{"id":20119,"date":"2014-11-28T07:43:49","date_gmt":"2014-11-28T10:43:49","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=20119"},"modified":"2014-11-26T17:48:12","modified_gmt":"2014-11-26T20:48:12","slug":"das-rezept-der-unsterblichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2014\/11\/28\/das-rezept-der-unsterblichkeit\/","title":{"rendered":"Das Rezept der Unsterblichkeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Quinos Mafalda wird 50 und ist so aktuell wie nie<\/p>\n<p><em>Von Jannik J\u00fcrgens<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/mafalda.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/mafalda.jpg\" alt=\"mafalda\" width=\"500\" height=\"332\" class=\"aligncenter size-full wp-image-20121\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/mafalda.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/mafalda-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nVor 50 Jahren geboren und seitdem unsterblich: Mafalda. Das von Quino gezeichnete M\u00e4dchen weist mit viel Witz auf die Probleme der argentinischen Gesellschaft hin. Obwohl Quino, der mit b\u00fcrgerlichem Namen Joaqu\u00edn Salvador Lavado Tej\u00f3n hei\u00dft, bereits 1973 aufgeh\u00f6rt hat, Malfalda zu zeichnen, ist der Comic heute weltber\u00fchmt und brandaktuell. Was ist das Rezept f\u00fcr Mafaldas Unsterblichkeit?<\/p>\n<p>Die Ausstellung &#8220;Mafalda en su sopa&#8221; in der Nationalbilbliothek in Recoleta geht dem Mafalda-Mythos auf den Grund. Von den Anf\u00e4ngen bis in die Gegenwart zeichnet die Ausstellung den Weg von Mafalda nach. Ihre Beliebtheit hat Mafalda der Genialit\u00e4t Quinos zu verdanken. &#8220;Leser ganz verschiedenen Alters und mit verschiedenen Hintergr\u00fcnden erkennen sich in Mafalda wieder. Das macht sie als Comic-Figur so einzigartig&#8221;, schreibt die Autorin Judith Gociol im Katalog der Ausstellung.<\/p>\n<p>In erster Linie identifiziert sich die argentinische Mittelklasse mit Mafalda. Die Historikerin Isabella Cosse nennt daf\u00fcr drei Gr\u00fcnde. &#8220;Erstens beschreibt Mafalda aus ihrer kindlichen Perspektive ganz genau die Widerspr\u00fcche einer Gesellschaft, die sich ver\u00e4ndert. Zweitens macht Mafalda auf den gro\u00dfen Unterschied zwischen der Realit\u00e4t und dem Idealbild, das die Mittelschicht von sich selbst hat, aufmerksam&#8221;, sagt Cosse. Drittens sorgt Mafaldas Witz in einer Gesellschaft, die sich durch allt\u00e4gliche Gewalt bedroht f\u00fchlt, f\u00fcr so etwas wieSicherheit, sagt Cosse.<\/p>\n<p>Paradoxerweise hat die Tatsache, dass Quino 1973 aufgeh\u00f6rt hat, Malfalda zu zeichnen, zu ihrer Unsterblichkeit beigetragen. Der Perfektionist stellte fest, dass seine Cartoons sich wiederholten. Er wurde seinen eigenen Anspr\u00fcchen nicht mehr gerecht. Anstatt um jeden Preis weiterzumachen, h\u00f6rte er auf dem Gipfel seiner Popularit\u00e4t einfach auf. Und sorgte damit daf\u00fcr, dass sein Werk einfach verdammt gut blieb.<\/p>\n<p>Der Milit\u00e4rdiktatur waren Quinos kritische und engagierte Comics ein Dorn im Auge. Wer, wie Mafalda, w\u00fctend Unrecht anprangerte, machte sich in einem Unrechtsstaat viele Feinde. Aber genau deswegen ist Mafalda so beliebt. In der \u00c4ra Menem wurde Mafalda aus einer anderen Perspektive gelesen. Das kleine, altkluge Schulm\u00e4dchen war Balsam auf die vom Neoliberalismus geschundene argentinische Seele. Heute ist Mafalda aktuell, wenn sie Umweltverschmutzung und Politiker-Kauderwelsch anprangert.<\/p>\n<p>Bleibt nur noch die Frage, warum Mafalda partout keine Suppe mag. Die Comic-Experten sind sich uneins. Interpretationen gehen von &#8220;weil Suppe dick macht&#8221; bis hin zur Suppe als Symbol f\u00fcr den Krieg und das Unrecht auf der Welt. Quino selbst sagte in einem Interview mit <a href=\"http:\/\/www.publico.es\/\">P\u00fablico.es<\/a>, dass die Suppe alle Zw\u00e4nge repr\u00e4sentiere, die der Gesellschaft auferlegt werden. Damit meinte der Zeichner die Milit\u00e4rdiktaturen, die die Argentinier in den 60er und 70er Jahren &#8220;schlucken mussten&#8221;.<\/p>\n<p>Die Ausstellung in der Nationalbibliothek (Ag\u00fcero 2502) ist nur noch dieses Wochenende zu sehen. Am Freitag von 9 bis 21 Uhr und am Samstag und Sonntag von 12 bis 19 Uhr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quinos Mafalda wird 50 und ist so aktuell wie nie Von Jannik J\u00fcrgens Vor 50 Jahren geboren und seitdem unsterblich: Mafalda. Das von Quino gezeichnete M\u00e4dchen weist mit viel Witz auf die Probleme der argentinischen Gesellschaft hin. 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