{"id":17434,"date":"2013-11-01T15:17:05","date_gmt":"2013-11-01T18:17:05","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=17434"},"modified":"2013-11-09T14:40:28","modified_gmt":"2013-11-09T17:40:28","slug":"sprache-und-kultur-des-jiddischen-lebendig-erhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2013\/11\/01\/sprache-und-kultur-des-jiddischen-lebendig-erhalten\/","title":{"rendered":"Sprache und Kultur des Jiddischen lebendig erhalten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Robert Neumann und Dr. Ulrike Kiefer vom F\u00f6rderverein f\u00fcr jiddische Sprache und Kultur stellten in Buenos Aires das EYDES-Projekt vor<\/p>\n<p><em>Von Janina Knobbe<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/neumann_kiefer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/neumann_kiefer.jpg\" alt=\"neumann_kiefer\" width=\"250\" height=\"188\" class=\"alignright size-full wp-image-17436\" \/><\/a>Die jiddische Sprache und Kultur ist nicht jedem allt\u00e4glich gegenw\u00e4rtig, und vielen ist nicht mehr bewusst, dass sie nicht nur Bestandteil der europ\u00e4ischen Kultur, sondern durch Migrationsstr\u00f6me w\u00e4hrend sowie nach dem zweiten Weltkrieg auch auf anderen Teilen der Welt pr\u00e4sent ist. Dass die jiddische Sprache auch heute noch auf dem lateinamerikanischen Kontinent in einigen Gemeinden als Muttersprache erlernt wird, ist den wenigsten bekannt.<\/p>\n<p>Damit weder die Sprache noch die Kultur des Jiddischen in Vergessenheit geraten, wurde in Argentinien, ein Land, welches w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und Europa viele Fl\u00fcchtlinge j\u00fcdischer Abstammung aufnahm, bereits im Jahr 1928 die Stiftung <a href=\"http:\/\/www.iwo.org.ar\/idish\/\">IWO (Instituto Jud\u00edo de Investigaciones)<\/a> mit Sitz in Buenos Aires gegr\u00fcndet. Die Stiftung hat sich die wissenschaftliche Untersuchung, den Erhalt und die Verbreitung der jiddischen Kultur zum Ziel gemacht.<\/p>\n<p>Dieselben Ziele verfolgt der deutsche F\u00f6rderverein f\u00fcr jiddische Sprache und Kultur, der seit 1991 existiert, seinen Sitz in D\u00fcsseldorf hat und vierzehn freie Mitarbeiter z\u00e4hlt, die auf der ganzen Welt verteilt sind. Der F\u00f6rderverein hat sich besonders eines in New York liegenden Archivs mit Interviewmaterial in jiddischer Sprache angenommen.<\/p>\n<p>Vergangene Woche ist eine Delegation, bestehend aus dem Vorsitzenden des Vereins Robert Neumann sowie Dr. Ulrike Kiefer, langj\u00e4hriges Mitglied des Vereins, nach Sao Paulo und Buenos Aires gereist, um das Projekt <a href=\"http:\/\/www.eydes.de\/Usr5EEC7E4BDB\/\">EYDES (Evidence of Yiddish in European Societies)<\/a> vorzustellen. Hierbei handelt es sich um ein f\u00fcnftausendst\u00fcndiges Archiv mit Tonbandaufnahmen, welche in Form von Interviews die linguistischen Variationen der jiddischen Sprache innerhalb sowie au\u00dferhalb Europas dokumentiert.<\/p>\n<p>Dieses Projekt wurde in den 1950er und 1960er Jahren von dem Linguisten Uriel Weinreich in den USA durchgef\u00fchrt und liegt heute dank der Hilfe und Mitarbeit von freiwilligen Wissenschaftlern und Freunden der jiddischen Sprache in digitalisierter Form vor und ist f\u00fcr jeden frei zug\u00e4nglich. Kiefer, Spezialistin f\u00fcr jiddische Sprache und Kultur, sowie Neumann, Linguist und Softwarehersteller f\u00fcr Sprachtechnologie, stellten das EYDES-Archiv am 21. und 22. Oktober in den R\u00e4umen des IWO in Buenos Aires im Rahmen einer Konferenz vor.<\/p>\n<p>Laut Neumann besteht die Besonderheit dieses Archivs darin, dass es aus Tonbandaufnahmen besteht, da die Dokumentation von gesprochener Sprache im Normalfall lediglich in Papierform vorliegt. Das Archiv dient heute haupts\u00e4chlich zu Forschungszwecken, kann aber auch als Unterrichtsmaterial zum Erlernen des Jiddischen gebraucht oder als &#8220;Museum&#8221; f\u00fcr die sprachlichen Variationen des Jiddischen in der Welt betrachtet werden.<\/p>\n<p>\u00dcber die Pr\u00e4sentation des Projekts hinaus lag die Intention ihrer Reise darin, einen direkten Austausch mit anderen Organisationen und Stiftungen anzuregen und die Begr\u00fcndung zuk\u00fcnftiger Partnerschaften zu initialisieren. Der Konsens des IWO und des F\u00f6rdervereins liegt in der internationalen und transnationalen Verbreitung und F\u00f6rderung des \u00f6ffentlichen Bewusstseins f\u00fcr die jiddische Sprache und Kultur vor und nach 1945, jedoch vor allem auch in der internationalen Verbreitung von Informationen \u00fcber das digitale Archiv, welches laut Kiefer und Neumann als ein gemeinsames Produkt aller Institutionen, die den Erhalt und die F\u00f6rderung des Jiddischen in der Welt unterst\u00fctzen, angesehen werden soll.<\/p>\n<p>Hierbei soll auch der eurozentristischen Ausrichtung der Wissenschaftsproduktion zu dieser Thematik entgegengewirkt werden. Neumann und Kiefer zeigten sich zufrieden mit den bisherigen Resultaten ihrer Auslandsreise und hoffen auf die weitere Entwicklung internationaler Kooperationen sowie ein international ausgerichtetes Interesse an dem EYDES-Projekt, welches weiterhin durch die Mitarbeit von Freiwilligen existiert. Zuk\u00fcnftig steht die Transkription des Interviewmaterials aus, welche zur Erweiterung des wissenschaftlichen Umgangs mit dem Archiv beitragen soll.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nRobert Neumann und Dr. Ulrike Kiefer von F\u00f6rderverein f\u00fcr jiddische Sprache und Kultur e.V.<br \/>\n(Foto: Janina Knobbe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert Neumann und Dr. Ulrike Kiefer vom F\u00f6rderverein f\u00fcr jiddische Sprache und Kultur stellten in Buenos Aires das EYDES-Projekt vor Von Janina Knobbe Die jiddische Sprache und Kultur ist nicht jedem allt\u00e4glich gegenw\u00e4rtig, und vielen ist nicht mehr bewusst, dass sie nicht nur Bestandteil der europ\u00e4ischen Kultur, sondern durch Migrationsstr\u00f6me w\u00e4hrend sowie nach dem zweiten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14,20],"tags":[],"class_list":["post-17434","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft-sociedad","category-literatur-literatura"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17434","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17434"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17434\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17437,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17434\/revisions\/17437"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17434"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17434"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17434"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}