{"id":1895,"date":"2009-09-26T06:40:30","date_gmt":"2009-09-26T09:40:30","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2009\/09\/26\/annaherungen-an-die-fremdheit\/"},"modified":"2010-11-13T16:04:47","modified_gmt":"2010-11-13T19:04:47","slug":"annaherungen-an-die-fremdheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2009\/09\/26\/annaherungen-an-die-fremdheit\/","title":{"rendered":"Ann\u00e4herungen an die Fremdheit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2009\/09\/26\/aproximaciones-a-lo-extrano\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Im Espacio Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica zeigt Mart\u00edn Bonadeo gemeinsam mit anderen K\u00fcnstlern seine Gedanken zum Fremdsein in der Ausstellung \u201cExtranjer\u00edas\u201d<\/p>\n<p><em>Von Maria Exner<\/em><\/strong><\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image1898\" alt=martin22.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/martin22.jpg\" \/><br \/>\n<em>Betritt der Besucher einen privaten oder \u00f6ffentlichen Raum, fragt die Anzeige von Mart\u00edn Bonadeo.<\/em><\/div>\n<p>Im Einwandererland Argentinien ist kaum ein Thema so pr\u00e4sent wie die Frage der Fremdheit. Was treibt den Fremden aus der Heimat hierher? Wie lange dauert es, bis aus Fremdheit Vertrautheit wird? Warum f\u00fchlt man sich fremd? Diese Fragen stellten die Kuratoren der Ausstellung \u201cExtranjer\u00edas\u201d, die noch bis morgen im <a href=\"http:\/\/www.fundacion.telefonica.com.ar\/espacio\/\">Espacio Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica<\/a> zu sehen ist. 10 K\u00fcnstler sp\u00fcren diesen Fragen mit ihren Arbeiten nach, versuchen Antworten zu geben. In ihren Werken geht es aber nicht allein um die Fremdheit im Bezug auf fremde L\u00e4nder, sondern vielmehr um die Existenz fremder Lebenswelten und die Momente der Fremdheit im Alltag, die es, ausgedr\u00fcckt durch das spanische Wort \u201cextra\u00f1arse\u201d in Buenos Aires ziemlich h\u00e4ufig zu geben scheint.<\/p>\n<p>Den Porte\u00f1o <a href=\"http:\/\/www.martinbonadeo.com.ar\/\">Mart\u00edn Bonadeo<\/a> befremdet beispielsweise der Zaun, der den Park gegen\u00fcber des Telef\u00f3nica-Geb\u00e4udes in der Calle Arenales umgibt. Es ist ein kleiner, \u00f6ffentlicher Park &#8211; doch damit er nachts nicht zum Zufluchtsort f\u00fcr Obdachlose und Kleinkriminelle wird, ist er umz\u00e4unt. \u201cWem geh\u00f6rt also dieser Park? Ist er wirklich \u00f6ffentlich? Oder wird er durch den Zaun nicht doch zum privaten Ort eines bestimmten Teils der \u00d6ffentlichkeit?\u201d, fragt sich der K\u00fcnstler.<!--more--><\/p>\n<p>Mit seiner Installation \u201cP\u00fablico\/Privado\u201d tr\u00e4gt er diese Fragen an die Besucher der Ausstellung heran. \u00dcber der Eingangst\u00fcr des Espacio Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica befestigte er eine schwarze Anzeigetafel mit sieben Ziffern, \u00e4hnlich jenen, die man von Bahnh\u00f6fen und Abflughallen kennt. Die erste Ziffer \u201cP\u201d und die letzte Ziffer \u201cO\u201d stehen fest, die \u00fcbrigen bilden abwechselnd die Worte \u201cP\u00fablico\u201d und \u201cPrivado\u201d. Jeder Buchstabenwechsel wird von einem lauten Knattern begleitet, das der 34-J\u00e4hrige mit der Hilfe eines Musikers genau dem Ger\u00e4usch der Bahnhofstafeln nachempfunden hat.<\/p>\n<p>Damit kennzeichnet der Multimedia-K\u00fcnstler Bonadeo den Eingang als einen \u00dcbergangsort zwischen \u00d6ffentlichkeit und privatem Raum, ohne allerdings zu sagen, auf welcher Seite der T\u00fcr sich was befindet. \u201cAlle Arbeiten sind explizit f\u00fcr diesen Ausstellungsort gemacht worden und ich beziehe mich mit \u201cP\u00fablico\/Privado\u201d auf die Funktion des Hauses. Einerseits ist es eine Schaltzentrale der Telef\u00f3nica in Buenos Aires &#8211; hier verlaufen tausende Kabel, die die Anrufe der Stadt weiterleiten. Andererseits ist es ein Haus der Kunst, das jedem offen steht.\u201d<\/p>\n<p>Der Einladung der beiden Kuratoren N\u00e9stor Garc\u00eda Canclini und Andrea Giunta, \u00fcber das Thema Fremdheit zu arbeiten, sind au\u00dfer Mart\u00edn Bonadeo unter anderem auch die K\u00fcnstler Jorge Macchi und Pat Badani gefolgt. Macchi, der 2005 den argentinischen Beitrag der Biennale di Venezia stellte und gerade eine Einzelausstellung im K\u00fcnstlerhaus Bremen zeigt, kommentiert mit der gro\u00dfformatigen Zeichnung einer Tastatur die Fremdheit, die gerade \u00e4ltere Menschen im Computerzeitalter empfinden. Die in Buenos Aires geborene Pat Badani dagegen f\u00fchrte Video-Interviews mit Menschen aus verschiedenen L\u00e4ndern und lie\u00df sie ganz pers\u00f6nliche Antworten auf die Fragen \u201cWoher kommst Du? Wo bist du gerade? Wohin gehst Du?\u201d geben. W\u00e4hrend man ihren Protagonisten zuh\u00f6rt, stellt man diese Fragen auch sich selbst und geht einen Moment lang in sich.<\/p>\n<p>Andere Arbeiten der Ausstellung ber\u00fchren weniger. Die verwackelte Videoaufnahme von Roberto Jacoby aus einem Aufzug, der zwischen zwei Stockwerken auf und abf\u00e4hrt, erscheint etwas beliebig. Das Badezimmer, das laut Tamara Stuby der Ort ist, an dem wir uns allmorgendlich mit uns selbst vertraut machen, l\u00e4sst eine zweite oder gar dritte Bedeutungsebene vermissen. Auch ist der Aufbau mancher Arbeiten im ansonsten ansprechenden Ausstellungssaal im ersten Stock des Espacio Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica etwas lieblos.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt Mart\u00edn Bonadeo dem Besucher auch auf dem Weg nach Hause noch einen Denkansto\u00df mit: Die Anzeige \u201cP\u00fablico\/Privado\u201d projiziert er mit Hilfe eines Videobeamers auf den Gehweg auf der anderen Stra\u00dfenseite. Dort liegen die Worte mal flach auf dem Asphalt, mal verfangen sie sich auf den Kleidern der vor\u00fcbereilenden Menschen. Und vielleicht fragt sich der ein oder andere: \u201cWem geh\u00f6ren die Stra\u00dfen von Buenos Aires?\u201d Mart\u00edn Bonadeo hofft es jedenfalls.<\/p>\n<div align=center><img decoding=\"async\" id=\"image1897\" alt=martin33.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/martin33.jpg\" \/><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Im Espacio Fundaci\u00f3n Telef\u00f3nica zeigt Mart\u00edn Bonadeo gemeinsam mit anderen K\u00fcnstlern seine Gedanken zum Fremdsein in der Ausstellung \u201cExtranjer\u00edas\u201d Von Maria Exner Betritt der Besucher einen privaten oder \u00f6ffentlichen Raum, fragt die Anzeige von Mart\u00edn Bonadeo. 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