{"id":20488,"date":"2015-01-26T14:46:25","date_gmt":"2015-01-26T17:46:25","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=20488"},"modified":"2015-01-26T14:48:48","modified_gmt":"2015-01-26T17:48:48","slug":"die-ganze-stadt-ist-ein-museum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2015\/01\/26\/die-ganze-stadt-ist-ein-museum\/","title":{"rendered":"Die ganze Stadt ist ein Museum"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buenos Aires aus der Street-Art-Perspektive<\/p>\n<p><em>Von Jannik J\u00fcrgens<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/grafitti_22.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/grafitti_22.jpg\" alt=\"grafitti_22\" width=\"500\" height=\"332\" class=\"aligncenter size-full wp-image-20490\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/grafitti_22.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/grafitti_22-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nAna Montenegro zeigt Porte\u00f1os und Touristen eine Perspektive auf Buenos Aires, die den meisten sonst verborgen bleibt. Ana zeigt die Street-Art-Perspektive. &#8220;Eigentlich ist die ganze Stadt ein Museum. Man muss nur lernen, die Kunstwerke zu entdecken&#8221;, sagt sie. Bei dem zweieinhalbst\u00fcndigen Rundgang durch Palermo und Chacarita wird schnell klar, warum die Tour im Netz nur Lob erh\u00e4lt. Ana f\u00fchrt zu beeindruckenden Werken, erz\u00e4hlt die Geschichten der K\u00fcnstler und macht den Kontext deutlich. Und die Kunst der Stra\u00dfe ist \u00fcberraschend, kritisch und kreativ.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn erkl\u00e4rt Ana den Unterschied zwischen Graffiti und Street-Art: &#8220;Graffiti geh\u00f6rt zur Hip-Hop-Bewegung und richtet sich mit einer versteckten Botschaft an eine exklusive Gemeinschaft.&#8221; Deswegen sind Graffiti f\u00fcr Laien kaum zu entziffern. Bei Street-Art ist das anders: &#8220;Hier werden meistens Bilder geschaffen, die alle verstehen k\u00f6nnen&#8221;, sagt Ana. Obwohl Street-Art erst in den vergangenen Jahren gro\u00df geworden ist, hat sie eine lange Tradition. Der mexikanische Muralismo der 1920er-Jahre z\u00e4hlt dazu, ebenso die Malereien im \u00f6ffentlichen Raum in Argentinien.<\/p>\n<p>Vor dem Geb\u00e4ude des Flohmarkts von Palermo (Av. Dorrego 1650) ist Ana in ihrem Element. Sie f\u00fchrt die Gruppe zu ihrem Lieblingswerk. &#8220;Was k\u00f6nnt ihr sehen?&#8221;, fragt sie. Einen Mond, eine Sonne, einen Kondor, zwei Menschen und das Meer. &#8220;Jetzt schaut mal durch eure Kamera auf das Bild&#8221;, sagt Ana. Durch die neue Perspektive wird pl\u00f6tzlich eine Katze sichtbar, zusammengesetzt aus den einzelnen Elementen. &#8220;Es hat eine Weile gedauert, bis mir dieser Effekt aufgefallen ist&#8221;, gibt Ana zu. Seitdem ist das Bild fester Bestandteil ihrer Tour.<\/p>\n<p>Die Explosion der Street-Art in Buenos Aires ist untrennbar mit Krise des Jahres 2001 verbunden. Von den Politikern ma\u00dflos entt\u00e4uscht, forderten die B\u00fcrger: &#8220;Que se vayan todos&#8221;. Das schrieben sie auf H\u00e4userz\u00fcge, \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude und Einkaufsmeilen. Einigen von ihnen war der Schriftzug zu eint\u00f6nig. Sie begannen, ihre Kritik durch Bilder auszudr\u00fccken. Der \u00f6ffentliche Raum, also die Stra\u00dfe, war daf\u00fcr der ideale Platz. So entstand eine breite und engagierte Street-Art-Bewegung.<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstler profitierten davon, dass Malerei auf H\u00e4userw\u00e4nden in Buenos Aires geduldet wird. Offiziell ist sie zwar verboten, aber die Polizei k\u00fcmmert sich nicht darum. &#8220;Au\u00dferdem entstehen viele Arbeiten im Auftrag der Eigent\u00fcmer&#8221;, sagt Ana. Deswegen schreiben die K\u00fcnstler oft ihre E-Mail-Adresse und Telefonnummer zu den Werken. In Deutschland w\u00e4re so etwas unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich bleibt Ana vor einem krakeligen Schriftzug stehen. Kunst ist hier nicht zu sehen, sagt ein Teilnehmer. Doch Ana deutet auf die Schrift. &#8220;Te amo Laura&#8221;, steht da. Ana kl\u00e4rt auf: &#8220;Das hat der Vater von Laura dort hingeschrieben. Er hat das Sorgerecht verloren und darf seine Tochter nicht mehr sehen.&#8221; Durch den Schriftzug, der auf Lauras Schulweg liegt, versichert er ihr nun t\u00e4glich, dass er sie liebt. Auch das ist Street-Art in Buenos Aires.<\/p>\n<p>Graffitimundo bietet die Street-Art-Touren in Spanisch und Englisch an. F\u00fcr Ausl\u00e4nder kostet die Tour 25 Dollar, f\u00fcr Argentinier ist die Teilnahme kostenlos. Mit dem Geld werden unter anderem  Street-Art-K\u00fcnstler unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nEines der Lieblingsbilder der Tourleiterin Ana Montenegro.<br \/>\n(Foto: Jannik J\u00fcrgens)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buenos Aires aus der Street-Art-Perspektive Von Jannik J\u00fcrgens Ana Montenegro zeigt Porte\u00f1os und Touristen eine Perspektive auf Buenos Aires, die den meisten sonst verborgen bleibt. Ana zeigt die Street-Art-Perspektive. &#8220;Eigentlich ist die ganze Stadt ein Museum. Man muss nur lernen, die Kunstwerke zu entdecken&#8221;, sagt sie. 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