{"id":17270,"date":"2013-10-19T12:17:01","date_gmt":"2013-10-19T15:17:01","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=17270"},"modified":"2013-10-19T12:17:01","modified_gmt":"2013-10-19T15:17:01","slug":"asthetische-erfahrungen-im-raum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/10\/19\/asthetische-erfahrungen-im-raum\/","title":{"rendered":"\u00c4sthetische Erfahrungen im Raum"},"content":{"rendered":"<p><strong>Meister der Lichtskulptur im Faena Arts Center<\/p>\n<p><em>Von Philip Norten<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/mccall_faena.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/mccall_faena.jpg\" alt=\"\" title=\"mccall_faena\" width=\"500\" height=\"400\" class=\"aligncenter size-full wp-image-17272\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/mccall_faena.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/mccall_faena-300x240.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nNoch bis Anfang November ist im Faena Arts Center in Puerto Madero eine Ausstellung mit Arbeiten von Anthony McCall und Mischa Kuball zu sehen. Dem Kurator Alfons Hug, Direktor de Goethe-Instituts Rio de Janeiro, ist es zu verdanken, dass beide K\u00fcnstler zum ersten Mal nach Argentinien gekommen sind.<\/p>\n<p>Anthony McCall beeindruckt den Besucher mit einer monumentalen Rauminstallation. Der gesamte obere Saal, komplett abgedunkelt und mit schwarzem Teppich ausgelegt, ist von k\u00fcnstlichem Nebel &#8211; bekannt als Diskonebel &#8211; ausgef\u00fcllt. Dieser wird von Lichtstrahlen, die per Beamer von der Decke auf den Boden projiziert werden, durchschnitten. Durch die Dunkelheit des Raumes und den Nebel entfalten die Lichtstrahlen eine skulpturale Wirkung, die sie wie Lichtzeichnungen im Raum erscheinen l\u00e4sst. Gesteigert wird diese \u00fcberw\u00e4ltigende \u00e4sthetische Erfahrung noch dadurch, dass sich der Ausstellungsbesucher frei im Raum bewegen kann. Er kann die &#8216;Lichtskulpturen&#8217; ber\u00fchren, durchschreiten und wird so selbst Teil von ihnen.<\/p>\n<p>Der britische K\u00fcnstler Anthony McCall (*1940) besch\u00e4ftigte sich nach seinem Kunststudium zun\u00e4chst mit experimentellen Filmarbeiten. Schlie\u00dflich begann er in den 1970er Jahren, Arbeiten mit Licht- und Filmprojektoren zu entwickeln, die als Grundstein f\u00fcr seine heutigen Projekte gelten.<\/p>\n<p>Die neuen technischen M\u00f6glichkeiten (die 16mm Filmprojektoren wurden durch Beamer ausgetauscht) sowie die R\u00e4ume des Faena Arts Center erlaubten McCall, eine Installation in riesigen Ausma\u00dfen zu konzeptionieren, die eine beeindruckende Monumentalit\u00e4t besitzt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/kuball_faena.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/kuball_faena.jpg\" alt=\"\" title=\"kuball_faena\" width=\"500\" height=\"333\" class=\"aligncenter size-full wp-image-17273\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/kuball_faena.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/kuball_faena-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nIm Untergeschoss des Faena Arts Centers ist die Lichtinstallation &#8220;space &#8211; speech &#8211; speed&#8221; des D\u00fcsseldorfer K\u00fcnstlers Mischa Kuball (*1959) zu sehen. Auch er besch\u00e4ftigt sich mit der Auswirkung von Licht auf den Raum und die Wahrnehmung des Besuchers. Mehrere verspiegelte Kugeln &#8211; es k\u00f6nnten Diskokugeln sein &#8211; werfen W\u00f6rter, die zuvor mit Diaprojektoren an die W\u00e4nde projiziert wurden, in schneller Geschwindigkeit durch den Ausstellungssaal. Die Installation von Kuball unterscheidet sich von McCalls Arbeit vor allem auch durch die Geschwindigkeit der Projektion. W\u00e4hrend in der Arbeit des Briten durch ihre gro\u00dfe \u00e4sthetische Kraft und Ruhe eine kontemplative Stimmung vorherrscht, wird der Betrachter von Kuballs Arbeit irritiert und in seiner Wahrnehmung gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Verbunden werden beide Werke durch den Ausstellungstitel &#8220;Aleph&#8221; nach der ber\u00fchmten Erz\u00e4hlung von Borges. Nat\u00fcrlich lassen sich die Lichtskulpturen von McCall und Kuball, die intensiv die Raumwahrnehmung des Betrachters ansprechen, auf das &#8220;Aleph&#8221; aus Borges&#8217; Erz\u00e4hlung beziehen, bei dem es sich um einen Punkt im Raum handelt, der alle Punkte der Welt in sich enth\u00e4lt. Denn sowohl die Erz\u00e4hlung als auch die Kunstwerke setzen sich mit Themen wie Immaterialit\u00e4t und Unendlichkeit auseinander. Trotzdem bleibt der Bezug auf Borges vage und erscheint etwas gewollt. Starke Kunstwerke, wie sie aktuell im Faena Arts Center zu sehen sind, haben eine Unterst\u00fctzung von Borges auch gar nicht n\u00f6tig.<\/p>\n<ul>\n<li>&#8220;Aleph&#8221;, Licht-Installationen von Anthony McCall (Gro\u00dfbritannien) und Mischa Kuball (Deutschland)<\/li>\n<li>Kurator: Alfons Hug<\/li>\n<li>Faena Arts Center, Aim\u00e9 Paine 1160, Puerto Madero, Buenos Aires<\/li>\n<li>Sa-Mo 12-19 Uhr<\/li>\n<li>Eintritt: 40 Pesos, montags gratis, Rentner oder Senioren \u00fcber 65 und Studenten: 20 Pesos, Kinder unter 12: gratis<\/li>\n<li>21.9.-3.11.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><br \/>\nBeeindruckende Werke von Anthony McCall&#8230;<\/p>\n<p>&#8230; und Mischa Kuball.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meister der Lichtskulptur im Faena Arts Center Von Philip Norten Noch bis Anfang November ist im Faena Arts Center in Puerto Madero eine Ausstellung mit Arbeiten von Anthony McCall und Mischa Kuball zu sehen. 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