{"id":1765,"date":"2009-05-09T12:35:27","date_gmt":"2009-05-09T15:35:27","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2009\/05\/09\/wir-brauchen-unsere-phantasie-um-zu-uberleben\/"},"modified":"2009-05-09T20:35:49","modified_gmt":"2009-05-09T23:35:49","slug":"wir-brauchen-unsere-phantasie-um-zu-uberleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2009\/05\/09\/wir-brauchen-unsere-phantasie-um-zu-uberleben\/","title":{"rendered":"\u201eWir brauchen unsere Phantasie, um zu \u00fcberleben\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Henning Mankell war der Stargast der Buchmesse von Buenos Aires<\/p>\n<p><em>Von Svenja Beller<\/em><\/strong><\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image1764\" alt=Mank.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/Mank.jpg\" \/><br \/>\n<em>Ernesto Mallo hing wie das Publikum an den Lippen Henning Mankells.<br \/>\n(Foto: Svenja Beller)<\/em><\/div>\n<p>Geblendet blinzelt er ins Publikum, das wei\u00dfe Haar leuchtet im Scheinwerferlicht. Die meisten seiner Zuh\u00f6rer tragen schwarze Kopfh\u00f6rer, durch die eine argentinische Frauenstimme seine Worte \u00fcbersetzt. Er selbst spricht Englisch, am liebsten Schwedisch: Henning Mankell.<\/p>\n<p>Am Donnerstagabend der vergangenen Woche sprach der charismatische Schriftsteller im Rahmen des \u201eSchwedischen Tages\u201c auf der \u201eFeria del Libro\u201c mit Ernesto Mallo, seines Zeichens Autor und Journalist. Der schwedische Botschafter Arne Rodin k\u00fcndigte seinen Landsmann stolz an und hatte eine f\u00fcr ihn symboltr\u00e4chtige Anekdote zu erz\u00e4hlen. Ein Taxifahrer habe, als er sich im Wagen auf Schwedisch unterhalten hatte, festgestellt: \u201e Ah, Schweden, das Land von Henning Mankell.\u201c Der vielfach ausgezeichnete Bestsellerautor ist bekannt wie ein bunter Hund, seine Krimis um Kommissar Kurt Wallander werden weltweit gelesen, nat\u00fcrlich auch in Argentinien.<\/p>\n<p>\u201eWir leben in einer wahnsinnig verr\u00fcckten Welt. Ich f\u00fchle, dass ich als Autor dar\u00fcber reden muss\u201c, will Mankell gleich zu Beginn klarstellen. Er erz\u00e4hlt Geschichten aus Afrika, wo er sich seit Jahren ein zweites Standbein aufgebaut hat, und aus Schweden &#8211; vom Strand und vom Schnee. Einmal bat eine afrikanische Frau ihn zu tanzen, statt sich mit Worten vorzustellen. Ihm zeigte dies, dass nicht immer die Sprache das wichtigste Kommunikationsmittel ist. Dann schweift er in die Kindheit zur\u00fcck. \u201eWir brauchen unsere Phantasie, um zu \u00fcberleben\u201c, ruft er eindringlich in den vollbesetzten Saal. Als Kind nutze man die Phantasie, um mit schwierigen Fragen wie dem Tod oder der Angst umzugehen. Die Erwachsenen sollten sich diese Gabe zur\u00fcckerobern und durch die Brille der Phantasie die Welt betrachten.<\/p>\n<p>Auf die Frage nach seiner Inspiration nennt er das griechische Drama und Shakespeares \u201eMacbeth\u201c. F\u00fcr ihn sind diese Werke die ersten Krimis, und in ihrer Tradition bem\u00fcht er sich zu schreiben. Und dann endlich das Thema Wallander. Wie geht es weiter mit dem eigenwilligen Antihelden? \u201eVor zwei Wochen habe ich die neue Wallander-Geschichte fertiggeschrieben\u201c, verk\u00fcndet der 61-j\u00e4hrige Mankell unter Applaus. Danach werde jedoch kein n\u00e4chster Teil m\u00f6glich sein, sterben werde der Kommissar aber nicht. In dem also endg\u00fcltig letzten Buch bekomme Kurt Wallander ein Enkelkind, beginnen werde die Geschichte im Jahre 1983 im B\u00fcro des schwedischen Premierministers. Die Popularit\u00e4t seiner Figur erkl\u00e4rt Henning Mankell sich so: \u201eEr ist einer von uns, er ist kein James Bond.\u201c Er habe die gleichen Sorgen wie seine Leser, bekomme sogar Diabetes. Das mache ihn real, menschlich und greifbar. Und unglaublich beliebt.<\/p>\n<p><em>Erschienen im &#8220;Argentinischen Tageblatt&#8221; vom 09.05.09.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Henning Mankell war der Stargast der Buchmesse von Buenos Aires Von Svenja Beller Ernesto Mallo hing wie das Publikum an den Lippen Henning Mankells. (Foto: Svenja Beller) Geblendet blinzelt er ins Publikum, das wei\u00dfe Haar leuchtet im Scheinwerferlicht. Die meisten seiner Zuh\u00f6rer tragen schwarze Kopfh\u00f6rer, durch die eine argentinische Frauenstimme seine Worte \u00fcbersetzt. 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