{"id":18482,"date":"2014-04-02T11:18:13","date_gmt":"2014-04-02T14:18:13","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=18482"},"modified":"2014-04-05T11:25:16","modified_gmt":"2014-04-05T14:25:16","slug":"berlin-ist-ein-bisschen-neidisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2014\/04\/02\/berlin-ist-ein-bisschen-neidisch\/","title":{"rendered":"&#8220;Berlin ist ein bisschen neidisch&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Klaus Wowereit er\u00f6ffnet Veranstaltung zur Feier der 20 Jahre St\u00e4dtepartnerschaft Berlin und Buenos Aires<\/p>\n<p><em>Von Philipp Boos<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/wowi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/wowi.jpg\" alt=\"wowi\" width=\"500\" height=\"420\" class=\"aligncenter size-full wp-image-18483\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/wowi.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/wowi-300x252.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nBerlin und Buenos Aires feiern dieses Jahr 20 Jahre St\u00e4dtepartnerschaft. Am Montag wurde zu den offiziellen Feierlichkeiten im &#8220;Centro Metropolitano de Dise\u00f1o&#8221; (CMD) in Barracas geladen, dort wurde Berlins Regierender B\u00fcrgermeister Klaus Wowereit erwartet.<\/p>\n<p>Ab 16 Uhr \u00f6ffnete das Programm im hochmodernen und neuen Auditorium. Es gab unterschiedliche, an der Oberfl\u00e4che kratzende Vortr\u00e4ge \u00fcber das Erfolgsmodell Berlin. Mitarbeiter der Tourismusagentur &#8220;visitBerlin&#8221; erkl\u00e4rten, warum Deutschlands Hauptstadt in den letzten zehn Jahren zum Mekka und zur Heimat von Kreativen und Start-Ups aus der ganzen Welt geworden ist. Alle 12 Minuten, so die Verantwortliche f\u00fcr das Hauptstadtmarketing Christine Carboni in ihrem Vortrag, werde in Berlin ein Start-Up gegr\u00fcndet, bedingt unter anderem durch den noch erschwinglichen Wohnraum, im Vergleich mit London und San Francisco.<\/p>\n<p>Kein Wort zum Wohnraummangel und der Gentrifizierung in den Stadtteilen Kreuzberg und Neuk\u00f6lln. So br\u00fcstet man sich mit der Freifl\u00e4che des stillgelegten Flughafens Tempelhof, verschweigt aber auch hier eventuelle Bauvorhaben. Klar, es geht um die Au\u00dfendarstellung, aber Fakt ist, dass auch Berlin immer teurer wird.<\/p>\n<p>Berlin ist eine junge Stadt, das Durchschnittsalter liegt unter 35 Jahren. Die Stadt an der Spree, die niemals schl\u00e4ft, und in der t\u00e4glich aus bis zu 1500 Veranstaltungen gew\u00e4hlt werden kann. &#8220;Deswegen schl\u00e4ft auch keiner&#8221;, wird gescherzt und gelacht. Die Stunden pl\u00e4tschern angenehm dahin.<\/p>\n<p>Gegen 19 Uhr trifft Berlins B\u00fcrgermeister ein, u.a. in Begleitung des Ministers f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Buenos Aires, Francisco Cabrera, des Deutschen Botschafters Bernhard Graf von Waldersee und des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers von visitBerlin, Burkhard Kieker. Dazu ein nicht genau zu definierender Mitarbeiterstab und ein Tross kurzhaariger Bodybuilder im Smoking &#8211; seine Bodyguards. Wie niedrig fliegende Schwalben vor dem vermeintlichen Regenschauer warnen, k\u00fcndigen die aufgescheuchten H\u00fchnern gleichenden, kreuz und quer umherlaufenden Fotografen Wowereits nahende Ankunft an.<\/p>\n<p>Klaus Wowereit wirkt inmitten des Blitzlichtgewitters wie ein Fels in der Brandung &#8211; man m\u00f6chte es ihm gleichtun und \u00fcber den Dingen stehen. An einer gro\u00dfen Wandkarte l\u00e4sst er sich den Stadtteil Barracas und dessen kreative Zentren erl\u00e4utern und wird durch die Ausstellung der von Berliner Designern entworfenen Berlin-Souvenirs gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Am Ende der ehemaligen Markthalle befindet sich die B\u00fchne. Zu bl\u00f6d, dass die Tanzgruppe davor auf dem Pflasterstein ein Medley aus Breakdance und Tangoschritten vorf\u00fchrt, und nur die in der ersten Reihe wirklich &#8220;live&#8221; dabeisein k\u00f6nnen. Der Applaus ist aber durchaus gerechtfertigt.<\/p>\n<p>Francisco Cabrera betritt nun die B\u00fchne, zeigt sich erfreut \u00fcber den Austausch zwischen den St\u00e4dten und bittet schlie\u00dflich den Berliner B\u00fcrgermeister, das Wort zu ergreifen. Der gibt sich gewohnt entspannt &#8211; so wie Berlin ist auch er nicht mit dem Rest Deutschlands zu vergleichen. Als Zeichen der guten Zusammenarbeit \u00fcberreicht ihm Cabrera den Schl\u00fcssel des &#8220;Distrito de Dise\u00f1o&#8221;, in einem 3D-Drucker gepresst.<\/p>\n<p>&#8220;Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zu diesem wunderbaren Design-Zentrum, zur Gestaltung dieser au\u00dfergew\u00f6hnlichen Halle f\u00fcr das wunderbare Thema Design&#8221;, beginnt Wowereit seine Rede und erntet seinen zweiten Beifall. Berlin sei neidisch auf so eine Einrichtung f\u00fcr die kreativen Industrien, die sich weltweit sehen lassen k\u00f6nnte, umschmeichelt er seinen argentinischen Gastgeber und das Publikum. Desweiteren betont er, dass diese Partnerschaft nicht blo\u00df eine Formalie auf dem Papier sei oder darin best\u00fcnde, dass sich zwei B\u00fcrgermeister alle Jubeljahre mal die H\u00e4nde sch\u00fcttelten. Vor allem w\u00fcrden die Menschen der Partnerst\u00e4dte miteinander kommunizieren. Diese Ziel habe man erreicht.<\/p>\n<p>Wowereit f\u00fchrt aus, wie die kreativen Industrien sich verlassener Industriebrachen annehmen und diese wiederbeleben w\u00fcrden. Daher sei es die Pflicht der St\u00e4dte, Arbeitspl\u00e4tze in den kreativen Bereichen zu f\u00f6rdern: &#8220;Die kreativen Industrien sind nicht nur etwas f\u00fcr verr\u00fcckte Designer, sondern sie schaffen in der Tat Arbeitspl\u00e4tze, in Berlin sind das Zehntausende von Arbeitspl\u00e4tzen, und deshalb ist es so wichtig f\u00fcr die Weiterentwicklung einer Stadt, die kreativen Industrien zu unterst\u00fctzen.&#8221;<\/p>\n<p>Im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch erkl\u00e4rt der Regierende B\u00fcrgermeister, dass die Zusammenarbeit zwischen Berlin und Buenos Aires noch weiter ausgebaut werden wird. Von der Unesco sind beide St\u00e4dte als kreative St\u00e4dte ausgezeichnet wurden. Habe man in der Vergangenheit &#8220;Die lange Nacht der Museen&#8221; nach Buenos Aires exportieren k\u00f6nnen, m\u00f6chte man in Zukunft noch mehr miteinander kommunizieren. Trotz der Unterschiedlichkeit beider St\u00e4dte g\u00e4be es auch viele Gemeinsamkeiten, so Wowereit.<\/p>\n<p>&#8220;Ich denke, dass beide St\u00e4dte erkannt haben, dass die Kultur ganz wichtig ist, dass die F\u00f6rderung der Kreativen eine super Chance ist, die St\u00e4dte zu entwickeln. Was aus meiner Sicht ganz entscheidend ist in der Situation von gro\u00dfen Metropolen.&#8221; Doch das alles k\u00f6nne nur geschehen, wenn Metropolen wie Berlin und Buenos Aires ihre innere Liberalit\u00e4t bewahren, wo sich die B\u00fcrger wohlf\u00fchlen und die Leute aus der ganzen Welt hinkommen. Ausgrenzung und Diskriminierung, in beiden St\u00e4dten sicherlich \u00e4hnlich pr\u00e4sente Probleme, bedrohten eine solche Freiheit.<\/p>\n<p>&#8220;Das ist ein t\u00e4glicher Kampf, das muss gelebt werden, das kann man nicht anordnen&#8221;, schlie\u00dft er das Gespr\u00e4ch. Ich muss ihn ziehen lassen, die Kollegen vom Fernsehen sind jetzt an der Reihe. Ich bewundere noch ein wenig das Lichtspektakel der mitgereisten Berliner LiCHTPiRATEN, bekannt f\u00fcr ihre Licht- und Klanginstallationen, und trete die Heimreise an.<\/p>\n<p>Hier im s\u00fcdlichsten Barracas ist an jeder zweiten Stra\u00dfenecke ein Ordnungsh\u00fcter in orangefarbener Weste anzutreffen. An ihnen orientiere ich mich, um zu den belebteren Hauptstra\u00dfen zu gelangen. Berlin und Buenos Aires, wo, wenn nicht in Barracas werden Gemeinsamkeiten und Widerspr\u00fcche besser deutlich?<\/p>\n<p>Die Ausstellung &#8220;Berl\u00edn en Vivo en Buenos Aires&#8221; ist noch bis zum 10. April im CMD (Algarrobo 1041) zu sehen. Auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/BerlinBsAs\">Facebook<\/a> k\u00f6nnen Texte, Videos und Fotos angesehen werden.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nBerlins B\u00fcrgermeister Klaus Wowereit (li.) und der Minister f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Buenos Aires Francisco Cabrera gemeinsam in Barracas.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klaus Wowereit er\u00f6ffnet Veranstaltung zur Feier der 20 Jahre St\u00e4dtepartnerschaft Berlin und Buenos Aires Von Philipp Boos Berlin und Buenos Aires feiern dieses Jahr 20 Jahre St\u00e4dtepartnerschaft. Am Montag wurde zu den offiziellen Feierlichkeiten im &#8220;Centro Metropolitano de Dise\u00f1o&#8221; (CMD) in Barracas geladen, dort wurde Berlins Regierender B\u00fcrgermeister Klaus Wowereit erwartet. 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