Intrigen, Verrat und brutaler G\u00e4ngelung stellt Regisseur Toke Constantin Hebbeln in seinem zweiten Langfilm den &#8220;Arbeiter- und Bauernstaat&#8221; dar. Im Zentrum der Handlung stehen mit Cornelis (Alexander Fehling) und Andreas (August Diehl) zwei junge M\u00e4nner, die 1982 nach Rostock kommen, um m\u00f6glichst bald als Matrosen in die weite Welt zu fahren. Doch sie finden nur Besch\u00e4ftigung am Hafen. In dieser Situation bietet die Stasi an, die beiden zur Handelsmarine zuzulassen, wenn sie den zur Flucht bereiten Vorarbeiter Matthias (Ronald Zehrfeld) aushorchen. Das Drama nimmt seinen Lauf, als dessen Fluchtversuch scheitert und der Bespitzelte in den Knast muss. Andreas dient sich der Stasi an. Cornelis hingegen leidet an Gewissensbissen und versucht schlie\u00dflich selbst, mit seiner vietnamesischen Freundin Phuong Mai (Thao Vu) \u00fcber die tschechische Grenze in den Westen zu entkommen. Phuong Mai schafft die Flucht, Cornelis aber wird verhaftet. Im Gef\u00e4ngnis trifft er seinen einstigen Vorarbeiter Matthias wieder. W\u00e4hrend sie in der Haft Schikanen ausgesetzt sind, intrigiert der zum hauptamtlichen Stasi-Mitarbeiter aufgestiegene Andreas eifrig gegen seinen einstigen Freund.<\/p>\n<p>Unter dem Strich ein beklemmender Film dar\u00fcber, was ein totalit\u00e4res Regime mit Menschen anstellen kann.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Freier Fall&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_freierfall.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_freierfall.jpg\" alt=\"\" title=\"film_freierfall\" width=\"500\" height=\"312\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16859\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_freierfall.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/film_freierfall-300x187.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nWer in einem L\u00e4uferfeld an erster Position liegt, muss schon eine besondere Pers\u00f6nlichkeit besitzen, um nicht nerv\u00f6s zu werden, wenn ihm die anderen dicht auf den Fersen sind. Der Film &#8220;Freier Fall&#8221; beginnt mit einem L\u00e4ufer, der ganz entspannt ein Rudel schwitzender Polizeisch\u00fcler anf\u00fchrt. Hinter ihm keuchend ein anderer, der schon bald mit Seitenstechen aufgeben muss. Kay (Max Riemelt), der Erste, und Marc (Hanno Koffler), der Zweite, geraten im Laufe der Fortbildung aneinander und werden beide ger\u00fcgt. Danach rauchen sie eine Zigarette zusammen, dann einen Joint, dann laufen sie gemeinsam. Eins kommt zum anderen &#8211; die beiden st\u00fcrzen sich in eine heftige Aff\u00e4re.<\/p>\n<p>Marcs &#8220;normales Leben&#8221; bleibt davon zun\u00e4chst unber\u00fchrt. Mit seiner hochschwangeren Freundin ist er gerade in ein von den Eltern und Schwiegereltern finanziertes Haus gezogen, das auch noch direkt an die H\u00e4user der vier Eltern grenzt. Kein Wunder, dass der Mann nicht atmen kann. Dort w\u00e4re Marc wahrscheinlich alt geworden und h\u00e4tte das ganz normal gefunden, doch Kay hat sich in ihn verliebt und taucht unvermutet als neuer Kollege bei Marcs Arbeit auf. Und die beiden k\u00f6nnen die Finger nicht voneinander lassen. Als Marcs Sohn geboren wird, macht er mit Kay Schluss, doch da kann er schon nicht mehr zur\u00fcck in sein altes Leben. Wohin es gehen soll, wei\u00df er auch nicht: Er steht vor einem Tr\u00fcmmerhaufen. Dennoch sieht man am Ende, wie Marc &#8211; erneut bei der Fortbildung &#8211; das Feld anf\u00fchrt. Von Atemschwierigkeiten keine Spur.<\/p>\n<p>Die Sexszenen im Film vermitteln die intensive erotische Anziehung zwischen beiden M\u00e4nnern, &#8220;nackte Tatsachen&#8221; werden hingegen kaum gezeigt. Regisseur Stephan Lacant h\u00e4tte sein Langfilmdeb\u00fct gar nicht im Polizistenmilieu ansiedeln m\u00fcssen. Es w\u00e4re auch so ein guter Film geworden.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Finsterworld&#8221;<\/p>\n<p><em>Von Carlo-Johannes Schmid<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Er\u00f6ffnungsfilm des 13. Deutschen Kinofestivals ist das Spielfilmdeb\u00fct von Frauke Finsterwalder. Sie f\u00fchrte Regie und schrieb zusammen mit ihrem Mann, dem Schweizer Schriftsteller Christian Kracht, das Drehbuch. Im Film wird der Zuschauer auf eine Reise geschickt unter die Oberfl\u00e4che der deutschen Gesellschaft. Die Dinge, die man sonst nicht mitbekommt, kommen zum Vorschein. So folgt man in dem Film verschiedenen Charakteren mit ihren Vorlieben und Macken, die alle eine eigene Geschichte erz\u00e4hlen und am Ende doch auf teils dramatische Weise zusammenh\u00e4ngen und kollidieren.<\/p>\n<p>Ein wohlhabendes Ehepaar jettet um die Welt. Dabei geht es seiner Lieblingsbesch\u00e4ftigung nach, sie beschweren sich \u00fcber die schlechten Zust\u00e4nde, die in Deutschland herrschen und wie viel besser es fr\u00fcher war. W\u00e4hrenddessen beschwert sich ihr verzogener Sohn \u00fcber einen langweiligen Besuch eines ehemaligen Konzentrationslagers und l\u00e4sst sich zu dem ein oder anderen geschmacklosen Scherz hinrei\u00dfen, mit teils schwerwiegenden Auswirkungen f\u00fcr seinen Lehrer. Der Junge scheint die Ignoranz seiner Eltern zu genie\u00dfen, was man von seiner Gro\u00dfmutter nicht behaupten kann. Sie fristet ein einsames Leben, abgeschoben in einem Altersheim. Da es ihrem Fu\u00dfpfleger, der ihre Hornhaut sammelt, \u00e4hnlich zu gehen scheint, fangen die beiden eine Liebschaft an. Erg\u00e4nzt werden die kuriosen Vorlieben der Charaktere von einem Polizisten, der sich am liebsten als Kuscheltier mit Gleichgesinnten trifft und einem einsamen, im Wald lebenden Mann, der auf seine spezielle Art auf die Zerst\u00f6rung seines Lebensraumes reagiert.<\/p>\n<p>&#8220;Finsterworld&#8221; ist kein Wohlf\u00fchlkino, eher hinterl\u00e4sst er ein mulmiges Gef\u00fchl. Eine vordergr\u00fcndig heile Welt wird auf satirische Weise als L\u00fcgengebilde entlarvt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das 13. Deutsche Kinofestival steht vor der T\u00fcr Von Susanne Franz Wundersch\u00f6ne Landschaften, schnelle Autos, brave, geschniegelte Schulkinder: Alles scheint perfekt in deutschen Landen. Doch unter der Oberfl\u00e4che brodelt das B\u00f6se, lauern das Perverse, die Langeweile und die Gnadenlosigkeit: Mit der Satire &#8220;Finsterworld&#8221; wird das diesj\u00e4hrige 13. Kinofestival von Buenos Aires am Donnerstag, den 12. 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