{"id":19462,"date":"2014-08-12T13:01:38","date_gmt":"2014-08-12T16:01:38","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=19462"},"modified":"2014-08-15T16:12:40","modified_gmt":"2014-08-15T19:12:40","slug":"abwesenheit-des-subjekts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2014\/08\/12\/abwesenheit-des-subjekts\/","title":{"rendered":"Abwesenheit des Subjekts"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2014\/08\/12\/ausencia-de-sujeto-una-nueva-definicion-del-retrato-fotografico\/\">Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano.<\/a><\/p>\n<p><strong>Bilder von August Sander und Michael Somoroff im Centro Cultural Recoleta<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ausencia2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ausencia2.jpg\" alt=\"Microsoft Word - deltio typou Somoroff_Sander_EN.doc\" width=\"500\" height=\"306\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19465\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ausencia2.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ausencia2-300x183.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nIm Rahmen des 25. Fotografie-Festivals <a href=\"http:\/\/www.encuentrosabiertos.com.ar\/\">Encuentros Abiertos &#8211; Festival de la Luz 2014<\/a> wird heute abend (12. August) um 18 Uhr im Saal 4 des <a href=\"http:\/\/www.centroculturalrecoleta.org\/nuevositio\/\">Centro Cultural Recoleta<\/a> (Jun\u00edn 1930, Buenos Aires) die Ausstellung &#8220;Abwesenheit des Subjekts&#8221; er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Die Serie &#8220;Abwesenheit des Subjekts&#8221; des US-amerikanischen Fotografen Michael Somoroff ist eine bewegende Hommage an das monumentale Werk &#8220;Menschen des 20. Jahrhunderts&#8221; des legend\u00e4ren deutschen Fotografen August Sander. Mit Hilfe digitaler Techniken entfernt Somoroff gerade das aus dem Bild, was man immer f\u00fcr ein wesentliches Element des Portr\u00e4ts gehalten hatte: das Subjekt. Die von Diana Edkins und Julian Sander kuratierte und von der Agentur Admira (Mailand) in Zusammenarbeit mit FEROZ Galerie (Bonn) und dem <a href=\"http:\/\/www.goethe.de\/ins\/ar\/bue\/ver\/de13124645v.htm\">Goethe-Institut<\/a> organisierte Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft.<\/p>\n<p>Michael Somoroff lernte das Werk Sanders (1876-1964) im Jahr 2003 im New Yorker MoMA kennen. Sanders Originalwerk, von dem Teile in dieser Ausstellung zu sehen sein werden, besteht aus einer umfangreichen Serie mit \u00e4u\u00dferster Sorgfalt zusammengestellter Portr\u00e4ts, die Auskunft \u00fcber die hierarchische Struktur der deutschen Gesellschaft geben. Dabei treten die Portr\u00e4tierten nicht vorrangig als Individuen in Erscheinung, sie sind vielmehr Repr\u00e4sentanten einer visuellen Typologie, die alle Besch\u00e4ftigungen, Berufe und Klassen einschlie\u00dft.<\/p>\n<p>&#8220;Abwesenheit des Subjekts&#8221; er\u00f6ffnet eine neue Sicht auf Sanders Werk: Die Serie erkundet die Mehrdeutigkeit der Begriffe Realit\u00e4t und Wahrheit in der Fotografie. Somoroff hat in jedem einzelnen der von ihm ausgew\u00e4hlten 40 Fotos die abgelichteten Personen gel\u00f6scht, so dass einzig der Bildhintergrund erhalten blieb. Er nimmt dem Foto also gerade das vermeintlich Wesentliche, das Subjekt. So wird der Bildhintergrund zum Hauptmotiv.<\/p>\n<p>Die von Somoroff geschaffenen neuen Bilder lassen die \u00dcberzeugungskraft und die \u00e4sthetischen Qualit\u00e4ten hervortreten, welche Sanders Werk selbst dann noch auszeichnen, wenn jenes durch das Subjekt gegebene Hauptelement fehlt. Es ist eine ungewohnte Art der Fotografie, in der Zufall und Akzeptanz zusammenflie\u00dfen. Es sind Arbeiten, die den Betrachter in eine Poetik des Schweigens einh\u00fcllen und dazu anregen, \u00fcber sich selbst als Subjekt nachzudenken.<\/p>\n<p>August Sander gilt als der bedeutendste deutsche Portr\u00e4tfotograf der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts. Sein erstes Buch, &#8220;Antlitz der Zeit&#8221;, war eine umstrittene Publikation zum kollektiven Portr\u00e4t der deutschen Gesellschaft. Der Band erschien 1929 und wurde sp\u00e4ter durch die Arbeit &#8220;Menschen des 20. Jahrhunderts&#8221; erweitert, welcher der Fotograf sein ganzes Leben widmete. &#8220;Antlitz der Zeit&#8221; enthielt eine Auswahl von 60 Portr\u00e4ts, die einen repr\u00e4sentativen Querschnitt durch die Gesellschaft der Weimarer Republik zeigen wollte. Sanders Ziel war ein fotografischer Essay, der alle Besch\u00e4ftigungen, Berufe und Klassen einschlie\u00dfen sollte, welche die Gesellschaftsstruktur des Landes in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg bildeten. Es gelang ihm, einen typologischen Katalog zusammenzustellen, in denen auf \u00fcber 600 Fotografien &#8220;Typen&#8221; von Deutschen erfasst wurden.<\/p>\n<p>Alle Abgelichteten erscheinen in formalen K\u00f6rperhaltungen, als Identifikationsmerkmal dienten Bildunterschriften mit knappen Angaben zum sozialen Status. Sander wollte ein universales Portr\u00e4t der menschlichen Gattung schaffen, eine monumentale Dokumentation von Personen-&#8220;Typen&#8221;, die ein besseres Verst\u00e4ndnis der Ver\u00e4nderungen in Aspekten wie Klasse, Rasse, Beruf, ethnischer Zugeh\u00f6rigkeit und anderen Identit\u00e4tskonstruktionen erm\u00f6glichen sollte.<\/p>\n<p>Michael Somoroff, Sohn des bekannten Fotografen Ben Somoroff, wurde 1957 in New York geboren. Er studierte Kunst und Fotografie in der New School for Social Research und lernte auch dadurch, dass er seinem Vater im Studio, bei Au\u00dfenaufnahmen und in der Dunkelkammer half. 1978, im Alter von 21 Jahren, er\u00f6ffnete er sein eigenes Studio und begann f\u00fcr angesehene Zeitschriften in den USA und Europa zu arbeiten.<\/p>\n<p>Im Oktober 1979 fand im New Yorker International Center for Photography die erste Ausstellung des K\u00fcnstlers statt, pers\u00f6nlich betreut durch Cornell Capa, der die Karriere des jungen Somoroff f\u00f6rderte. 1980 ging er nach Europa, wo er in London, Paris, Mailand und Hamburg arbeitete. Unter seinen wichtigsten Mentoren waren die Fotografen Gyula Hal\u00e1sz (bekannter unter seinem Pseudonym Brassa\u00ef), Andreas Feininger, Louis Faurer und Andre Kert\u00e9sz.<\/p>\n<p>Seit seiner R\u00fcckkehr nach New York Ende der achtziger Jahre widmet sich Michael Somoroff ganz den Recherchen zu seinen Projekten und seiner k\u00fcnstlerischen Produktion. Au\u00dferdem h\u00e4lt er Vortr\u00e4ge und beteiligt sich in Zusammenarbeit mit kulturellen Institutionen an der Schaffung vom Programmen, die sich der Kunst als eines Instruments bedienen sollen, das dazu beitr\u00e4gt, die Verst\u00e4ndigung zwischen den Menschen und den Gemeinschaften, in denen sie leben, zu verbessern. Somoroff ist in vielen bedeutenden Kunstsammlungen vertreten, unter anderem im Museum of Modern Art (New York), im Museum of Fine Arts (Houston\/Texas) und in der Smithsonian Institution (Washington, D.C.).<\/p>\n<p>Die Ausstellung kann bis zum 21. September 2014 dienstags bis freitags von 13 bis 20 Uhr; samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 20 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Click aqu\u00ed para leer la versi\u00f3n en castellano. Bilder von August Sander und Michael Somoroff im Centro Cultural Recoleta Im Rahmen des 25. Fotografie-Festivals Encuentros Abiertos &#8211; Festival de la Luz 2014 wird heute abend (12. 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