{"id":21440,"date":"2015-05-29T10:16:45","date_gmt":"2015-05-29T13:16:45","guid":{"rendered":"http:\/\/kunstinargentinien.com\/?p=21440"},"modified":"2015-05-29T17:06:38","modified_gmt":"2015-05-29T20:06:38","slug":"bis-zum-bitteren-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunstinargentinien.com\/index.php\/2015\/05\/29\/bis-zum-bitteren-ende\/","title":{"rendered":"Bis zum bitteren Ende"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8220;Die Toten Hosen&#8221; rockten wieder in Buenos Aires<\/p>\n<p><em>Von Michaela Ehammer<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hosen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hosen.jpg\" alt=\"hosen\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"aligncenter size-full wp-image-21443\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hosen.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hosen-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><br \/>\nLauter, punkiger, rockiger &#8211; das sind <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/dietotenhosen?pnref=story\">&#8220;Die Toten Hosen&#8221;<\/a>, die Punkrock-Band aus D\u00fcsseldorf. Sie brachten B\u00fchnen zum Einst\u00fcrzen, verteilten Kondome auf Konzerten und konnten sich \u00fcber eine eigene H\u00f6rfunksendung freuen. Aus der Punkszene von Buenos Aires sind sie genau wie &#8220;Los Violadores&#8221;, eine ihrer Vorbands, nicht mehr wegzudenken. Seit Jahren rocken sie ihr euphorisches argentinisches Publikum, so auch bei den f\u00fcnf ausverkauften Konzerten bei der &#8220;Buenos Aires City Tour 2015&#8221; Mitte Mai in ihren Lieblingsclubs verteilt in der ganzen Stadt.<\/p>\n<p>Mit Argentinien verbindet sie eine lange und tiefe Liebe. So schlendern die Musiker in ihrer Freizeit gerne durch die Stadt, essen k\u00f6stliches argentinisches Steak oder schauen Fu\u00dfball, auch wenn sie sich beim argentinischen Fu\u00dfball neutral halten. Wie der Name der Kult-Band entstand und wieso Buenos Aires zu ihrer zweiten Heimat wurde, erz\u00e4hlt mir Bassist und Songwriter Andreas Meurer, der &#8220;Andi&#8221;, in einem Interview vor dem letzten Konzert im Groove.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hosen_andi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hosen_andi.jpg\" alt=\"hosen_andi\" width=\"250\" height=\"257\" class=\"alignright size-full wp-image-21444\" \/><\/a><em>Frage: Seit 1982 gibt es &#8220;Die Toten Hosen&#8221;, seit 1992 spielt ihr regelm\u00e4\u00dfig in Argentinien. Wie kam diese besondere Freundschaft zustande?<\/em><\/p>\n<p>Andi: Tats\u00e4chlich war es so, dass ein Hosen-Fan und Freund von uns von der Arbeit aus nach Argentinien versetzt wurde. Der hat uns dann von der gro\u00dfartigen argentinischen Punkszene erz\u00e4hlt und gemeint, wir sollten dort auch mal spielen. Unsere Antwort war klar: &#8220;Wenn du uns die Flugtickets schickst, dann kommen wir.&#8221; Wir dachten nat\u00fcrlich nicht, dass er das tut. Aber die kamen dann tats\u00e4chlich. Und so kam unser erstes Konzert hierzulande zustande. Wir hatten ja keine Ahnung, was uns erwartet, gar nicht, aber es war schon ein gro\u00dfartiger erster Abend, was da alles abging&#8230; Seitdem spielten wir oft und gerne in Argentinien.<\/p>\n<p><em>Frage: Seit \u00fcber 30 Jahren tourt ihr um die Welt. Kann man sagen, dass sich das deutsche bzw. europ\u00e4ische vom argentinischen Publikum unterscheidet?<\/em><\/p>\n<p>Andi: Da gibt es auf jeden Fall Unterschiede. In Buenos Aires zu spielen ist nat\u00fcrlich schon sehr aufregend. Dieses extrem euphorische Publikum hier mit seiner unglaublichen Leidenschaft fasziniert uns immer wieder aufs Neue. Vor allem die eigenen Lieder, die hier in Argentinien zwischendurch vom Publikum gesungen werden, das hat schon seinen ganz speziellen Reiz.<\/p>\n<p><em>Frage: Gibt es ein bestimmtes Konzert, das euch ganz besonders nah ging?<\/em><\/p>\n<p>Andi: Oh, gerade in Buenos Aires gibt es da eine Menge besonderer Konzerte, die uns in bester Erinnerung geblieben sind. Zum Beispiel im River-Stadion beim Abschiedskonzert der Ramones zusammen mit Attaque 77 und Iggy Pop, das Stra\u00dfenkonzert auf der Rodr\u00edguez Pe\u00f1a, oder das Konzert im Museo, bei dem nach 20 Sekunden die B\u00fchne eingebrochen ist (schmunzelt).<\/p>\n<p><em>Frage: Was macht ihr Musiker vor den Konzerten, um abzuschalten und euch vorzubereiten? Gibt es ein spezielles Ritual?<\/em><\/p>\n<p>Andi: Rituale darf man ja nicht verraten. In Deutschland oder in Europa ist es so, dass wir nicht ohne unsere Tischtennisplatte auf Tournee gehen. Wir spielen also praktisch vor den Shows Tischtennis (l\u00e4chelt). Nach Argentinien haben wir sie jedoch nicht mitgenommen. Das war dann doch etwas zu schwierig, die im Flieger zu verstauen.<\/p>\n<p><em>Frage: Woher kommt der Name &#8220;Die Toten Hosen&#8221;?<\/em><\/p>\n<p>Andi (lacht): Darauf gibt es verschiedene Antworten. Welche willst du denn h\u00f6ren?<\/p>\n<p><em>Frage: Die beste?<\/em><\/p>\n<p>Andi: Als wir uns gegr\u00fcndet haben, war es klar, mit dem Namen konnten die Leute nicht ihr Geld zur\u00fcckverlangen, weil wir so schlecht waren. Wir haben es ja vorher schon in unserem Namen gesagt, &#8220;Die Toten Hosen&#8221;.<\/p>\n<p><em>Frage: Auf welches Album seid ihr besonders stolz?<\/em><\/p>\n<p>Andi: Stolz ist das falsche Wort, finde ich. Aber nat\u00fcrlich gibt es Alben denen wir mehr Bedeutung schenken und die einen h\u00f6heren Stellenwert f\u00fcr uns haben, wie zum Beispiel &#8220;Ausw\u00e4rtsspiel&#8221;, &#8220;Opium f\u00fcrs Volk&#8221; oder &#8220;Palast der Republik&#8221;. Dann gibt es nat\u00fcrlich auch Alben wie &#8220;Damenwahl&#8221;, mit dem wir im Nachhinein nicht so zufrieden waren.<\/p>\n<p><em>Frage: Was ist dein ganz pers\u00f6nlicher Lieblingssong?<\/em><\/p>\n<p>Andi: Das wechselt bei mir. Es gibt eine Menge Lieder, die ich besonders gerne spiele.<\/p>\n<p><em>Frage: Anf\u00e4nglich noch als Vorband von weltber\u00fchmten Bands wie den Rolling Stones, U2 oder Green Day t\u00e4tig, k\u00f6nnt ihr euch heute diesen Bands gleichstellen. H\u00e4ttet ihr je gedacht, dass eure Band einmal so einen gro\u00dfen Erfolg feiern wird?<\/em><\/p>\n<p>Andi: Nat\u00fcrlich nicht. Sowas kannst du auch in keiner Form planen. Wir sind nat\u00fcrlich froh, dass das alles passiert ist, aber es war ein reiner Gl\u00fccksfall und das wissen wir auch zu w\u00fcrdigen (schmunzelt). Wie gesagt, am Anfang unserer Karriere hatten wir Angst, dass die Leute ihr Geld zur\u00fcckverlangen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Dann ist es soweit: Das Licht verdunkelt sich, die Gitarrent\u00f6ne geben dem gut gelaunten Publikum zu verstehen, dass es jeden Augenblick losgehen wird, und die Musiker Campino, Andi, Breiti, Vom Ritchie und Kuddel springen auf die B\u00fchne. Mit dem Lied &#8220;Bonnie und Clyde&#8221; beginnt im Groove das letzte Konzert im Rahmen der &#8220;Buenos Aires City Tour 2015&#8221; und es wird gerockt, was das Zeug h\u00e4lt. Manch einer aus der jubelnden Menge l\u00e4sst sich bis vor die B\u00fchne tragen, um seinen Idolen m\u00f6glichst nah zu sein.<\/p>\n<p>Die Band h\u00e4lt viele \u00dcberraschungen f\u00fcr ihre argentinischen Freunde bereit: Campinos Schwester Maria singt ein Duett mit ihm, Adriano Celentanos Klassiker &#8220;Azzurro&#8221; ert\u00f6nt in herben Punkkl\u00e4ngen genau wie &#8220;The Passenger&#8221; vom &#8220;Godfather of Punk&#8221; Iggy Pop. Der H\u00f6hepunkt ist jedoch, als sich Campino vom Balkon ins Publikum st\u00fcrzt und sich von seinen Fans wieder zur B\u00fchne tragen l\u00e4sst, w\u00e4hrend er weiter ins Mikrofon kreischt. F\u00fcr sein Rumtreiben auf der B\u00fchne ist er ja bekannt, dieser Sprung ist jedoch mehr als gewagt. Auch Bassist Andi st\u00fcrzt sich ins Publikumsmeer und rockt weiter auf seiner Bass-Gitarre. Eine Show der Superlative, die jeden einzelnen Peso wert war!<\/p>\n<p>Das Publikum, welches perfekt zu den deutschen Liedern mitsingen konnte, war begeistert &#8211; und die Hosen auch, denn ans Aufh\u00f6ren wollten sie gar nicht denken. Die Zugaben konnte man schon nicht mehr z\u00e4hlen, bis dann nach zweieinhalb Stunden das letzte Lied gespielt wurde, ganz nach dem Motto der Hosen: Bis zum bitteren Ende! So d\u00fcrfen wir uns wohl noch auf viele Konzerte freuen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hosen2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hosen2.jpg\" alt=\"hosen2\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"aligncenter size-full wp-image-21442\" srcset=\"https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hosen2.jpg 500w, https:\/\/kunstinargentinien.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hosen2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>(Fotos: Michaela Ehammer)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Die Toten Hosen&#8221; rockten wieder in Buenos Aires Von Michaela Ehammer Lauter, punkiger, rockiger &#8211; das sind &#8220;Die Toten Hosen&#8221;, die Punkrock-Band aus D\u00fcsseldorf. 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