{"id":18016,"date":"2014-02-01T15:49:06","date_gmt":"2014-02-01T18:49:06","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=18016"},"modified":"2014-02-01T15:49:06","modified_gmt":"2014-02-01T18:49:06","slug":"die-macht-der-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2014\/02\/01\/die-macht-der-musik\/","title":{"rendered":"Die Macht der Musik"},"content":{"rendered":"<p><strong>Soledad Villamil erobert das Tasso<\/p>\n<p><em>Von Philipp Boos<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/SOLEDAD-VILLAMIL.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/SOLEDAD-VILLAMIL.jpg\" alt=\"SOLEDAD VILLAMIL\" width=\"500\" height=\"333\" class=\"aligncenter size-full wp-image-18017\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/SOLEDAD-VILLAMIL.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/SOLEDAD-VILLAMIL-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nAm Eingang des Centro Cultural Torquato Tasso fragen mich drei italienische Touristen, ob hier heute mit einer Tango-Vorf\u00fchrung zu rechnen sei. Die Vorstellung beginnt gleich, das Eis, was ich mir gerade noch an der Stra\u00dfenecke gekauft habe, droht von der Hand auf meinen Unterarm zu laufen. Zudem bin ich jetzt an der Reihe, der hochgewachsene Mann mit Schnurrbart und im Anzug fragt nach meiner Eintrittskarte.<\/p>\n<p>Es bleibt also keine Zeit, die freundlichen Italiener dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren, dass sich Soledad Villamil heute Abend die Ehre geben wird. Und nach dem Konzert werde ich mir denken, welch gl\u00fcckliche \u00dcberraschung f\u00fcr die drei &#8220;Verlorenen&#8221;, die argentinische S\u00e4ngerin und Schauspielerin eher zuf\u00e4llig entdeckt zu haben.<\/p>\n<p>Das Tasso ist voll besetzt, Villamil &#8220;ausverkauft&#8221;. Auf den Tischen gef\u00fcllte Rotweingl\u00e4ser und appetitlich anmutende Speisen, dar\u00fcber angeregte Unterhaltungen. Bevor der selbstbewusste und mit Eigenlob nicht geizende Ansager die Stimme erhebt und dem hohen Ger\u00e4uschpegel Einhalt gebietet, ist der Vergleich mit einem H\u00fchnerstall durchaus angebracht. Schlie\u00dflich ist es soweit, der ausschweifenden und erheiternden Ank\u00fcndigung, in welch manigfaltiger Gestalt uns t\u00e4glich das Gl\u00fcck begegnet &#8211; so z.B., wenn der mit Dulce de Leche bestrichene Fr\u00fchst\u00fcckstoast vom Teller f\u00e4llt und nicht mit der beschmierten Seite auf dem Boden landet -, darf das Publikum nun wieder zum alten Ger\u00e4uschpegel zur\u00fcckkehren und klatscht kr\u00e4ftig in die H\u00e4nde. Denn heute, so die Ank\u00fcndigung, haben wir alle das Gl\u00fcck, hier sein zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Von nun an ist alles einfach und heiter. Soledad Villamil zeigt sich von ihrer nat\u00fcrlichsten Seite, scherzt mit dem Publikum, kokettiert, sieht wie immer umwerfend aus und unterh\u00e4lt charmant zwischen den einzelnen St\u00fccken. Eine echte Porte\u00f1a eben. Den Gro\u00dfteil der Lieder entnimmt sie ihrem 2012 ver\u00f6ffentlichten Album &#8220;Canci\u00f3n de Viaje&#8221;, was den Abend abwechslungsreich gestaltet, da die Musik unterschiedlichste Klassiker Lateinamerikas ergr\u00fcndet. Mit der Villamil eigenen und charakteristischen F\u00e4rbung. Ihre Stimme ist sanft und stets kontrolliert. Jeder Ton ist gewollt, und so gelingt es ihr, live jede noch so gute Studioaufnahme in den Schatten zu stellen.<\/p>\n<p>Wie m\u00e4chtig Musik sein kann, wird hier trotz des kleinen Rahmens deutlich. Nach gro\u00dfer Euphorie werden die Kl\u00e4nge bed\u00e4chtiger. Hatte ich mich gerade noch mit Salsa und Bossanova-Rhythmen an kolumbianischen Str\u00e4nden gew\u00e4hnt und war mit &#8220;Volver, Volver&#8221; von Fernando Maldonado bis nach Mexiko vorgedrungen, hatte mit &#8220;O Sambo e o Tango&#8221; sogar am Zuckerhut gastiert, treten wir im letzten Drittel der Vorstellung die Heimreise an. Mit &#8220;Los Poetas de Montevideo&#8221; ist Argentinien nicht mehr weit und die Stimmung von schwerer, aber sch\u00f6ner Melancholie. So, als w\u00fcrde man aus einem ereignisreichen Sommerurlaub zur\u00fcckkehren, in dem Wissen, dass einen bald schon wieder der Alltag im Griff hat.<\/p>\n<p>Doch zum Schluss die unerwartete Wende. Kurz vor unserer Ankunft in der Heimat ein pl\u00f6tzlicher Kurswechsel. Da war ich dem alten Kontinent so weit wie lange nicht entkommen, da nimmt mich Soledad an die Hand und wir flanieren \u00fcber die Boulevards von Paris. &#8220;Les Champs Elys\u00e9es&#8221;. Die Italiener klatschen euphorisch in die H\u00e4nde, denn jetzt ist es nicht mehr weit bis nach Hause. Die Gl\u00e4ser sind leer. Das Publikum erhebt sich, die S\u00e4ngerin und Schauspielerin muss jetzt auf ihrem Weg zur Garderobe die vielen H\u00e4nde sch\u00fctteln und \u00fcberschw\u00e4ngliche Lobpreisungen entgegennehmen. Was sie mit Leichtigkeit meistert. Schlie\u00dflich lag ihr das Publikum schon bei der ersten Strophe zu F\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Soledad Villamil ist jeden Freitag und Samstag jeweils 22 Uhr im Torquato Tasso, Defensa 1575, in San Telmo zu sehen. Vorverkauf: 130 Pesos, Abendkasse: 160 Pesos. Das Vorbestellen wird empfohlen. Kontakt: 4307-6506.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soledad Villamil erobert das Tasso Von Philipp Boos Am Eingang des Centro Cultural Torquato Tasso fragen mich drei italienische Touristen, ob hier heute mit einer Tango-Vorf\u00fchrung zu rechnen sei. Die Vorstellung beginnt gleich, das Eis, was ich mir gerade noch an der Stra\u00dfenecke gekauft habe, droht von der Hand auf meinen Unterarm zu laufen. 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