{"id":17115,"date":"2013-10-06T14:09:07","date_gmt":"2013-10-06T17:09:07","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=17115"},"modified":"2013-10-06T14:09:07","modified_gmt":"2013-10-06T17:09:07","slug":"si-el-tiempo-lo-permite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/10\/06\/si-el-tiempo-lo-permite\/","title":{"rendered":"&#8230; si el tiempo lo permite"},"content":{"rendered":"<p><strong>9. Biennale des Mercosur in Porto Alegre, 13. September \u2013 10. November 2013<\/p>\n<p><em>Von Maike Pricelius<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Luis-F-Benedit.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Luis-F-Benedit.jpg\" alt=\"\" title=\"Luis F Benedit\" width=\"448\" height=\"332\" class=\"aligncenter size-full wp-image-17126\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Luis-F-Benedit.jpg 448w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Luis-F-Benedit-300x222.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><\/a><br \/>\n&#8230; wenn es das Klima erlaubt. Ende September, genau in der Regenzeit, erlaubt das Wetter eigentlich ziemlich wenig in Porto Alegre. Aber zum Gl\u00fcck findet die 9. Biennale vor allem in Innenr\u00e4umen statt, an drei zentralen Ausstellungsorten im Zentrum der Stadt (Memorial, Santander Cultural, Museo de Arte do Rio Grande do Sul Ado Malagoli, MARGS) und in einer alten umfunktionierten Fabrik (Usina do Gas\u00f4metro), welche direkt am Wasser liegt.<\/p>\n<p>Die Ausstellung mit dem Titel &#8220;Portale, Vorhersagen und Inseln&#8221; widmet sich dem Klima als Ph\u00e4nomen, &#8220;atmosph\u00e4risch, emotional, politisch&#8221;. Das Wetter beeinflusst einen eben, wie der Eingangstext feststellt, es ist vorhersehbar, aber nicht kontrollierbar.<\/p>\n<p>Die Kuratorin Sof\u00eda Hern\u00e1ndez Chong Cuy war als Agentin auf der dOKUMENTA 13, 2012, t\u00e4tig. Einige der von der k\u00fcnstlerischen Direktorin Carolyn Christov-Barkagiev in Kassel angeschnitten Themen finden sich in Porto Alegre in neuer Form wieder, wie das Interesse an Kooperationen von Wissenschaft, Technik und Kunst, wie auch die Verbindungen von Natur und Kultur. Die Interaktion zwischen Natur, Kultur und Technik bildet eine der zentralen thematischen Achsen der Biennale, weshalb vor allem kooperative Projekte, die sich an der Grenze von Wissenschaft und Kunst ansiedeln, gezeigt werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Robert-Rauschenberg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Robert-Rauschenberg.jpg\" alt=\"\" title=\"Robert Rauschenberg\" width=\"250\" height=\"333\" class=\"alignright size-full wp-image-17117\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Robert-Rauschenberg.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Robert-Rauschenberg-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Das Herzst\u00fcck der Ausstellung, in der Mitte des Santander Cultural, bildet ein riesiger Tank voll blubberndem, Blasen werfendem, halb fl\u00fcssigem Schlamm. Es handelt sich dabei um Robert Rauschenbergs &#8220;Mud Muse&#8221;, 1971, welche paradigmatisch f\u00fcr die unterschiedlichen Tendenzen dieser Ausstellung stehen kann. Ein von dem Performance-K\u00fcnstler Petrie Mason Robie aufgenommener Soundtrack l\u00f6st die Blasen \u00fcber ein unter dem Tank angebrachtes System von Luftventilen aus. Das Klicken der Ventile und die Ger\u00e4usche der Blasen bilden die Ger\u00e4uschkulisse in der gesamten Eingangshalle. Rauschenberg arbeitete zusammen mit den Ingenieuren Lewis Ellmore und Frank LaHayne im Rahmen des &#8220;Art and Technology Program&#8221; an der Aktivierung dieser Schlammmassen, die aus einer Mischung aus Vulkanasche und Wasser bestehen. Diese Kooperation zwischen K\u00fcnstlern und verschiedenen Industriezweigen, von Kunst und Technologie, war 1969 von Maurice Tuchman, der zu dieser Zeit Kurator am L.A. Museum for Contemporary Art war, initiert worden. Es dr\u00fcckt den vorherrschenden Glauben dieser Zeit an die M\u00f6glichkeiten neuer Technologien f\u00fcr die Kunst aus. Rauschenberg hatte schon in den fr\u00fchen 1960ern zusammen mit den Ingenieuren Billy Kl\u00fcver und Fred Waldhauer und dem K\u00fcnstler Robert Whitman die Gruppe E.A.T. (Experiments in Art and Technology) gegr\u00fcndet, die sich als eine der Ersten der Kooperation von K\u00fcnstlern und Ingenieuren gewidmet hatte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Tony-Smith.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Tony-Smith.jpg\" alt=\"\" title=\"Tony Smith\" width=\"250\" height=\"333\" class=\"alignright size-full wp-image-17120\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Tony-Smith.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Tony-Smith-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>An allen Ausstellungsorten findet sich mindestens ein konzeptuelles Werk aus den 1960er oder fr\u00fchen 1970er Jahren, welche sich mit dem Begriff der Systemkunst beschreiben lie\u00dfen und die zahlreiche Bez\u00fcge zu den zeitgen\u00f6ssischen Produktionen bilden. Die zentrale Halle im MARGS wird von einer Struktur, bestehend aus 4800 Tetraedern und Oktaedern aus Pappkarton dominiert, die Tony Smith ebenfalls im Rahmen des &#8220;Art and Technology Program&#8221; zusammen mit der Firma Container Corporation of America entwickelt hatte. &#8220;Bat Cave&#8221;, 1970, ist Felsformationen, wie sie in der W\u00fcstenlandschaft der USA zu finden sind, nachempfunden, wobei das Material des Kartons an Sand und Stein erinnert. Tony Smith ist durch seine schwarzen, kubischen Stahlskulpturen ber\u00fchmt geworden, zu denen sich diese komplexe Struktur aus so einem ephemeren Material wie Karton im Vergleich abhebt.<\/p>\n<p>Weitere Beispiele f\u00fcr diese Art der Systemkunst w\u00e4ren Hans Haackes &#8220;Circulation&#8221;, 1969, ein Kreislauf aus Wasser und Luftblasen, die durch sich immer weiter verzweigende, durchsichtige Plastikr\u00f6hren flie\u00dfen und welche den Boden eines ganzen Raumes in der Usina do Gas\u00f4metro einnehmen. Durch die sich immer weiter auff\u00e4chernden R\u00f6hrensysteme \u00e4ndert sich der Rhythmus des Wasserflusses, der erst voller Druck ist, dann immer langsamer wird, um dann schlie\u00dflich an seinen Ausgangspunkt zur\u00fcckzukehren. Auch die fr\u00fchen Happenings von Martha Minuj\u00edn beziehen sich auf eine Art Kreislauf, auf Experimente der Kommunikation, inspiriert von den neuen M\u00f6glichkeiten von Medien wie Fernsehen und Video. Im Memorial werden Dokumente von dem Happening der argentinischen K\u00fcnstlerin gezeigt. In Zusammenarbeit mit Wolf Vostell und Allan Kaprow inszenierte sie am 24. Oktober 1966 in Buenos Aires das Happening &#8220;Simultaneity in Simultaneity&#8221;, welches in New York und Berlin \u00fcbertragen werden sollte. Durch Satelliten\u00fcbertragung sollten gleichzeitig Fernsehbilder und Radiosendungen an diesen weit entfernten Orten empfangen werden. Auch wenn alle drei K\u00fcnstler einen Beitrag entwickelten, sind auf der Biennale ausschlie\u00dflich Dokumentationen des Happenings von Minuj\u00edn zu sehen. Dieses bestand aus einer R\u00fcckkopplung von Video- und Tonaufnahmen, die von einem eingeladenen Publikum gemacht worden waren und ihnen am zweiten Tag in Fernsehern und Radio wieder vorgef\u00fchrt wurden. Das Publikum sah sich also mit seinem eigenen Bild, vermittelt durch die Medien, konfrontiert.<\/p>\n<p>Das Thema der Kommunikation wird im gleichen Geb\u00e4ude von einem jungen Argentinier in anderer Form wieder aufgenommen. Die Arbeit &#8220;Nostalgia Arrow&#8221;, 2013, von Nicol\u00e1s Bacal besteht allein in einem ausstehenden Telefonanruf. Bacal, der sich schon in fr\u00fcheren Arbeiten mit dem Vergehen der Zeit auseinandergesetzt hat, hat nun in Brasilien die Stimme ausfindig gemacht, die seit den 1970er Jahren f\u00fcr das nationale Observatorium die Zeit ansagt. Elo\u00ed, deren Stimme \u00fcber Jahre zu h\u00f6ren war, ist immer noch pr\u00e4sent, wenn man die 0800-0000-130 w\u00e4hlt. Ihre Ansage ist die Gleiche geblieben, jedoch ist die Stimme heute unverkennbar gezeichnet durch den Verlauf der Jahre. Im Zeitraum zwischen dem 13. September und dem 10. November 2013 kann es sein, dass das im Erdgeschoss aufgestellte Telefon zu klingeln beginnt, und sie am Apparat ist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Arrobo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Arrobo.jpg\" alt=\"\" title=\"Arrobo\" width=\"250\" height=\"333\" class=\"alignright size-full wp-image-17121\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Arrobo.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Arrobo-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Auch die argentinische Poetin Fernanda Laguna hat ein Werk \u00fcber Kommunikation im Auftrag der Biennale angefertigt. Ebenfalls im MARGS liegt ein von ihr geschriebener Brief zum Lesen aus, w\u00e4hrend sie die Antwort als Flaschenpost im Fluss versenkt hat. Eine \u00e4hnliche Idee findet sich einen Raum weiter. Auch der Kolumbianer Daniel Santiago entwickelte ein Projekt im Rahmen eines Aufenthaltes in Kanada, f\u00fcr das er all sein Hab und Gut in einer Kiste verpackte und diese in einem See in der N\u00e4he von Toronto versenkte. Im MARGS sind der Schl\u00fcssel zu dieser Kiste, eine Karte mit einem eingezeichneten X und ein Video, &#8220;tesoro, di\u00e1logo entre tiempos&#8221;, 2012, zu sehen, in welchem diese Aktion dokumentiert wurde. Die Skulptur &#8220;Perfect Crime&#8221;, 2013, von Anthony Arrobo ist eine exakte Nachbildung eines Felsblockes aus durchsichtigem Kunstharz, den der K\u00fcnstler vorher im Gua\u00edba vor der Stadt hat untergehen lassen.<\/p>\n<p>Die Ausstellung ist gepr\u00e4gt von diesen unsichtbaren Werken, die sich nur in der Imagination des Betrachters vollziehen. Die Kuratoren sprechen daher auch von den Kunstwerken als Portalen, die es erm\u00f6glichen, sich andere m\u00f6gliche Welten zu vergegenw\u00e4rtigen. Die 9. Biennale versucht, unsere Erde zu kartopgraphieren und gleichzeitig zu zeigen, was unter der Oberfl\u00e4che liegt. So finden sich Verweise auf Vulkanausbr\u00fcche, Bilder von Blitzen, von den Tiefen des Meeres, \u00fcber die h\u00f6chsten Baumwipfel bis hin zu weit entfernten Galaxien. Hat man das Thema erstmal entdeckt, taucht es \u00fcberall wieder auf: Steine, in der Form von Felsen, Sternen oder als Erdboden. Und so erscheint es mehr als folgerichtig, dass durch die R\u00e4ume des Memorial die Hymne der Biennale zu vernehmen ist, welche aus einer Adaption eines Liedes des brasilianischen S\u00e4ngers Caetano Veloso, &#8220;If You Hold a Stone&#8221;, von Mario Garc\u00eda Torres, besteht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Faivovich-Goldberg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Faivovich-Goldberg.jpg\" alt=\"\" title=\"Faivovich Goldberg\" width=\"448\" height=\"302\" class=\"aligncenter size-full wp-image-17122\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Faivovich-Goldberg.jpg 448w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Faivovich-Goldberg-300x202.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><\/a><br \/>\nVor allem im Santander Cultural sind Kunstwerke an der Schnittstelle zwischen Kultur und Natur zu sehen. Im ersten Stock zeigt die Biennale ein Gem\u00e4lde des Meteoriten &#8220;Mes\u00f3n de Fierro&#8221;, 2011, des argentinischen K\u00fcnstlerduos Faivovich und Goldberg. Schon auf der dOKUMENTA 13, 2012, hatten sie viel Aufmerksamkeit f\u00fcr ihre langj\u00e4hrige Forschung \u00fcber das Meteoritenfeld Campo del Cielo in der Region Chaco bekommen, vor allem f\u00fcr El Chaco, die geplante Reise des 37 Tonnen schweren Steins aus dem All, bzw. Chaco, nach Kassel, welche am Schluss scheiterte. Die Darstellung des &#8220;Mes\u00f3n de Fierro&#8221;, der auch aus der Chaco-Region stammt, ist ebenfalls nicht ganz so einfach, wie es scheint, da der Meteorit seit 1783 verschollen ist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Allan-McCollum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Allan-McCollum.jpg\" alt=\"\" title=\"Allan McCollum\" width=\"250\" height=\"333\" class=\"alignright size-full wp-image-17124\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Allan-McCollum.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Allan-McCollum-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Auch die Arbeit von Allan McCollum, &#8220;The Event: Petrified Lightning from Central Florida (with Supplemental Didactics)&#8221;, 1997-98, zeigt Formationen, die an Lehmgebilde erinnern, gleich neben dem Tank von Rauschenberg. Es handelt sich dabei um mehr als 13.000 Blitzsinter (Fulguriten), die die gleiche Farbe wie der Schlamm bei Rauschenberg haben. McCollum arbeitete zusammen mit Wissenschaftlern daran, k\u00fcnstlich Blitze anzuziehen. Die Blitzsinter bestehen aus Sand, der durch die hohe Energiezufuhr eingeschmolzen wird. Die in der Ausstellung zu sehenden Replica sind aus dem gleichen Sand geformt, an dem diese Ereignisse stattgefunden haben. Zus\u00e4tzlich hat McCollum eine Auswahl von mehr als 10.000 kulturellen Zeugnissen, Berichten, Untersuchungen in Brosch\u00fcrenform zusammengestellt, die von diesem seltenen Ph\u00e4nomen handeln.<\/p>\n<p>Die Installation von Elena Damiani, &#8220;Fading Field, Nr. 3&#8221;, 2013, kombiniert wiederum geologische Formationen mit abstrakten Strukturen. Sie l\u00f6st damit den realen Ort in den Fotos in ihren dreidimensionalen Collagen auf. Genauso l\u00f6scht der Wandtext von Fritzia Irizars &#8220;Untitled (Fake Nature)&#8221;, 2012, jegliche Illusion aus, dass es sich bei dem Diamanten in der Vitrine um einen echten Stein handelt. Dieser wurde aus den Haaren der Tarahumara, einer indigenen Gemeinde in den Bergen von Chihuahua, Mexiko, hergestellt, einer Gegend, die von einer Hungersnot heimgesucht worden ist. Da sich Spuren des Mangels in den Haaren wiederfinden, wurde die Geschichte der Menschen so Teil dieser Diamantskulptur, die auf den ersten Blick nichts als ein Luxusobjekt zu sein scheint.<\/p>\n<p>Die Werke im MARGS funktionieren ebenfalls nur als Hilfskonzepte, um Nicht-Visuelles sichtbar zu machen. Hier dominieren vor allem unsichtbare Kr\u00e4fte, wie Magnetismus und Radiowellen, die R\u00e4ume.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Allora-Calzadilla.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Allora-Calzadilla.jpg\" alt=\"\" title=\"Allora Calzadilla\" width=\"250\" height=\"333\" class=\"alignright size-full wp-image-17125\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Allora-Calzadilla.jpg 250w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Allora-Calzadilla-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Allora &#038; Calzadillas Installation &#8220;Ten Minute Transmission&#8221;, 1997\/2003, besteht aus unz\u00e4hligen Drahtkleiderb\u00fcgeln, die eine Antenne bilden, die Kontakt zur Internationalen Raumstation (ISS) aufnimmt, je nach ihrer Stellung ist die \u00dcbertragung f\u00fcr zehn Minuten m\u00f6glich. In der Ausstellung sind ebenfalls Fotografien von Trevor Paglen zu sehen, die zeigen, was nicht zu sehen ist, geheime Satelliten oder eigentlich nicht existierende Orte tausende Kilometer entfernt im All. Diese Bilder, die sich an der Grenze unserer Wahrnehmung ansiedeln, sind nur Dank neuester Technik und wissenschaftlicher Forschung m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die \u00e4ltesten Arbeiten auf der Biennale stammen von dem Griechen Takis, der sich seit den 1950er Jahren mit Magnetismus in seiner Kunst besch\u00e4ftigt. Diese unsichtbaren Kr\u00e4ftefelder macht der K\u00fcnstler in seinen Installationen sichtbar. Als einer der ersten K\u00fcnstler, der 1968 Mitglied im angesehenen Center for Advanced Visual Studies (CAVS) am MIT wurde, arbeitete auch er zusammen mit Wissenschaftlern und Ingenieuren. Die Arbeiten auf der Biennale stammen aber von vor dieser Zeit: &#8220;White Magnetic Wall, No. 8&#8221;, 1961, besteht aus einer wei\u00dfen Leinwand, auf die ein schwarzer Kegel zufliegt, der aber mitten im Raum in der Luft angehalten scheint und in der Luft schwebt, seine Spitze auf die Leinwand gerichtet. Auch die anderen monochromen Leinw\u00e4nde in Gelb, Rot oder Schwarz dieser Serie bilden durch die Magnetfelder ein dreidimensionales Ganzes.<\/p>\n<p>Der Kreislauf der Ausstellung l\u00e4sst sich mit dem unsichtbaren Labyrinth, 1971, des Argentiniers Luis F. Benedit schlie\u00dfen. Die Installation ist selbst ein Klassiker der lateinamerikanischen Systemkunst. Benedit war Teil der Gruppe der 13, die in Buenos Aires im Zentrum f\u00fcr Kunst und Kommunikation, CAyC, an der von Jorge Glusberg 1971 wegweisenden Ausstellung &#8220;Systemkunst&#8221; teilnahmen. Die Gruppe um Glusberg war ebenfalls an neuen Formen der Kunst interessiert, die sich in globalem Ma\u00dfstab verbreiten lassen sollte und gleichzeitig die Grenzen zwischen den Disziplinen, von Wissenschaft, Technik und Kunst, in einem einzigen Lebenssystem aufl\u00f6sen w\u00fcrde. Der Fokus lag auf der Neuformulierung von existierenden Denksystemen, Informationen und Kommunikation im Zusammenhang mit Kunst, ein Anspruch, dem sich auch die Kuratoren der Biennale verpflichtet &#8211; und den sie auf konsequente Weise eingehalten haben.<\/p>\n<p><strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><br \/>\nLuis F. Benedit, &#8220;Laberinto invisible&#8221;, 1971.<\/p>\n<p>Robert Rauschenberg, &#8220;Mud Muse&#8221;, 1970\/71.<\/p>\n<p>Tony Smith, &#8220;Bat Cave&#8221;, 1970\/2013.<\/p>\n<p>(hinten) Daniel Santiago, &#8220;tesoro, di\u00e1logo entre tiempos&#8221;, 2012, und (vorne) Anthony Arrobo, &#8220;Perfect Crime&#8221;, 2013.<\/p>\n<p>Faivovich &#038; Goldberg, &#8220;Mes\u00f3n de Fierro&#8221;, 2011.<\/p>\n<p>Allan McCollum, &#8220;The Event: Petrified Lightning from Central Florida (with Supplemental Didactics)&#8221;, 1997-98.<\/p>\n<p>Allora &#038; Calzadilla, &#8220;Ten Minute Transmission&#8221;, 1997\/2003.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>9. Biennale des Mercosur in Porto Alegre, 13. September \u2013 10. November 2013 Von Maike Pricelius &#8230; wenn es das Klima erlaubt. Ende September, genau in der Regenzeit, erlaubt das Wetter eigentlich ziemlich wenig in Porto Alegre. Aber zum Gl\u00fcck findet die 9. 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