{"id":1726,"date":"2009-03-23T15:51:49","date_gmt":"2009-03-23T18:51:49","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2009\/03\/23\/alle-anderen-und-mehr\/"},"modified":"2009-03-28T11:41:56","modified_gmt":"2009-03-28T14:41:56","slug":"alle-anderen-und-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2009\/03\/23\/alle-anderen-und-mehr\/","title":{"rendered":"\u201cAlle Anderen\u201d und mehr"},"content":{"rendered":"<p><strong>Deutsches Kino auf dem Internationalen Filmfestival BAFICI<\/strong><\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image1727\" alt=Ade2.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/Ade2.jpg\" \/><br \/>\n<em>Die deutsche Filmemacherin Maren Ade kommt zum Festival und zeigt ihren Film \u201cAlle Anderen\u201d im Internationalen Wettbewerb.<\/em><\/div>\n<p>Am 26. M\u00e4rz startet das 11. Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente (BAFICI). Unabh\u00e4ngige Filmemacher aus aller Welt pr\u00e4sentieren elf Tage lang ihre Spiel- und Dokumentarfilme. Die deutsche Beteiligung am Programm ist in diesem Jahr bemerkenswert: Durch die Unterst\u00fctzung des Goethe-Instituts Buenos Aires wird die deutsche Filmemacherin Maren Ade beim Festival dabeisein und ihren Film \u201cAlle Anderen\u201d im Internationalen Wettbewerb pr\u00e4sentieren. Im Februar erhielt sie daf\u00fcr auf der Berlinale den Gro\u00dfen Preis der Jury. \u201cAlle Anderen\u201d ist der zweite Spielfilm Ades nach \u201cDer Wald vor lauter B\u00e4umen\u201d, der 2005 auf dem BAFICI ausgezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Schon in ihrem ersten Film zeigten sich die herausragenden F\u00e4higkeiten der jungen Regisseurin. Intelligent und mit viel Feingef\u00fchl erz\u00e4hlt Ade, wie ihre Protagonisten in kleinen, sukzessiven Schritten in tiefe emotionale Krisen geraten. So auch in \u201cAlle Anderen\u201d: Die Beziehung des jungen Paares Gitti und Chris wird w\u00e4hrend eines gemeinsamen Urlaubs auf die Probe gestellt. \u201cAlle Anderen\u201d zeichnet sich durch scharfsinnige Reife und eine ungew\u00f6hnlich starke Dramaturgie aus.<\/p>\n<p>Auch der deutsch Dokumentarfilmer Thomas Heise wird wieder nach Buenos Aires kommen. Diesmal mit seinem neuesten Film \u201cMaterial\u201d, der vorigen Monat auf der Berlinale seine Premiere feierte. In \u201cMaterial\u201d montiert Heise von ihm selbst dokumentierte, aber nie ver\u00f6ffentlichte Szenen der Wende von 1989 bis heute zu einem Panorama der Erinnerung. \u201cMaterial\u201d f\u00fchrt uns in die Volkskammer der DDR, dokumentiert  die R\u00e4umung besetzter H\u00e4user. Heise verwebt seine Beobachtungen zu einer Collage, deren Bilder in der R\u00fcckblende eine besondere Intensit\u00e4t gewinnen.<\/p>\n<p>Auch Christian Petzolds neuer Film \u201cJerichow\u201d ist unter den deutschen Beitr\u00e4gen des Festivals besonders zu empfehlen. Wie schon in \u201cGespenster\u201d versteht es Petzold, die Instabilit\u00e4t der Gef\u00fchle einzufangen und tut dies mit einer narrativen Pr\u00e4zision und Intensit\u00e4t, die schon seinen Film \u201cYella\u201d auszeichnete.<\/p>\n<p>Regisseur Andreas Dresen spricht mit seinem Beitrag \u201cWolke9\u201d ein Thema an, das in der Kinowelt meist keine besondere Beachtung findet: Liebe und Sex im Alter. Inge, seit 30 Jahren verheiratet, verliebt sich in den 76-j\u00e4hrigen Karl. W\u00e4hrend in seinem letzten Film \u201cSommer vorm Balkon\u201d alte Menschen eine eher beil\u00e4ufige Rolle spielten, sind sie in \u201cWolke9\u201d die Protagonisten.<\/p>\n<p>BAFICI: 26. M\u00e4rz bis 5.April; Programm <a href=\"http:\/\/www.bafici.gov.ar\/home09\/es\/index.html\"><em>hier<\/em><\/a>; deutsches Programm <a href=\"http:\/\/www.goethe.de\/ins\/ar\/bue\/esindex.htm\"><em>hier<\/em><\/a>.<\/p>\n<p><em><strong>Zu den Filmen:<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p><em><strong>\u201cAlle Anderen\u201d von Maren Ade<\/strong><\/em><\/p>\n<p>\u201cAlle Anderen\u201d erz\u00e4hlt die Geschichte von Gitti und Chris, einem ungleichen Paar, das sich in abgeschiedener Zweisamkeit durch einen Urlaub k\u00e4mpft. Wir lernen zwei Menschen kennen, wie sie nur sein k\u00f6nnen, wenn sie alleine sind: geheime Rituale, Albernheiten, unerf\u00fcllte W\u00fcnsche und Machtk\u00e4mpfe. Ausgel\u00f6st durch ein scheinbar unwichtiges Ereignis &#8211; die Begegnung mit einem anderen Paar &#8211; ger\u00e4t die Beziehung ins Wanken. Die Anderen sind nicht nur erfolgreicher, sondern verstehen es zudem eine konventionelle Mann-Frau Rollenverteilung hinter einer modernen Fassade zu verstecken. Chris beginnt, sich an den Anderen zu orientieren und versucht, seiner eigensinnigen Freundin ihre Grenzen zu zeigen, wodurch Gittis Vertrauen in ihren Freund zutiefst ersch\u00fcttert wird. Ihr Versuch, sich seinem neuen Wunschbild anzupassen, entwickelt sich vom Spiel mit einer neuen Rolle zu einem stillen Kampf gegen sich selbst. W\u00e4hrend Chris in der Rolle des St\u00e4rkeren aufbl\u00fcht und sich Gitti auf neue Weise \u00f6ffnet, droht sie sich zu verlieren.<\/p>\n<p><em><strong>\u201cJerichow\u201d von Christian Petzold<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das Schicksal f\u00fchrt drei Menschen in \u201cJerichow\u201d zusammen, einer von Abwanderung und Arbeitslosigkeit gebeutelten Ortschaft Ostdeutschlands: Die Begegnung eines Ex-Soldaten mit dem t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Besitzer einer Imbiss-Kette und seiner r\u00e4tselhaften Ehefrau f\u00fchrt in den Abgrund. Thomas, jung, stark, wortkarg, ein ehemaliger Soldat, unehrenhaft aus der Armee entlassen; Ali, vom Leben schon ein wenig mitgenommen, aber immer noch leutselig, ein t\u00fcrkischer Unternehmer in Deutschland, der sich von den P\u00e4chtern seiner Imbissbuden nicht betr\u00fcgen lassen will; Laura, eine Frau mit Vergangenheit, sch\u00f6n, aber in der Ehe mit Ali ein wenig unleidlich geworden. Thomas, Ali und Laura h\u00fcten sich und ihre Geheimnisse voreinander. Sie suchen nach Liebe, aber ebenso sehr nach Sicherheit. Sie sind voneinander abh\u00e4ngig, doch das, was sie voneinander wollen, ist nur um den Preis des Verrats m\u00f6glich.<\/p>\n<p><em><strong>\u201cWolke9\u201d von Andreas Dresen<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Inge lernt Karl kennen, verliebt sich spontan und leidenschaftlich in ihn und verl\u00e4sst nach 30 Jahren ihren Ehemann Werner, um mit Karl zu leben. Das w\u00e4re eine Liebesgeschichte wie viele &#8211; w\u00e4ren die Beteiligten nicht allesamt weit \u00fcber 60 oder gar \u00fcber 70 Jahre alt. Der Film entstand ohne ein echtes Drehbuch, die Dialoge wurden von den Darstellern erfunden und improvisiert, vorgegeben war nur die Richtung der Szenen. Andreas Dresen und sein Team konzentrierten sich auf die Leidenschaft der Figuren. \u201cWolke9\u201d lief 2008 in der Reihe \u201cUn Certain Regard\u201d in Cannes, gewann den Preis \u201cCoup de Coeur\u201d und wurde &#8211; ungew\u00f6hnlich f\u00fcr das Festival &#8211; mit zehnmin\u00fctigen Standing Ovations gefeiert.<\/p>\n<p><em><strong>Weitere deutsche Beitr\u00e4ge<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li>\u201cAlicia en las ciudades\u201d von Wim Wenders, D, 1974<\/li>\n<li>\u201cYuri&#8217;s Day\u201d von Kirill Serebrennikov, D\/Russland, 2008<\/li>\n<li>\u201cTeza de Haile Gerima\u201d, D\/Frankreich&#038;\u00c4thiopien, 2008<\/li>\n<li>\u201c9 to 5: Days in Porn\u201d von Jens Hoffmann, D, 2008<\/li>\n<li>\u201cDoch\u201d von Erwin Michelberger\/Oleg Tcherny, D, 2007<\/li>\n<li>\u201cNoBody&#8217;s Perfect\u201d von Niko von Glasow, D, 2008<\/li>\n<li>\u201cPeace Mission\u201d von Dorothee Wenner, D, 2008<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsches Kino auf dem Internationalen Filmfestival BAFICI Die deutsche Filmemacherin Maren Ade kommt zum Festival und zeigt ihren Film \u201cAlle Anderen\u201d im Internationalen Wettbewerb. 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