{"id":21194,"date":"2015-05-08T16:21:10","date_gmt":"2015-05-08T19:21:10","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=21194"},"modified":"2015-05-09T16:23:37","modified_gmt":"2015-05-09T19:23:37","slug":"ich-will-mich-beim-schreiben-selber-uberraschen-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2015\/05\/08\/ich-will-mich-beim-schreiben-selber-uberraschen-lassen\/","title":{"rendered":"&#8220;Ich will mich beim Schreiben selber \u00fcberraschen lassen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Interview mit dem deutschen Schriftsteller Sebastian Fitzek nach seiner Lesung auf der 41. Internationalen Buchmesse von Buenos Aires<\/p>\n<p><em>Von Susanne Franz<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/fitzek.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/fitzek.jpg\" alt=\"fitzek\" width=\"500\" height=\"333\" class=\"aligncenter size-full wp-image-21196\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/fitzek.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/fitzek-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nMit seinen spannenden Psychothrillern hat der deutsche Schriftsteller Sebastian Fitzek sich eine globale Fangemeinschaft geschaffen: 12 Millionen B\u00fccher hat er weltweit verkauft. Auf Einladung seines spanischen Verlages &#8220;Ediciones B&#8221; hielt Fitzek am 26. April eine Lesung auf der 41. Internationalen Buchmesse von Buenos Aires. Sie war ein voller Erfolg: der deutsche Bestsellerautor wurde von seinen Lesern begeistert gefeiert und signierte im Anschluss an die Veranstaltung stundenlang seine B\u00fccher. Wieviel Freude ihm die Begegnung mit seinen argentinischen Fans gemacht hat, erz\u00e4hlte er in einem Interview am 28. April, eine halbe Stunde vor seiner R\u00fcckreise.<\/p>\n<p><em>SF: Sie haben in Argentinien gl\u00fchende Fans. Wussten Sie das vorher? Oder waren Sie \u00fcberrascht von dieser Verehrung und W\u00e4rme, mit der Sie hier empfangen wurden?<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek: Ich war v\u00f6llig \u00fcberrascht. In den Anf\u00e4ngen in Deutschland kamen f\u00fcnf oder zehn, gut, vielleicht zwanzig Leute zu einer Lesung, und sie waren eher reserviert, so wie die Deutschen eben manchmal sind, wenn sie einen noch nicht kennen. Und hier war ein Saal mit \u00fcber 200 Menschen, alle sehr enthusiastisch, sehr warmherzig. Ich hatte mir schon gedacht, dass die, auf die ich treffe, dass das sehr emotional sein wird, denn mich erreichen sehr sehr viele E-Mails aus Argentinien, die auch sehr enthusiastisch sind, und es macht unglaublich viel Spa\u00df, mit den Lesern in Kontakt zu treten. Dass die Lesung aber so eine Resonanz haben w\u00fcrde, das hat mich v\u00f6llig \u00fcberw\u00e4ltigt.<\/p>\n<p>Als Schriftsteller hat man ja in der Regel keinen Applaus, sondern man schreibt f\u00fcr sich im stillen K\u00e4mmerchen und dann wird es ver\u00f6ffentlicht. Und das ist tats\u00e4chlich etwas, wo man dann auch ein Feedback bekommt und seine Leser kennenlernt. Es gibt nichts Sch\u00f6neres.<\/p>\n<p><em>SF: Wieviel Zeit wenden Sie ungef\u00e4hr auf f\u00fcr Zuschriften und daf\u00fcr, sich in den sozialen Netzwerken zu bewegen, um sich mit Ihren Fans zu unterhalten?<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek: Also, das ist ungef\u00e4hr eine Stunde am Tag, die man sich tats\u00e4chlich daf\u00fcr freinehmen muss. Es ist ein bisschen leichter geworden durch die sozialen Netzwerke, zum Beispiel schreibt bei Facebook einer &#8220;Wann bist Du denn in Buenos Aires?&#8221;, und dann antwortet schon ein anderer, bevor ich \u00fcberhaupt die M\u00f6glichkeit habe. Das hei\u00dft, einiges verwaltet sich auch selbst. Aber eine Stunde am Tag muss man schon aufwenden.<\/p>\n<p><em>SF: Also die Fans kommunizieren auch untereinander&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek: Genau, oder sie verabreden sich zur Messe und helfen sich untereinander, da haben sich schon viele Freundschaften gebildet. Und auch das ist sehr sch\u00f6n, dass man da erlebt, wie B\u00fccher verbinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>SF: Auf Ihrer Facebookseite stand, dass Sie sich nach kurzem Nachdenken entschieden haben, nach Buenos Aires zu kommen, obwohl Sie sich gerade in einer Schreibphase befinden. Sind Sie oft so spontan?<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek: Das war f\u00fcr mich gar keine Frage. Ich war noch nie in S\u00fcdamerika vorher, noch nie in Buenos Aires. Ich habe die Gelegenheit nat\u00fcrlich sofort ergriffen, man wird ja nicht alle Tage eingeladen, das ist ja eine gro\u00dfe Ehre, dass man \u00fcberhaupt als deutscher Autor hierher kommen darf.<\/p>\n<p><em>SF: Sie haben bei der Lesung Ihren Fans Tipps gegeben, was sie beachten sollen, wenn sie selbst schreiben wollen. Stimmt das wirklich, dass man den ersten Entwurf wegschmei\u00dfen sollte?<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek: Ich glaube, das war Hemingway, der gesagt hat: Der erste Entwurf ist immer Mist! Die Geschichte steht und f\u00e4llt mit der Bearbeitung, und hier ist ein gutes Lektorat extrem wichtig. Wobei das nicht hei\u00dft, dass jemand anderes einem hereinredet und sagt &#8220;Ver\u00e4nder das mal&#8221;, sondern ein gutes Lektorat ist wie eine Hebamme, die einem hilft, dass das Buch &#8220;zur Welt kommt&#8221;. Es stellt die richtigen Fragen, auf die man dann eventuell noch reagieren kann.<\/p>\n<p><em>SF: In Ihrem Roman &#8220;Noah&#8221;, den Sie hier vorgestellt haben, geht es um \u00dcberbev\u00f6lkerung und knapp werdende Ressourcen f\u00fcr die Menschheit. Glauben Sie, dass unser Planet kurz vor einer solchen Katastrophe steht? Welche Schritte m\u00fcsste man schnell unternehmen, um dem entgegenzurudern?<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek: Kurz vor einer Katastrophe, so w\u00fcrde ich das nicht bezeichnen, aber wir steuern schon auf \u00e4u\u00dferst ungem\u00fctliche Zeiten zu. Schnell \u00e4ndern geht da gar nicht, sondern mit kleinen Schritten muss etwas ge\u00e4ndert werden. Das ist \u00e4hnlich wie eine Di\u00e4t, man kann auch nicht schnell 50 Kilo in drei Tagen verlieren, die man sich \u00fcber Jahrzehnte vielleicht zuviel angefuttert hat.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen das Rad nicht sofort wieder zur\u00fcckdrehen, es ist aber tats\u00e4chlich so, dass wir &#8211; und mit &#8220;wir&#8221; meine ich vor allen Dingen die Europ\u00e4er und die Amerikaner &#8211; \u00fcber unsere Verh\u00e4ltnisse leben und dass man da eben etwas machen muss.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist das Problem, dass der Mensch sehr sehr anpassungsf\u00e4hig ist. Wir sind ein bisschen so wie der Frosch, der im hei\u00dfen Wasser sitzen bleibt und nicht merkt, dass es immer hei\u00dfer wird. An viele Sachen haben wir uns halt unglaublich schnell gew\u00f6hnt, beispielsweise Menschen, die direkt an der Autobahn wohnen, h\u00f6ren irgendwann den Krach der Autobahn nicht mehr. Und Menschen, die im Smog leben, merken nicht, dass die Luft immer schlechter wird.<\/p>\n<p>Es ist so, dass uns entweder Katastrophen dazu zwingen werden, unser Verhalten zu \u00e4ndern, oder wir erkennen eben fr\u00fchzeitig, dass wir vielleicht einige Schritte einleiten. Und wir sollten wenig Zeit verlieren, um dar\u00fcber zu sprechen. Beispielsweise durfte ich jetzt hier in Argentinien erleben, dass das Wetter unnat\u00fcrlich hei\u00df war f\u00fcr die Jahreszeit. Wir k\u00f6nnen nat\u00fcrlich unsere Zeit damit verschwenden, zu diskutieren, gibt es den Klimawandel oder nicht, oder wir k\u00f6nnten einfach sagen, wenn der Klimawandel wirklich kommt, dann w\u00e4re das eine Katastrophe, lasst uns jetzt lieber etwas tun, damit er nicht einsetzt.<\/p>\n<p>Ich muss nat\u00fcrlich dazusagen, dass das sehr schwierig ist, es ist tats\u00e4chlich aus der Situation eines privilegierten Autors sehr leicht zu sagen, man muss etwas \u00e4ndern, w\u00e4hrend es auf der anderen Seite beispielsweise auch in Deutschland Familien gibt, die mit jedem Pfennig rechnen m\u00fcssen und die eben nicht sagen k\u00f6nnen, ich achte jetzt \u00fcberall darauf, dass ich einen m\u00f6glichst geringen \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck hinterlasse.<\/p>\n<p>Auch ich habe durch meinen Langstreckenflug nach Buenos Aires das Klima nat\u00fcrlich belastet, und deswegen habe ich auch dieses Buch nicht mit einem erhobenen Zeigefinger geschrieben, sondern eben auch um aufzuzeigen, wie schwierig es ist in unserem gegenw\u00e4rtigen System, hier etwas zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Aber es gibt eben einige Ma\u00dfnahmen. Beispielsweise ist in Deutschland ein ganz gro\u00dfes Problem, dass Lebensmittel immer dann weggeschmissen werden, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. &#8220;Mindesthaltbarkeit&#8221; sagt aber eigentlich nur aus, dass es mindestens bis dahin haltbar ist; und man kann es eigentlich noch problemlos essen. Das ist eine unglaubliche Ressourcenverschwendung.<\/p>\n<p>Plastikt\u00fcten sind ein gro\u00dfes Problem f\u00fcr unseren Planeten, wenn man die nicht mehr benutzt, tut man schon sehr viel. Und da gibt es viele kleine Schritte, die man unternehmen kann. Die gro\u00dfen Schritte allerdings, die erfordern auch ein Umdenken in der Politik und in der Wirtschaft.<\/p>\n<p><em>SF: Sie haben 2006 mit &#8220;Die Therapie&#8221; einen sehr gro\u00dfen Bestsellererfolg gehabt. Seitdem schreiben Sie jedes Jahr ein Buch, und auch immer ein Erfolgsbuch. Was ist Ihr Geheimnis?<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek (lacht): Man kann es ganz offen sagen: Wenn man sich einmal etabliert hat, dann hat man nat\u00fcrlich eine Fangemeinschaft, und das ist wesentlich einfacher, als wenn man jedesmal unter einem neuen Namen starten w\u00fcrde. Zum Beispiel als Stephen King es als Richard Bachman probiert hat, war er auch erst einmal nicht mehr so erfolgreich, bis dann rauskam, dass es Stephen King war. Also hat man nat\u00fcrlich einen Kredit. Ich bin aber immer sehr nerv\u00f6s vor Ver\u00f6ffentlichungen, weil es eben keine Bestsellerformel gibt und der Geschmack am Ende entscheidet. Man muss sich deswegen &#8211; und das ist auch ein Tipp f\u00fcr alle angehenden Autoren &#8211; v\u00f6llig losl\u00f6sen davon zu sagen \u00abWas k\u00f6nnte denn dem Leser gefallen?&#8221;, weil <em>den<\/em> Leser oder <em>die<\/em> Leserin gibt es gar nicht. Das hat man ja auch an den unterschiedlichen Menschen gesehen, die hier auf der Lesung waren. Man kann sich eigentlich nur die Frage stellen &#8220;Gef\u00e4llt <em>mir<\/em> das Buch?&#8221;, &#8220;Mag <em>ich<\/em> das?&#8221;, &#8220;W\u00fcrde <em>ich<\/em> das lesen?&#8221;, &#8220;Kann ich da 100% dahinterstehen?&#8221;. Wenn das der Fall ist, dann kann man das Buch auf die Reise lassen in der Hoffnung, dass es auch anderen gef\u00e4llt.<\/p>\n<p><em>SF: Sie waren Journalist und haben auf der Lesung erz\u00e4hlt, dass Sie mit Anfang\/Mitte 30 gemerkt haben, dass Ihnen der Beruf keinen Spa\u00df mehr macht. Deswegen seien Sie Autor geworden.<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek: Der Beruf in einer bestimmten Auspr\u00e4gung. Damals war ich sehr viel unterwegs und habe f\u00fcr Radiostationen als Berater gearbeitet, und da war ich eigentlich f\u00fcr nichts verantwortlich. Ich wollte dann wieder etwas haben, wof\u00fcr ich verantwortlich bin, wo ich am Ende des Tages sagen kann &#8220;Das habe <em>ich<\/em> gemacht&#8221;, im Guten wie im Schlechten. Es ist h\u00e4ufig, dass Schriftsteller aus beruflicher Unzufriedenheit heraus anfangen, gut zu werden. Bei John Grisham war es genauso, er hat seinen Beruf als Anwalt gehasst und hat dann flammende Justizromane geschrieben. Das ist vielleicht gar kein schlechtes Rezept.<\/p>\n<p><em>SF: Sie sind promovierter Jurist und spezialisiert auf Urheberrecht. Es hat mich \u00fcberrascht, dass Ihr Gespr\u00e4chspartner auf der Messe, M\u00e1ximo Soto, sagte, eines Ihrer B\u00fccher, das auf Spanisch \u00fcbersetzt ist, das es aber nur in Spanien gibt, k\u00f6nnte man sich ja als Raubkopie besorgen.<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek: Zun\u00e4chst einmal ist er jemand, der auch sehr stark f\u00fcr Urheberrechte gek\u00e4mpft hat als Journalist. Das war mit einem Augenzwinkern gemeint.<\/p>\n<p>Gleichwohl bin ich der festen \u00dcberzeugung, dass die wenigsten Menschen wirklich etwas Kriminelles tun wollen, sondern wenn sie sich eine Raubkopie ziehen, dann nur dann, weil sie es auf einem anderen Wege nicht legal oder nur sehr kompliziert bekommen. Und wenn das Buch beispielsweise hier nicht erh\u00e4ltlich ist, dann m\u00fcsste man daf\u00fcr sorgen, dass es legal zu bekommen ist, um die Leute nicht dazu zu bringen.<\/p>\n<p>Ich sehe dieses Problem von Raubkopien nicht so wahnsinnig kritisch, ich will nicht auf diejenigen zeigen, die sich das runterladen. Ich sehe eine andere Sache eher kritisch, n\u00e4mlich dass die Leute, die diese Plattformen zur Verf\u00fcgung stellen, oftmals Multimillion\u00e4re sind. Und wenn es dann dazu kommt, dass die Urheber, z.B. in der Musikindustrie, nicht mehr von ihren Werken leben k\u00f6nnen, aber einige Multimillion\u00e4re, denen gro\u00dfe Tauschb\u00f6rsen und Firmen geh\u00f6ren, mit kriminellen Machenschaften reich werden, das ist dann etwas, wo ich sage, da muss man den Riegel vorschieben.<\/p>\n<p>Oftmals wissen die Leute, die sich eine Raubkopie holen, gar nicht, wen sie damit unterst\u00fctzen. Sie denken, das ist kostenlos, aber tats\u00e4chlich m\u00fcssen sie sich einen Computer kaufen, sie brauchen eine Software, und da stehen viele viele gro\u00dfe namhafte Konzerne dahinter, die an diesem Problem der Raubkopien ebenfalls verdienen.<\/p>\n<p><em>SF: Sie haben bei der Lesung gesagt, dass die Hauptperson Ihrer B\u00fccher jeweils ungef\u00e4hr ab Seite 80 anf\u00e4ngt, &#8220;das Kommando zu \u00fcbernehmen&#8221;. Ist Ihnen das nicht etwas unheimlich?<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek: Im Gegenteil, ich warte darauf! F\u00fcr mich ist das tats\u00e4chlich ein Zeichen &#8211; hat sie das Kommando \u00fcbernommen, dann &#8220;lebt&#8221; sie, dann ist es eine &#8211; f\u00fcr mich zumindest &#8211; reale Figur. Wohingegen, wenn sie ab Seite 100 immer noch das macht, was <em>ich<\/em> ihr sage, ist es eher eine Rei\u00dfbrettfigur, die nichts an Leben hat. F\u00fcr mich ist es wirklich ein gutes Zeichen, wenn ich mich selber darauf freue zu sehen, was erlebt diese Figur eigentlich heute. Ich habe ein grobes Bild, ich vergleiche das immer mit einer Kohlezeichnung, aber ausgemalt wird sie beim Schreiben.<\/p>\n<p>Es gibt Autoren, die haben ganz detaillierte Expos\u00e9s , die haben 100\/120 Seiten Zusammenfassung geschrieben \u00fcber ihr Buch, die haben Interviews gef\u00fchrt mit ihren Hauptdarstellern, die wissen also ganz genau jedes kleinste Detail vom Lebenslauf dieser Figuren und schreiben das dann nur noch runter. So k\u00f6nnte ich nicht arbeiten. Das ist bewundernswert, das ist bestimmt auch klug in bestimmten Punkten, aber das Schreiben w\u00e4re dann reine Arbeit, es w\u00e4re kein Vergn\u00fcgen.<\/p>\n<p>Ich habe mich ja lange gescheut, \u00fcberhaupt zu schreiben, weil ich den Prozess des Schreibens f\u00fcr so anstrengend hielt. Ich habe nat\u00fcrlich einen groben Leitfaden, so 20 Seiten, ich wei\u00df auch ungef\u00e4hr, worauf ich hinaussteuere, ich habe einige Szenen, auf die ich mich freue. Und in der Mitte habe ich viele wei\u00dfe Felder, die beim Schreiben gef\u00fcllt werden. Vielleicht muss ich auch deswegen mehr noch \u00fcberarbeiten vom ersten, zweiten, dritten Entwurf als vielleicht andere, die auch mit dem Lektorat schon ihren Entwurf so durchgekaut haben. Bei mir ist es anders. Ich will mich beim Schreiben selber \u00fcberraschen lassen.<\/p>\n<p><em>SF: Sie haben drei kleine Kinder, sind die mit Ihnen nach Argentinien gereist?<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek: Nein, die sind ein bisschen zu klein f\u00fcr so einen Kurztrip, wir sind ja nur vier Tage unterwegs gewesen. Wir wurden auf dem Weg auch noch in Rio de Janeiro aufgehalten, wegen des Vulkanausbruchs in Chile, sind also zu sp\u00e4t hier angekommen. Ich war heilfroh, dass wir diesen Termin am Sonntag auf der Buchmesse wahren konnten. Das w\u00e4re f\u00fcr die kleinen Kinder &#8211; die sind n\u00e4mlich eineinhalb, dreieinhalb und viereinhalb Jahre alt &#8211; ein bisschen zu anstrengend gewesen. Wenn sie gr\u00f6\u00dfer sind, wenn ich noch mal eingeladen werden sollte oder privat hierhin komme, dann kommen sie mit, das habe ich auch mit meiner Frau schon besprochen.<\/p>\n<p><em>SF: Es hat Ihnen gut gefallen hier.<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Fitzek: Als Europ\u00e4er, als Deutscher hatte ich schon ein etwas falsches Image von Buenos Aires und Argentinien. In jedem Reisef\u00fchrer wird gewarnt vor der hohen Kriminalit\u00e4t. Sicherlich gibt es das auch, gar keine Frage, aber alles, was wir erlebt haben, war einfach warm, freundlich, ich habe selten selten so freundliche Menschen erlebt, und ich meine nicht nur bei der Lesung, das war \u00fcberw\u00e4ltigend, aber auch sonst, \u00fcberall, wo man hingeht.<\/p>\n<p><em>SF: Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/em><\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong><br \/>\nSebastian Fitzek stellte in Buenos Aires seinen Roman &#8220;Noah&#8221; vor.<br \/>\n(Foto: FinPic M\u00fcnchen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit dem deutschen Schriftsteller Sebastian Fitzek nach seiner Lesung auf der 41. Internationalen Buchmesse von Buenos Aires Von Susanne Franz Mit seinen spannenden Psychothrillern hat der deutsche Schriftsteller Sebastian Fitzek sich eine globale Fangemeinschaft geschaffen: 12 Millionen B\u00fccher hat er weltweit verkauft. Auf Einladung seines spanischen Verlages &#8220;Ediciones B&#8221; hielt Fitzek am 26. 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