{"id":2070,"date":"2009-11-28T12:14:43","date_gmt":"2009-11-28T15:14:43","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2009\/11\/28\/wie-rassismus-klingt\/"},"modified":"2009-12-05T12:21:05","modified_gmt":"2009-12-05T15:21:06","slug":"wie-rassismus-klingt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2009\/11\/28\/wie-rassismus-klingt\/","title":{"rendered":"Wie Rassismus klingt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Soziologin Bojadzijev pr\u00e4sentierte im Goethe-Institut \u201cPolitkunst\u201d<\/p>\n<p><em>Von Nils Witte<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image2069\" alt=ultrared.jpg src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/ultrared.jpg\" align=left hspace=5 \/>Rassismus nimmt viele Formen an. Je nach Land und Kultur unterscheiden sich die Ziele und die Art der \u00c4u\u00dferung rassistischer Ressentiments. Ihre Arbeit zum Thema Rassismus pr\u00e4sentierte jetzt Manuela Bojadzijev vom K\u00fcnstlerkollektiv Ultra-Red auf Einladung des Goethe-Instituts Buenos Aires. \u201cWir f\u00fchren vor Ort Militant Sound Investigations durch\u201d, versucht die Soziologin die Arbeit der aus kunstinteressierten Politaktivisten zusammengesetzten Gruppe zu erkl\u00e4ren. Ultra-Red, das seine Projekte u.a. in der Tate Gallery London und der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main pr\u00e4sentierte, n\u00e4hert sich dem Rassismus also \u00fcber Ger\u00e4usche.<!--more--><\/p>\n<p>Bojadzijev konkretisiert die Arbeit anhand eines Projektes im s\u00fcdwestlichen England: \u201cWir haben die Menschen gefragt, wie sich Rassismus f\u00fcr sie anh\u00f6rt, und sie mit Aufnahmeger\u00e4ten losgeschickt.\u201d Das Ergebnis konnten die zwei Dutzend Zuschauer im Goethe-Institut bestaunen. Durch Dubbing werden elektronische Beats mit den gesammelten Aufnahmen zusammengef\u00fchrt. \u201cDas Ergebnis nennen wir Dub-Poesie\u201d, beschreibt Bojadzijev ihre Kunstform.<\/p>\n<p>Wie von Rassismus Betroffene durch die Arbeit von Ultra-Red profitieren sollen, bleibt nach der dreist\u00fcndigen Pr\u00e4sentation allerdings im Dunkeln. \u201cDie abstrakten Ziele sind Kommunismus und Revolution\u201d, entf\u00e4hrt es der Verfasserin wissenschaftlicher Artikel und B\u00fccher einmal. Die Wahlberlinerin unterstreicht allerdings, dass bei ihrer Arbeit nicht das Ergebnis entscheidend ist: \u201cDie k\u00fcnstlerische Arbeit ist f\u00fcr uns Prozess, nicht Objekt.\u201d<\/p>\n<p>Dieser Prozess darf gerne dokumentiert und pr\u00e4sentiert werden. Der selbstverliebte Vortrag \u00fcber das Dokumentieren und Pr\u00e4sentieren langweilt. Das Ganze l\u00e4sst sich so zusammenzufassen: Die Mitglieder von Ultra-Red kommen f\u00fcr die Projekte nach M\u00f6glichkeit auf einem Kontinent zusammen. Sie geben M\u00f6chtegernk\u00fcnstlern die Chance zur Selbsttherapierung und Selbstdarstellung. Wenn dabei am Ende Kommunismus rauskommt, war die Arbeit erfolgreich. Wenn nicht, kommt es auf den Prozess an.<\/p>\n<p>Das Goethe-Institut ist zu loben f\u00fcr seinen Versuch, Neues zu wagen und junges Publikum anzusprechen. Doch dem w\u00e4re es sicher lieber, wenn ihm das n\u00e4chste Mal solch sinnlose Ernsthaftigkeit erspart bliebe. Das Geld f\u00fcr das Flugticket h\u00e4tte Manuela Bojadzijev besser einem deutsch-t\u00fcrkischen Freundschaftsverein gespendet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soziologin Bojadzijev pr\u00e4sentierte im Goethe-Institut \u201cPolitkunst\u201d Von Nils Witte Rassismus nimmt viele Formen an. 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