{"id":18420,"date":"2014-03-28T18:17:08","date_gmt":"2014-03-28T21:17:08","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=18420"},"modified":"2014-03-28T18:17:08","modified_gmt":"2014-03-28T21:17:08","slug":"tango-auf-reisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2014\/03\/28\/tango-auf-reisen\/","title":{"rendered":"Tango auf Reisen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Sexteto Mayor feiert Jubil\u00e4um im Torquato Tasso<\/p>\n<p><em>Von Philipp Boos<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sexteto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sexteto.jpg\" alt=\"sexteto\" width=\"500\" height=\"312\" class=\"aligncenter size-full wp-image-18424\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sexteto.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sexteto-300x187.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nDas weitgereiste Tango-Orchester Sexteto Mayor feiert im Centro Cultural Torquato Tasso am Lezama-Park sein 40-j\u00e4hriges Bestehen. Soeben von einer Tour durch Deutschland, Lettland, Russland und Schweden heimgekehrt, spielen sie nun vor heimischem Publikum. Denn keiner applaudiert empathischer als die Porte\u00f1os.<\/p>\n<p>Vor dem Eingang eine Menschenschlange, die Pl\u00e4tze nahe der B\u00fchne sind begehrt. Man kann den K\u00fcnstlern auf die Finger schauen und die Hinterk\u00f6pfe anderer Besucher sind rar bis gar nicht vorhanden, so nah reicht die Bestuhlung an den Ort des Geschehens.<\/p>\n<p>Zwei \u00e4ltere Herren am Tisch hinter mir schl\u00fcrfen voller Vorfreude ihre Pasta. Immer wieder geraten euphorisch ihre Gl\u00e4ser aneinander, alteingesessene Tango-Fans, die den Abend begie\u00dfen und deren Kommentare mich in den n\u00e4chsten Stunden begleiten werden. Das Publikum im Tasso ist mehrheitlich aus Buenos Aires, was einen Besuch umso erstrebenswerter macht. Und das Verh\u00e4ltnis von kahlen und dicht behaarten K\u00f6pfen h\u00e4lt sich die Waage, jung und alt kommen zusammen, Tango verbindet.<\/p>\n<p>Zwar verirren sich auch Touristen hierher, aber das Tasso ist vor allem einheimisch, was sp\u00e4testens bei der Kommunikation zwischen K\u00fcnstlern und Publikum h\u00f6r- und auch sichtbar wird.<\/p>\n<p>Das Sexteto Mayor wurde 2003 f\u00fcr ihr Werk &#8220;Homenaje a Piazzolla&#8221; in der Rubrik \u201ebestes Tango Album\u201c mit dem lateinamerikanischen Grammy ausgezeichnet. Von den Bandoneonspielern Jos\u00e9 &#8220;Pepe&#8221; Libertella und Luis Stazo am 23. April 1973 gegr\u00fcndet, gastierte das Orchester bis dato in mehr als 700 St\u00e4dten weltweit. 1981 waren sie bei der Er\u00f6ffnung der Tanguer\u00eda &#8220;Trottoirs de Buenos Aires&#8221; in Paris, neben Julio Cortaz\u00e1r und Paloma Picasso wichtigste Protagonisten.<\/p>\n<p>Nach dem Tode Libertellas im Jahr 2004 und dem Ausscheiden Stazos, nahm sich Juan Libertella des Erbes seines Vaters an und zieht seitdem die F\u00e4den im Hintergrund. Der auch heute Abend mitwirkende 87-j\u00e4hrige Violinist Mario Abramovich, seit Gr\u00fcndung des Sextetts dabei, lehnte die Leitung des Orchesters ab. Mit der Begr\u00fcndung, dass er seit jeher nur spielen wolle. 2005 beauftragte Libertella den Bandoneonisten Horacio Romo mit der musikalischen Leitung. So spielen heuer drei Generationen herausragender Solisten zusammen im Torquato Tasso: Fulvio Giraudo am Piano, Enrique Guerra am Kontrabass und Luciano Sciarretta neben dem besagten Romo am Bandone\u00f3n. Sowie der zweite &#8220;Oldtimer&#8221; neben Abramovich an der Violine, Eduardo Walzack.<\/p>\n<p>Die zwei &#8220;Alten&#8221; erklimmen die B\u00fchne schweren Schrittes &#8211; schon jetzt sind sie die Publikumslieblinge &#8211; umso \u00fcberraschender ihre nach wie vor virtuose Fingerfertigkeit auf den Violinenstegen. Hinter mir klirren immer wieder die Gl\u00e4ser, zwischen den Klassikern und modernen Tango-St\u00fccken klatscht das Publikum frenetisch Beifall. &#8220;Impresionante&#8221; beschreibt die Kraft des Orchesters wohl treffend, als w\u00fcrde eine Dampflok unaufh\u00f6rlich ihre Runden durch den Lezama-Park drehen. Ein aufw\u00fchlendes Spektakel und faszinierend mitanzusehen, wie die vier Instrumente zusammenwirken und gewaltige Klangwelten schaffen.<\/p>\n<p>Das Sextett orientiert sich in seinem Stil an der in den 1920er Jahren von Julio De Caro initiierten Erneuerung des Tangos, bestehend aus zwei Bandoneons, zwei Violinen, Piano und Kontrabass. Ein Besuch ist jedem nur ans Herz zu legen. Bevor es sie wieder in die weite Welt verschl\u00e4gt, ist das Sextett am Samstagabend, den 29. M\u00e4rz, noch einmal f\u00fcr 120 Pesos (Abendkasse) im Torquato Tasso zu sehen. Das Vorbestellen von Karten ist zu empfehlen. Die T\u00fcren \u00f6ffnen 20.45 Uhr, zwei Vorbands sind geladen, und eine Stunde sp\u00e4ter kommt dann der Orchesterzug ins Rollen.<\/p>\n<p><em>(Torquato Tasso, Defensa 1575, San Telmo, Buenos Aires, Tel.: (011) 4307-6506.)<\/em><\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nEin aufw\u00fchlendes Konzerterlebnis: Sexteto Mayor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Sexteto Mayor feiert Jubil\u00e4um im Torquato Tasso Von Philipp Boos Das weitgereiste Tango-Orchester Sexteto Mayor feiert im Centro Cultural Torquato Tasso am Lezama-Park sein 40-j\u00e4hriges Bestehen. Soeben von einer Tour durch Deutschland, Lettland, Russland und Schweden heimgekehrt, spielen sie nun vor heimischem Publikum. 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