{"id":19473,"date":"2014-08-15T15:35:16","date_gmt":"2014-08-15T18:35:16","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=19473"},"modified":"2014-08-15T15:39:11","modified_gmt":"2014-08-15T18:39:11","slug":"barenboim-an-der-alsina-brucke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2014\/08\/15\/barenboim-an-der-alsina-brucke\/","title":{"rendered":"Buenos Aires im Banne Barenboims"},"content":{"rendered":"<p><strong>Freiluft-Konzert des Stardirigenten an der Alsina-Br\u00fccke &#038; Autorenlesung in der Deutschen Botschaft<\/p>\n<p><em>Von Marcus Christoph<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/barenboim.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/barenboim.jpg\" alt=\"barenboim\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19489\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/barenboim.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/barenboim-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nOrchestermusik einmal anders: Nicht im pomp\u00f6sen Festsaal, sondern unter freiem Himmel im eher proletarisch gepr\u00e4gten Buenos-Aires-Stadtteil Nueva Pompeya lud Stardirigent Daniel Barenboim am Sonntag zu einem Konzert. Rund 8000 Zuschauer waren an diesem frischen Wintermorgen gekommen, um nahe der Alsina-Br\u00fccke den Kl\u00e4ngen des West Eastern Divan Orchestra zu lauschen.<\/p>\n<p>Auf dem Programm standen Werke des franz\u00f6sischen Komponisten Maurice Ravel wie &#8220;Rapsodie espagnole&#8221;, &#8220;Pavane pour une infante d\u00e9funte&#8221; oder &#8220;Bolero&#8221;, die unter Barenboims Stabf\u00fchrung die Szenerie in ein Freiluft-Opernhaus verwandelten. Als Hommage an Buenos Aires, der Geburtsstadt Barenboims, intonierte das Orchester zudem den Tango &#8220;El Firulete&#8221; von Mariano Mores.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Konzerts richtete Barenboim einige Worte an das Publikum, in denen er an seine Kindheit in Argentinien erinnerte: &#8220;Ich habe das Land als Neunj\u00e4hriger verlassen, aber es gab mir etwas f\u00fcr immer mit auf den Weg: n\u00e4mlich, dass kein Problem darin besteht, mehrere Identit\u00e4ten zu haben.&#8221; Egal ob man hier von Herkunft her Pole, Jude, Syrer, Deutscher, Libanese oder T\u00fcrke sei, sei man dadurch nicht weniger Argentinier. Barenboim hob zudem die Warmherzigkeit der Argentinier hervor.<\/p>\n<p>Der Auftritt an der Alsina-Br\u00fccke fand im Rahmen des zehnt\u00e4gigen Barenboim-Festivals in Buenos Aires statt. Dabei gab es mehrere Konzerte im Teatro Col\u00f3n, unter anderem mit der Starpianistin Martha Argerich, die wie Barenboim aus der argentinischen Hauptstadt stammt. In dem Opernhaus f\u00fchrte Barenboim am Sonntagabend auch einen offenen Dialog mit dem ehemaligen spanischen Ministerpr\u00e4sidenten Felipe Gonz\u00e1lez, bei dem beide das friedliche Zusammenleben von Arabern und Juden in Lateinamerika als Hoffnungsschimmer f\u00fcr den Nahen Osten hervorhoben.<\/p>\n<p>Im Zeichen der Verst\u00e4ndigung steht auch das West Eastern Divan Orchestra, das aus jungen arabischen, israelischen und spanischen Musikern besteht. Es wurde von Barenboim und dem aus Pal\u00e4stina stammenden, mittlerweile verstorbenen Literaturwissenschaftler Edward Said 1999 gegr\u00fcndet, um ein Beispiel f\u00fcr friedliches Zusammenleben im Nahen Osten zu setzen. In Deutschland ist Barenboim vor allem als Generalmusikdirektor der Staatskapelle Berlin bekannt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/botschaft.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/botschaft.jpg\" alt=\"botschaft\" width=\"250\" height=\"176\" class=\"alignright size-full wp-image-19490\" \/><\/a>Vor dem Hintergrund des Barenboim-Festivals ist auch die Autorenlesung zu sehen, zu der die Deutsche Botschaft vor wenigen Tagen einlud. Zu Gast war die argentinische Musikjournalistin Cecilia Scalisi, die aus ihrem Buch &#8220;En la edad de las promesas&#8221; vortrug. Dabei untersucht die Autorin die fr\u00fchen Jahre der drei musikalischen Wunderkinder Daniel Barenboim, Martha Argerich und Bruno Gelber, die alle Anfang der Vierzigerjahre in Buenos Aires zur Welt kamen.<\/p>\n<p>Das Buch handelt vom Emigrantenmilieu jener Jahre, wo die Musik als verbindendes Element wirkte und man sich zu &#8220;Tertulias&#8221; genannten Zusammenk\u00fcnften k\u00fcnstlerischer Art traf. &#8220;Ich wollte die Kindheit von Daniel, Martha und Bruno beleuchten. Eine Zeit, als man noch nicht wusste, welch gro\u00dfe Karrieren sie sp\u00e4ter einmal machen w\u00fcrden&#8221;, so die Autorin.<\/p>\n<p>Zudem stellte Scalisi die von ihr gestaltete Kollektion &#8220;Piano Esencial&#8221; vor: Eine 20-teilige Ausgabe von B\u00fcchern und CDs mit Musik von Barenboim und Argerich, die ab sofort jeden zweiten Sonnabend im Zeitungskiosk erh\u00e4ltlich ist.<\/p>\n<p><strong>Fotos von oben nach unten:<\/strong><\/p>\n<p>Klassik unter freiem Himmel.<\/p>\n<p>Autorin Cecilia Scalisi im Gespr\u00e4ch mit dem deutschen Botschafter Bernhard Graf von Waldersee.<br \/>\n(Fotos: Marcus Christoph)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freiluft-Konzert des Stardirigenten an der Alsina-Br\u00fccke &#038; Autorenlesung in der Deutschen Botschaft Von Marcus Christoph Orchestermusik einmal anders: Nicht im pomp\u00f6sen Festsaal, sondern unter freiem Himmel im eher proletarisch gepr\u00e4gten Buenos-Aires-Stadtteil Nueva Pompeya lud Stardirigent Daniel Barenboim am Sonntag zu einem Konzert. 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