{"id":17103,"date":"2013-10-05T13:01:10","date_gmt":"2013-10-05T16:01:10","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=17103"},"modified":"2013-10-05T16:31:48","modified_gmt":"2013-10-05T19:31:48","slug":"durch-die-brille-des-kurzfilms-nachlese-zum-13-deutschen-kinofestival-von-buenos-aires","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/10\/05\/durch-die-brille-des-kurzfilms-nachlese-zum-13-deutschen-kinofestival-von-buenos-aires\/","title":{"rendered":"Durch die Brille des Kurzfilms &#8211; Nachlese zum 13. Deutschen Kinofestival von Buenos Aires"},"content":{"rendered":"<p><strong>Youdid Kahveci, deutsche Jungregisseurin, \u00fcber ihren neuesten Kurzfilm und ihre Arbeit als Regisseurin<\/p>\n<p><em>Von Maren van Treel<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/passbild_kahveci11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/passbild_kahveci11.jpg\" alt=\"\" title=\"passbild_kahveci11\" width=\"250\" height=\"334\" class=\"alignright size-full wp-image-17106\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/passbild_kahveci11.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/passbild_kahveci11-224x300.jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>In dem Hotel in Recoleta, in dessen Lobby wir zum Interview verabredet sind, h\u00e4tte Youdid Kahveci wohnen k\u00f6nnen. Die Jungregisseurin, deren neuester Kurzfilm &#8220;\u00dcber rauhem Grund&#8221; Mitte September im Rahmen des <a href=\"http:\/\/www.cinealeman.com.ar\/festival13\/presentacion.html\">13. Deutschen Kinofestivals<\/a> in Buenos Aires zu sehen war, sollte eigentlich dort untergebracht sein. Ein sehr sch\u00f6ner Ort, ruhig, hell und vom L\u00e4rm der Stadt abgeschirmt. Ein Ort zum Entschleunigen, mit wei\u00dfen Sofas und vielen Pflanzen.<\/p>\n<p>Aber sie wollte lieber in San Telmo wohnen, im &#8220;wahren&#8221; Buenos Aires.<\/p>\n<p>Youdid Kahveci, die die Schreibweise ihres Vornamens \u00e4ndern lie\u00df, ist schon immer kunstaffin gewesen. In einer Akademikerfamilie sei es allerdings keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit gewesen, sich in Richtung Kunst zu orientieren. Zum Filmemachen ist die daher \u00fcber Umwege gekommen. Zun\u00e4chst eine Ausbildung zur G\u00e4rtnerin, dann Stellen als Barkeeperin in Berliner Kneipen. Etwas, das sie jetzt neben den Filmen immer noch macht, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.<\/p>\n<p>Wenn sie mit einem Film eine Geschichte erz\u00e4hlen m\u00f6chte, beginnt sie sie immer von einem konkreten Ort aus. Die Idee daf\u00fcr kommt ihr spontan. Es seien &#8220;Dinge, die mich st\u00f6ren an unserer Gesellschaft&#8221;, mit denen sie sich in ihren Filmen besch\u00e4ftige. Deshalb sei es oft eine sozialkritische Botschaft, die sie den Zuschauern mit auf den Weg geben wolle, oder einfach einen Denkansto\u00df. So sieht der Zuschauer die Probleme der Gesellschaft gewisserma\u00dfen durch die Brille ihrer Filme.<\/p>\n<p>Ihr Kurzfilm &#8220;\u00dcber rauhem Grund&#8221; handelt beispielsweise von Sozialbestattungen, oder etwas allgemeiner: von der W\u00fcrde eines Menschen. Aber es geht nicht nur im Film selbst um dieses Thema, auch bei den Dreharbeiten war es allgegenw\u00e4rtig. Denn fast alle Darsteller sind Komparsen und werden an den meisten Filmsets schlecht behandelt. Dieses Mal aber erf\u00fcllte sich f\u00fcr alle der Komparsentraum einer Sprechrolle und sie wurden w\u00fcrdevoll behandelt. So kann es auch gehen.<\/p>\n<p>Wenn Youdid Kahveci eine Idee f\u00fcr einen Film hat, recherchiert sie zuerst gr\u00fcndlich zum Thema. Dann f\u00e4ngt sie an, das Ganze zu verarbeiten, indem sie einen Film daraus macht &#8211; oft mit einer Tendenz zum Surrealismus. Das gebe dem Zuschauer die M\u00f6glichkeit, sich selbst auf die Suche nach L\u00f6sungen zu machen. Ihr Film stelle dazu nur die richtigen Fragen. Das Sch\u00f6ne daran ist, dass alles von einer ganz allt\u00e4glichen Situation ausgeht, zum Beispiel dem Stammtischabend in der Berliner Eckkneipe.<\/p>\n<p>Dennoch bleibt da nat\u00fcrlich die Unsicherheit, wie die Filme ankommen. Ich frage sie, wie sie den Erfolg einer ihrer Filme definiert. Zuerst sei es toll, wenn der Film gesehen werde, findet sie. Aber wenn er beim Publikum auch Emotionen ausl\u00f6sen konnte und sie selbst das Gef\u00fchl hat, den Film gemacht zu haben, den sie machen wollte, dann sei das f\u00fcr sie ein Erfolg.<\/p>\n<p>Zur Zeit arbeitet Youdid Kahveci an einer Adaption des Werkes &#8220;Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande&#8221; von Franz Kafka. Sie erz\u00e4hlt, dass sie es allerdings auf die Rolle einer Frau umgeschrieben habe und sich darin mit dem Thema Zweifel besch\u00e4ftige. Man darf gespannt sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Youdid Kahveci, deutsche Jungregisseurin, \u00fcber ihren neuesten Kurzfilm und ihre Arbeit als Regisseurin Von Maren van Treel In dem Hotel in Recoleta, in dessen Lobby wir zum Interview verabredet sind, h\u00e4tte Youdid Kahveci wohnen k\u00f6nnen. Die Jungregisseurin, deren neuester Kurzfilm &#8220;\u00dcber rauhem Grund&#8221; Mitte September im Rahmen des 13. 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