{"id":20639,"date":"2015-02-20T13:02:03","date_gmt":"2015-02-20T16:02:03","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=20639"},"modified":"2015-02-21T13:06:32","modified_gmt":"2015-02-21T16:06:32","slug":"ein-kinderleben-im-schnelldurchlauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2015\/02\/20\/ein-kinderleben-im-schnelldurchlauf\/","title":{"rendered":"Ein Kinderleben im Schnelldurchlauf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Warum &#8220;Boyhood&#8221; den Oscar gewinnen sollte<\/p>\n<p><em>Von Michaela Ehammer<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/boyhood.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/boyhood.jpg\" alt=\"boyhood\" width=\"500\" height=\"282\" class=\"aligncenter size-full wp-image-20641\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/boyhood.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/boyhood-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nGl\u00fccklose Ehen, alleinerziehende Eltern, Umzug in ein neues Leben, Schulwechsel, der erste Tag am College, das erste Bier, der erste Kuss &#8211; all das sind ganz allt\u00e4gliche Dinge, die im Leben vorkommen. Am Sonntag wird in Los Angeles wieder der rote Teppich ausgerollt, und &#8220;Boyhood&#8221;, ein Film \u00fcber die Nichtigkeiten des Lebens, geht mit sechs Nominierungen auf Oscar-Jagd. Mit bereits drei Golden Globes sowie zahlreichen weiteren Auszeichnungen ist der filmisch wohl aufwendigste Film nicht nur einer der Top-Favoriten im Rennen um den begehrtesten Filmpreis der Welt, sondern kann sich schon jetzt als stolzer Gewinner betrachten.<\/p>\n<p>2002 startete der ber\u00fchmte Drehbuchautor Richard Linklater sein Langzeitfilm-Projekt &#8220;Boyhood&#8221;, 2014 wurde es fertiggedreht. Dieses Kindheitsportr\u00e4t ist also mehr als nur eine Hollywood-Geschichte, es ist ein wahrhaftiges Lebenswerk, in dem das Erwachsenwerden eines kleinen Jungen gemeinsam mit drei Stammschauspielern vor der Kamera festgehalten wurde.<\/p>\n<p>Das Leben von Mason Jr. (Ellar Coltrane) wird auf den Kopf gestellt: Mitten im ersten Schuljahr wird der Sechsj\u00e4hrige aus seinem gewohnten Umfeld gerissen, denn seine alleinerziehende Mutter Olivia (Patricia Arquette) will nach der gl\u00fccklosen Ehe in ihre texanische Heimat zur\u00fcck, um noch einmal das College zu besuchen. F\u00fcr den vertr\u00e4umten Mason und seine zwei Jahre \u00e4ltere Schwester Samantha (Lorelei Linklater), die sich gerne als G\u00f6re und Diva aufspielt, steht ein Umzug nach Houston bevor. Der Vorteil dabei: Die Kinder k\u00f6nnen ihren Vater, den Hobby-Musiker und Lebensk\u00fcnstler Mason Sr. (Ethan Hawke), der seit der Scheidung kaum f\u00fcr seine Kinder dagewesen ist, wieder \u00f6fter zu Gesicht bekommen. Mason versucht sich an sein neues Leben zu gew\u00f6hnen und durchlebt im Film zw\u00f6lf Jahre, die aus einem kleinen Jungen einen richtigen Mann machen: Der Wechsel von der Kindheit in die Teenagerzeit, Campingausfl\u00fcge mit seinem Vater, den er neu wiederentdeckt, sein erstes Bier und die erste gro\u00dfe Liebe.<\/p>\n<p>&#8220;Boyhood&#8221; entf\u00fchrt seine Zuschauer in den 164 Minuten in eine besondere Welt. Obwohl es nicht der erste Langzeitfilm ist, bringt dieses Film-Projekt neue Aspekte mit sich: Jemanden buchst\u00e4blich vor der Kamera aufwachsen bzw. altern zu sehen, ist nicht nur ein Kino-Meilenstein, sondern birgt auch einen ganz besonderen Reiz f\u00fcr seine Zuschauer, denn dieser wird zum Zeugen und Betrachter von Masons Kindheit und Teenagerzeit sowie von den Erlebnissen seiner liberalen Familie im konservativen Texas. Und das in insgesamt nur 39 Drehtagen. Die Zeitspr\u00fcnge zwischen den einzelnen Szenen sind dabei unterschiedlich gro\u00df: Das k\u00f6nnen Stunden, Tage, Wochen, Monate oder auch mal ein ganzes Jahr sein. Die zeitliche Verortung zeigt sich ausschlie\u00dflich \u00fcber den Kontext der Handlung.<\/p>\n<p>Ein unbedingt sehenswerter Film, der im Wesentlichen typische, oft ganz allt\u00e4gliche Ereignisse aus dem Leben eines normalen Heranwachsenden zeigt: sch\u00f6ne und weniger sch\u00f6ne Momente mit Freunden und Familie, Streitereien unter Geschwisterm und tiefe Gespr\u00e4che mit Eltern. Viele dieser Szenen werden dem Zuschauer im Ged\u00e4chtnis bleiben. Mit wunderbar auf den Punkt gebrachten und vor allem ungemein authentischen Dialogen verwandeln Linklater und seine Oscar-reifen Schauspieler die Nichtigkeiten des Alltagslebens in magische Kinomomente.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum &#8220;Boyhood&#8221; den Oscar gewinnen sollte Von Michaela Ehammer Gl\u00fccklose Ehen, alleinerziehende Eltern, Umzug in ein neues Leben, Schulwechsel, der erste Tag am College, das erste Bier, der erste Kuss &#8211; all das sind ganz allt\u00e4gliche Dinge, die im Leben vorkommen. 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